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Übersicht Schloss Wildenstein


 

Schloss Wildenstein: Glasgemälde
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Die 1991 vom Kanton erworbenen Glasgemälde befanden sich ursprünglich sowohl im Plantahaus als auch im Wohnturm. 1996 wurden sie mit Ausnahme von zwei neueren Scheiben im Wohnturm aufgehängt. Die beiden neueren Scheiben kamen in den grossen Salon des Plantabaus. Die Sammlung besteht zur Hauptsache aus Kabinettscheiben des 16. und 17. Jahrhunderts. Diese lassen sich in drei Gruppen gliedern:

 

1. Schlossherrenscheiben. Vom jeweiligen Schlossherrn für das Schloss Wildenstein in Auftrag gegeben und dort belassen.


2. Sammlerscheiben. Für Schloss Wildenstein vor allem von Peter Vischer und seinen Nachfolgern bei Klosterliquidationen oder Rats- und Zunfthäusern erworbene Scheiben.


3. Historistische Scheiben. Für Schloss Wildenstein vom Schlossherrn im 19. Jahrhundert erworbene zeitgenössische Kopien älterer Scheiben oder Gedenkscheiben an frühere Schlossherren.


 

Im Wohnturm

Treppenfenster, erstes Obergeschoss:
1. Waser-Scheibe, gestiftet 1640 vom Zürcher Amtsverwalter des Klosters Stein am Rhein, gemalt vom Winterthurer Glasmaler Hans Ulrich Jegli(?) Jakobs Traum von der Himmelsleiter.

In der Schlossstube
Südfenster links:
2. Strübin-Scheibe von Ziefen, gestiftet 1583 von Heinrich Strübin, damals Pfarrer von Ziefen und Bubendorf, für die Ziefner Kirche. Fantasievedute der von den Eptingern erbauten Burg auf dem Kirchhügel von Ziefen, umgeben von Wappen und Inschriften.

   

Südfenster rechts:
3. Abtscheibe Muri/Hirzel, gestiftet vor 1480 von Abt Hermann Hirzel, gemalt von Balthasar Heldbrun, vor 1480 in Luzern. Wappen Muri/Hirzel, gehalten von zierlichen Engeln, kostbare gotische Rahmenarchitektur.

   

Westfenster unten:
4. Eptinger Wappenschild, 1. H. 15. Jh. Fragment eines Kirchenfensters, gestiftet von den Eptingern für eine Kirche.

 

Fensterfries von links nach rechts:
5. Wappenschild E.E. Basler Zunft zu Webern (Fragment), 16. Jh.
6. Wappenschild Falkenstein, 16. Jh., vermutlich aus Solothurner Ämterscheibe.
7. Scheibenfragment mit Allegorie, E. 16./17. Jh. Fragment einer Kabinettscheibe, Memento mori.
8. Rotberger Wappenschild, 16. Jh., vermutlich aus Solothurner Ämterscheibe.
9. Wappenscheibe mit Hauszeichen, 16. Jh.

Kabinettfenster:
10. Wappenrundscheibe von Vollenbach, vor 1885 von Carl de Bouché von München, Kopie nach einem Original 1495. Wappen des Jakob Berchtold von Vollenbach.
11. Wappenrundscheibe von Cuendorf, vor 1885 von Carl de Bouché von München, Kopie nach einem Original 1495. Adlerwappen der Cuendorf.

Treppenfenster, zweites Obergeschoss:
12. Unbekannte Wappenscheibe, 16. Jh.

Im Rittersaal

 

13. Allianzscheibe Brombach/Bischoff, Basel 1585, "Meister von 1577" zugeschrieben, Komposition mit den Allianzwappen im gereiften Renaissance-Stil.


Südfenster, oben links:
14. Satirische Figurenscheibe mit Spottwappen, Basel
1.V. 16. Jh. Wappen, Schildhalter als Schweine, Satire auf den jüdischen Basler Bankier Mathis Eberler und Familie (1440-1502), Geldadel und Stifter.


oben rechts:
15. Wappenscheibe von Bolsenheim, Oberrhein, Anf. 16.Jh. Elsässische Adelsfamilie von Bolsenheim. Drei weisse Fische, rotes Jerusalemkreuz.


unten links:
16. Figurenscheibe mit unbekannten Wappenschilden um 1520. Hohe Magistratsperson mit Gattin.


unten rechts:
17. Standesscheibe Zürich um 1540. Doppelwappen des Standes Zürich und Reichsadler, sowie die Zürcher Stadtheiligen: Felix, Exuperantius und Regula.

Westfenster:
18. Wappenscheibe Staub, Luzern 1547, Anton Schiterberg zugeschrieben, sog. Willkommensscheibe. Offizier und Frau mit Pokal.

 

Im Arbeitszimmer

oben links: 19. Mondsichelmadonna, Luzern um 1500, Wolfgang Intaler zugeschrieben, mit unbekanntem Wappenschild; Hauszeichen. Gekrönte Himmelskönigin mit segnendem Christuskind, rechts Glocke und links Hauszeichen mit Kreuz, geistlicher Glockenstifter. Spätgotisches Glanzstück innerhalb der Wildensteiner Scheiben.

 

oben rechts: 20. Bildscheibe Rahn, 1. Drittel 16. Jh., Zürich, rechts Wappenschild Rahn und links Thierstein. Spätgotische Kleinfiguren in zwei biblischen Szenen. Jephta mit Harfe und Hinrichtung. Die Rahn waren ein Zürcher Ratsherrengeschlecht.


unten links: 21. Wappenscheibe Bolsinger, Luzern 1527, Anton Schiterberg zugeschrieben. Junger Söldner als Schildhalter. Auf Säulen trommelnder und pfeifender Söldner. Stifter Hauptmann Hans Bolsinger, mit zivilen und militärischen Ämtern. Kolorit und Söldner in Anspielung auf Bolsingers Karriere.

unten rechts: 22. Wappenscheibe von Fulach, Schaffhausen 1520. Vollwappen von Fulach und Patrizierin als Schildhalterin. Oben Bauerntanz. Schaffhauser Adelsgeschlecht. Prachtvolle Heraldik und ausgelassene Tänzer.

Treppenfenster, drittes Obergeschoss:

 

23. Stadtscheibe Brugg, Bern um 1880, Joh. Heinr. Müller, gekauft von Karl Vischer-Merian in Bern, Original des 16. Jh. diente als Vorbild.

Kaplanzimmer

 

von links nach rechts:


24. Wappenscheibe Kloster Sion/Hämmerli, Zürich 1555.
Wappen des Wilhelmitenklosters Sion, als Schildhalter der hl. Wilhelm von Malavalle, Gründer der Eremitenkongregation der Wilhelmiten. Stifter war Prior Georg Hämmerli von Sion, Gemeinde Klingnau AG. Grossartige Panzergestalt und Prachtswappen.


25. Wappenscheibe Kirchhofer, Aarau 1619, Hans Ulrich Fisch I. zugeschrieben. Vollwappen und Spruchband mit Devise, rechts hl. Fridolin und links Mondsichelmadonna. Kirchhofer war Schreiber des Klosters Wettingen.


26. Figurenscheibe Silberisen/Bodmer, Baden oder Rapperswil (?) 1601. Namenspatrone der Stifter Kaiser Heinrich II und Anna Selbdritt. Oben Christophorus und Katharina. Stifter Hans Heinrich Silberisen und Anna Bodmer.

Rüstkammer

 

Südfenster oben:
27. Wappenrundscheibe Kriegelstein von Wandelburg, Basel um 1672, Hans Jörg Wannenwetsch II zugeschrieben.


unten:
28. Allianzscheibe von Planta/von Rosen, 19. Jh. Inschrift. Oben Eichenhain und Schloss Wildenstein.

Westfenster:
29. Drei Allianzrundscheiben Birr, Basel um 1672, Hans Jörg Wannenwetsch II zugeschrieben. Vermutlich aus dem Nachlass der Mutter von Peter Vischer-Sarasin Anna Katharina geb. Birr. Rundscheibe Birr/Günzer, 1963 von Peter Leonhard Vischer-Milner-Gibson gekauft.
30. Wappen von Basel, Basel 16. Jh., Fragment aus einer Kabinettscheibe.

Gastzimmer

 

oben links:
31. Allianzscheibe Brand-Offenburg, Basel 1618. Sprechende Vollwappen, unten Stifterinschrift, oben Erhängung der fünf Amoriterkönige durch Josua. Stifter waren der Basler Adelige Theodor Brand und Barbara Offenburg. Er war Obervogt auf Homburg und Farnsburg, Landvogt zu Lugano und ab 1600 Herr zu Wildenstein.


oben rechts:
32. Wappenscheibe Brackenhoffer, Strassburg 1637. Wappen mit barocker Rahmenarchitektur und allegorischen Frauenfiguren. Joachim Brackenhoffer war höchster Amtsträger von Strassburg. Scheibe aus Strassburger Zunftgut, in der Revolution verkauft.


unten links:
33. Abtscheibe St. Urban/Göldlin, Luzern 1638, der Werkstatt von Jakob Wegmann zugeschrieben. Zisterzienserwappen und Göldlinwappen sowie Bischofsmütze, oben Maria im Strahlenkranz. Abt Beat Göldlin (+ 1640) wurde 1627 Abt von St. Urban.


unten rechts:
34. Standesscheibe Basel (Fragment), Basel 1620. Wappenschild mit Basilisken, aufgrund eines Risses aus dem 16. Jh.

 

Im Plantahaus, im grossen Saal (Turmerker):

35. Allianzwappen Sevogel/von Eptingen, Bern 1881-1884, Joh. Heinrich Müller, Eidgenosse und adlige Dame als Schildhalter, im Hintergrund Schloss Wildenstein. Geehrter Hemann Sevogel, Held zu St. Jakob.

 

36. Wappenscheibe Werthemann, Bern 1881-1884, Joh. Heinrich Müller. Eidgenosse und aldlige Dame als Schildhalter, Peter Werthemann-De Bary war Rats- und Gerichtsherr von Basel. Er kaufte 1717 das Schloss Wildenstein.


 

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