Protokoll der Landratssitzung vom 5. Juni 2003 | |
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Nr. 2181
10 2003/070
Berichte des Regierungsrates vom 25. Februar 2003 und der Geschäftsprüfungskommission vom 15. Mai 2003: Rechenschaftsbericht zum Regierungsprogramm 1999 - 2003
Dieter Schenk stellt einleitend fest, dass der Rechenschaftsbericht des Regierungsrates zum Regierungsprogramm 1999-2003 sowohl in der Subko-Runde als auch in der Geschäftsprüfungskommission selbst zu heftigen Diskussionen Anlass gab. Mit Stichentscheid des Präsidenten wurde eine Rückweisung an die Regierung letztlich abgelehnt. Entscheidend für Dieter Schenk war die Überlegung, der Bericht sollte vom Landrat in "alter" Besetzung noch verabschiedet werden.
Der Bericht des Regierungsrates zeigt sich im Wesentlichen als Fleissarbeit. Was man auf fast 70 Seiten zu lesen erhält, steht - teilweise wörtlich übernommen, teilweise zusammengefasst - in einem der Amtsberichte aus der vergangenen Legislaturperiode. Im Vorspann erfährt man, der detaillierte Rechenschaftsbericht zeige, dass die anvisierten Ziele weitgehend erreicht worden sind. Um die Überprüfung, wenn auch nicht qualitativ, so doch quantitativ einfach zu gestalten, wäre es angezeigt gewesen, die Ziele aufzulisten und mit den Rubriken "erreicht", "teilweise erreicht", "nicht erreicht" und "verschoben" zu versehen.
In einer Klausurtagung philosophierte die Regierung im Jahre 1999 über die Schwerpunkte ihrer Regierungstätigkeit. In Kapitel 1.3 ist gar von einer Vision 2003 plus die Rede, und als Schwerpunkt legte die Regierung den Ausbau der Standortgunst des Kantons Basel-Landschaft fest. Zwar merkte die Regierung damals an, dieses Ziel sei nicht mit ein paar grossen Würfen zu erreichen, sondern bedinge eine Vielzahl grösserer und kleinerer Veränderungen und Verbesserungen. Im Rechenschaftsbericht finden sich allerdings nur selten Hinweise auf Schritte in die angesprochene Richtung.
Die GPK vertritt die Meinung, im Rechenschaftsbericht sollten primär die Hauptziele aufgenommen werden und die Regierung sollte mit ihren engsten MitarbeiterInnen ihre Zielsetzungen bewerten und würdigen. Damit würde weder die Systematisierung noch die Harmonisierung gestört, vielmehr könnte die Verwesentlichung gesteigert werden. Ein sechsseitiger Rechenschaftsbericht, bestehend aus einer Seite für die Gesamtregierung und je einer Seite für die einzelnen Direktionen, würde wohl eher gelesen als das vorliegende Produkt.
Die gesamte Berichterstattung an den Landrat wird im Rahmen von WoV neu diskutiert, weshalb sich die GPK erlaubte, in einem Anhang Richtlinien für die zukünftige Rechenschaftsberichterstattung zu definieren.
Die GPK empfiehlt dem Landrat, diesem Antrag die Zustimmung zu erteilen und vom Rechenschaftsbericht Kenntnis zu nehmen.
Esther Aeschlimann sieht im Rechenschaftsbericht zum Regierungsprogramm 1999-2003 im Wesentlichen einen Zusammenzug der Amtsberichte. Neues erfährt die Leserin und der Leser nicht, Aussagen zum Hauptziel, Ausbau der Standortgunst, sind nicht zu finden, genauso wenig sind Bewertungen oder Würdigungen zu anderen Zielsetzungen zu entdecken. Die SP-Fraktion vertritt die Auffassung, dass die Regierung damit eine Chance verpasst hat. Auch das neue Berichtskonzept steckt, betrachtet man es im Zusammenhang mit den Leistungsaufträgen, noch immer in den Kinderschuhen. Eine Minderheit der SP-Fraktion möchte den Rechenschaftsbericht an die Regierung zurückweisen, die Mehrheit indes folgt den Anträgen der GPK.
Daniel Wenk stimmt namens der FDP-Fraktion dem Antrag der GPK, vom Rechenschaftsbericht der Regierung sei Kenntnis zu nehmen, zu.
Ein Mittel zur Erreichung des Hauptziels eines Kantons, der Bevölkerung einen hohen Lebensqualitäts-Standard zu bieten, ist die Schaffung eines guten Wirtschaftsstandortes.
Im Lexikon findet man unter dem Begriff Rechenschaftsbericht: Begründetes System der Verantwortlichkeiten aller leitenden Mitarbeiter im Staat gegenüber dem Volk für die geleistete Arbeit. Dies Forderung dürfte der Bericht zwar abdecken, doch zeigt das Lexikon unter dem Teilbegriff Rechen auch: Rost zum Zurückhalten sperriger Gegenstände. Daniel Wenk rät für den nächsten Rechenschaftsbericht, den Rost etwas breiter zu gestalten und sich stärker auf die strategischen Ziele festzulegen.
Hans Jermann bedauert im Namen der CVP/EVP-Fraktion, dass dem übergeordneten Ziel, Ausbau der Standortgunst des Kantons Basel-Landschaft, im Rechenschaftsbericht der Regierung zu wenig Beachtung geschenkt wurde. Die Fraktion hätte sich eine Gesamtschau, einen Bericht der grossen Linien, gewissermassen eine qualitative Bilanz im Sinne eines Strategiepapiers gewünscht. Der Bericht würde dadurch lesbarer, kürzer, vielleicht noch sechs Seiten lang und gewänne damit an Aussagekraft.
Die CVP/EVP-Fraktion nimmt Kenntnis vom Bericht der Regierung und bedankt sich für die geleistete Arbeit.
Max Ritter nimmt namens der SVP-Fraktion Kenntnis vom Rechenschaftsbericht der Regierung. Die SVP-Fraktion erachtet es als besonders wichtig, dass die Regierungs- und die Mitarbeitendentätigkeit gut kommuniziert wird.
Esther Maag, grüne Fraktion, empfand das "Beackern" dieses Amtsberichtzusammenzugs eher als Strafaktion. Der Rückweisungsantrag brachte nach Auffassung von Esther Maag zum Ausdruck, dass sich die Kommission eine andere Qualität im Rechenschaftsbericht der Regierung gewünscht hätte, nämlich Äusserungen von staatspolitischer Tragweite.
RR Elsbeth Schneider-Kenel bedankt sich namens der Regierung insbesondere auch bei den SprecherInnen, welche die Wertschätzung für den von den Mitarbeitenden erbrachten grossen Aufwand zum Ausdruck gebracht haben.
Die Regierungspräsidentin ruft in Erinnerung, dass das Regierungsprogramm für vier Jahre Gültigkeit hat, während der Amtsbericht jährlich vorgelegt wird. Das Parlament wünschte eine Kürzung der früher 30 oder 40 Seiten langen Amtsberichte. Die Regierung bemühte sich in der Folge, die Nummerierungen im Regierungsprogramm mit jenen der Amtsberichte in Übereinstimmung zu bringen. Nun sollte aber das Parlament nicht einfach wieder die Spielregeln ändern, denn die Regierung müsste davon ausgehen können, dass sie während vier Jahren in derselben Art Bericht erstatten kann. Wenn auch viele Dienststellen gerne über ihre innovativen Tätigkeiten berichten würden, nimmt die Regierung den Kürzungswunsch des Parlamentes als Pflicht entgegen und wird sich überlegen, was sie in den erwähnten sechs Seiten künftig platzieren wird.
Dieter Schenk möchte keinesfalls die Spielregeln ändern, ist mit der erfolgten Berichterstattung bezüglich der Amtsberichte absolut einverstanden, erhoffte sich aber im Rechenschaftsbericht zum Regierungsprogramm konkrete Stellungnahmen zu den grossen Zielen und Antworten auf die Frage der Zielerreichung. Die GPK wünschte sich im übergeordneten Rechenschaftsbericht - statt Wiederholung aus den Amtsberichten - Aussagen über die Strategie der Regierung.
Landratspräsidentin Ursula Jäggi-Baumann geht den Rechenschaftsbericht zum Regierungsprogramm 1999-2003 titelweise durch.
Keine Wortmeldungen
://: | Der Landrat stimmt folgender, als Ziffer 1 des Antrages aufgeführten Empfehlung mit grossem Mehr zu: |
1. In künftigen Rechenschaftsberichten ist eine qualitative Würdigung der Zielerreichung in Bezug auf die im Regierungsprogramm festgeschriebenen Schwerpunkte und Absichtserklärungen (nicht der einzelnen Massnahmen) durch den Regierungsrat vorzunehmen. | |
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://: | Der Landrat stimmt Ziffer 2 des GPK-Antrages mit grossem Mehr zu: |
2. Die GPK empfiehlt dem Landrat, vom Rechenschaftsbericht zum Regierungsprogramm und vom Kommentar zum Finanzplan 1999 - 2003 Kenntnis zu nehmen. | |
Für das Protokoll:
Urs Troxler, Landeskanzlei
Fortsetzung >>>
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