Lupsingen: Wappen, Geschichte

  

Lupsingen: «Lupsige» oder in Anlehnung an das benachbarte Seltisberg auch Lupsibärg und Lupsibärger, Bezirk Liestal, 431m ü.M., Wohngemeinde in Terrassenlage am Ende eines stillen Seitentälchens des Oristals. > Statistische Daten

 

Wappen: Seit 1946. Es stellt in gold einen aufrechten blauen Wolf mit roter Bewehrung dar.
In Anlehnung an das lateinische Wort Lupus = Wolf wurde 1946 ein redendes Wappen geschaffen, doch bezeichnet auch die mündliche Überlieferung den Wolf als Wappentier. Die Farben erinnern an die frühere Zugehörigkeit zum Waldenburgeramt.
Flaggenfarben: gelb-blau

 

 

Ortsgeschichte


"Lupsingen ist ein ohnfeines Dorf, welches zu oberst an dem Oristhale ligt und an die Bottmässigkeit des Löblichen Standes Solothurn gränzt", so schrieb Bruckner in seinen historischen und natürlichen Merkwürdigkeiten der Landschaft Basel im Jahre 1755.


Lupsingen wird urkundlich zum ersten Mal 1194 genannt. Papst Cölestin III nahm das Kloster Beinwil in apostolischen Schutz und bestätigte ihm den Besitzstand. Zu diesem gehörte nebst anderen Gemeinden auch Lupsingen. Es hat geschichtlich keine grosse Rolle gespielt. Seine Namensform und einige Grabfunde sprechen für eine alemannische Siedlung. Flurnamen und Einzelfunde wiesen aber auf Besiedlung in römischer Zeit hin. Im Mittelalter gehörte Lupsingen zur froburgischen Herrschaft Waldenburg. Das Dorf kam 1366 an den Bischof und 1400 mit dem Amt Waldenburg unter die Bottmässigkeit der Stadt Basel. Als Grenzort wurde Lupsingen nach dem Christtag 1448 von Thomas von Falkenstein und Hans von Rechberg gebrandschatzt. Nach der französischen Revolution 1798 wechselte das Dorf vom Waldenburger- zum Liestalerbezirk, wo es auch nach der Kantonstrennung im Jahre 1833 verblieb.


Im 15. Jahrhundert kam Lupsingen pfarrgenössig nach St. Pantaleon und die Toten wurden dorthin zur letzten Ruhe getragen. Noch heute wird ein kleiner Fussweg nach St. Pantaleon Kirchweg oder Totenweg genannt. Der Zehnte wurde zu drei Vierteln von Kloster Beinwil und später vom Kloster Mariastein bezogen, während ein Viertel dem Bischof von Basel und nachher der Familie Reich von Reichenstein zustand.


Die Reformation brachte den Anschluss des Dorfes an die Pfarrgemeinde Ziefen. In der Zeit von 1535 bis 1810, als Ziefen und seine Filialgemeinde mit Bubendorf zu einer Pfarrei vereinigt waren, besuchten die Lupsinger abwechslungsweise die Kirchen in Bubendorf und Ziefen. Seit 1810 bildet Lupsingen mit Ziefen und Arboldswil eine Kirchgemeinde.


"Das Land ist fruchtbar an Wein, Korn und Obst; die gute Viehzucht und die Posamenterei bringen den Einwohnern nicht wenig Vorteil", so hiess es einmal. Nur noch wenige Familien leben ausschliesslich von der Landwirtschaft. Vor hundert Jahren klapperten im Dorfe gegen 130 Webstühle. Mit dem Niedergang der Heimweberei wurden die Leute gezwungen, auswärts ihr Brot zu verdienen.


>  Ausführlicher Text zur Geschichte von Lupsingen


>  Vgl. auch Chronik BL


 


 

Lupsingen heute (2003)

Mit 329 Einwohnern erreichte die Gemeinde im Jahre 1960 den tiefsten Stand. Gegen Ende des Jahrhunderts setzte die Bautätigkeit ein. Mitte der 60er Jahre wurden die Zonenpläne, Strassennetzpläne, Kanalisations- und Wasserpläne erstellt. Der Bauboom ab 1969 stellte Behörden und Einwohner vor grosse Probleme und Entscheidungen. Zug um Zug konnten grosse Vorhaben verwirklicht werden. Das Wasserversorgungsnetz wurde erheblich ausgebaut. Das Quellwasser der Schneematt läuft über die Entkeimungsanlage Oestel. Lupsingen und Seltisberg wurden an das mit Bubendorf betriebene Pump- und Wasseraufbereitungswerk "Unterbergen" angeschlossen. In Trockenperioden sind wir auf dieses Wasser angewiesen.


Als eine der ersten Gemeinden des Baselbietes erstellte Lupsingen das komplette Kanalisationsnetz.


Das Lupsinger-Dorffest leitete den Bau der Mehrzweckhalle ein. Im Jahre 1972 konnten die Anlagen der Einwohnerschaft übergeben werden. Alsbald wurde die Verwaltung ausgebaut, das Schulhaus renoviert und der Dreschenschopf zweckmässig hergerichtet. In den Friedhof investierte die Gemeinde bedeutende Mittel. Die bauliche Entwicklung verlangte Strassen. Unser Strassennetz darf sich sehen lassen.


Im Jahre 1985 konnte die Zivilschutzanlage, umfassend Kommandoposten, Bereitstellungsanlage und Schutzräume für 600 Personen eingeweiht werden. Der Geräteraum der Mehrzweckhalle und ein freistehender Kindergarten konnten gleichzeitig ihrer Zweckbestimmung übergeben werden.


Unsere Kinder besuchen den Kindergarten und die Primarschule bis zur fünften Klasse im Dorf. Im Jahr 2000 wurde das neue, helle und geräumige Primarschulhaus eingeweiht und von den Lupsinger-Schüler in Betrieb genommen.


Ab sechstem Schuljahr fahren unsere SchülerInnen nach Liestal und werden nach ihren Fähigkeiten in der Sekundarschule unterrichtet.


Eine Zierde unseres Dorfes ist der Ortskern. Laufend werden Liegenschaften zweckmässig und rücksichtsvoll den heutigen Wohnbedürfnissen angepasst. Das "Laubenhaus", Liestalerstrasse 6 und das "Schlössli", Seltisbergerstrasse 12, befinden sich unter Heimatschutz.


Auch heute darf Lupsingen als ein "nicht ohnfeines", schmuckes Baselbieter-Dorf bezeichnet werden; es zu erhalten soll uns weiterhin eine Verpflichtung sein.



 

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