Protokoll der Landratssitzung vom 19. Juni 2003 | |
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Nr. 2228
2003/141
13 Fragestunde
1. Simone Abt-Gassmann: Institut für Pathologie
Die Räumlichkeiten des Instituts für Pathologie sind bekanntermassen dringendst sanierungsbedürftig. Sicherheit und Brandschutz an den Arbeitsplätzen sind nicht mehr gewährleistet. Ein Projekt für die Verlegung des Instituts in ein anderes Gebäude ist bereits seit Ende 2002 zur Ausführung bereit. Die Sicherheitskommission "Unfallverhütung/technische Sicherheit" hielt letzten Monat in ihrem Rapport fest, dass entweder sofort das Projekt zu realisieren sei oder dringend die nötigsten Umbauarbeiten vorzunehmen seien.
Fragen:
1. | Teilt der Regierungsrat diese Einschätzung? |
2. | Aus welchen Gründen wurde das Projekt für den Umzug des Instituts in den letzten Monaten nicht weiter vorangetrieben? |
3. | Hat sich der Regierungsrat für den Umbau oder den Umzug entschieden? |
4. | In welchem Zeitrahmen kann der Regierungsrat die Sicherheit der Arbeitsplätze am Institut für Pathologie wieder herstellen? |
Zu Frage 1:
RR Elsbeth Schneider-Kenel bestätigt, auch die Regierung mache Handlungsbedarf aus, da sowohl die Raum- und Nutzungsstruktur als auch die Laboreinrichtungen nicht mehr den sicherheits- und arbeitshygienischen Vorschriften entsprechen.
Zu Frage 2:
Der Regierungsrat hat im Sommer 2002 die Vorlage für das Institut für Pathologie zurückgestellt, und die VSD damit beauftragt, eine allfällige Zusammenlegung mit Basel-Stadt zu prüfen.
Eine solche erwies sich in der Folge als nachteilig, nicht zuletzt auch aus Kostengründen.
Die Regierung stellte daraufhin Ueberlegungen hinsichtlich der Finanzierung des Projekts an.
Im Budget 2004 konnten nun die erforderlichen finanziellen Mittel eingestellt werden; womit einer Ueberweisung der Vorlage nichts mehr im Wege steht.
Zu Frage 3:
Aus den genannten Gründen wurde die Vorlage von der Regierung noch nicht verabschiedet.
Ein Umbau der bestehenden Räumlichkeiten wurde aus Kostengründen verworfen.
Vorgesehen sei, das Pathologische Institut im ehemaligen Personalhaus des Kantonsspitals Liestal unterzubringen.
Neben den betrieblichen Synergien habe die direkte Anbindung an das KSL den Vorteil, dass der laufende Spitalbetrieb nicht beeinträchtigt werde.
Zu Frage 4:
Nach Vorliegen eines rechtskräftigen Landratsbeschlusses werden rund zweieinhalb Jahre für die Vorbereitung, Planung und Realisierung benötigt.
Bei einem reibungslosen Projektablauf kann von der Inbetriebnahme der Pathologie im 2. Semester 2006 ausgegangen werden.
Simone Abt bedankt sich bei RR Elsbeth Schneider und erkundigt sich, ob sie es nicht als riskant empfinde, aus Kostengründen die Realisierung des Projekts zu verzögern.
RR Elsbeth Schneider weist darauf hin, dass es sich dabei um einen finanzpolitischen Entscheid gehandelt habe, von welchem auch diverse andere Projekte betroffen waren.
2. Madeleine Göschke-Chiquet: Deutsch-Französische Staatsvertragsverhandlungen
Nach der deutschen Verordnung betreffend den Überflug von süddeutschem Gebiet in Richtung Zürich-Kloten will die Deutsche Regierung auch das Überfliegen ihres Territoriums in der Umgebung des Flughafens Basel-Mülhausen in einem Staatsvertrag regeln. Zur Zeit laufen die Verhandlungen. Wir vermuten, dass auch unser Bundesamt für Zivilluftfahrt (BaZL) an diesen Verhandlungen beteiligt ist.
Fragen:
1. | Welches sind die Zielsetzungen der deutsch-französischen Verhandlungen? |
2. | Wie ist das BaZL an den Verhandlungen beteiligt? Wie wird der Lärm- und Risikoschutz der schweizerischen Bevölkerung um den EAP sichergestellt? |
3. | Wird sich der Regierungsrat dafür einsetzten, dass der französisch-schweizerische Staatsvertrag über den EAP mit Bestimmungen ähnlicher Zielsetzung ergänzt wird, wie Deutschland sie jetzt offenbar anstrebt? Denn es kann ja nicht sein, dass der Schutz der deutschen Bevölkerung besser abgesichert wird als derjenige der schweizerischen. |
4. | Wie weit sind die Verhandlungen gediehen und wann ist ihr Abschluss zu erwarten? |
Zu Frage 1:
RR Adrian Ballmer stellt einleitend fest, zwischen Deutschland und Frankreich bestehe bis jetzt keine staatsrechtliche Regelung über die Nutzung des Luftraumes in Süddeutschland. Die Zielsetzungen der Verhandlungen sei, die Nutzung des Luftraumes in eine rechtsgültige Regelung zu überführen.
Zu Frage 2:
Der Staatsvertrag des EuroAirports sei Sache der französischen Regierung. Die Schweiz habe Frankreich gegenüber erklärt, sie wolle an den deutsch-französischen Verhandlungen teilnehmen. Momentan werde das BAZL von der in Frankreich zuständigen Zivilluftfahrtbehörde informiert, wobei Deutschland und Frankreich nicht über die Festlegung der schweizerischen Luftraumstruktur resp. die schweizerischen An- und Abflugrouten verhandeln.
Zu Frage 3:
Die genauen Zielsetzungen der deutschen Verhandlungsdelegation sind der Baselbieter Regierung nicht bekannt, weshalb zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen möglich sind.
Für den Regierungsrat ist jedoch klar, dass die Bevölkerung, unabhängig von Nationalität und Wohnort, gleich behandelt werden muss.
Zu Frage 4:
In Unkenntnis der Situation kann sich weder der Regierungsrat BL noch das BAZL dazu äussern.
Madeleine Göschke bedankt sich beim Finanzdirektor für die Beantwortung ihrer Fragen.
Zusätzlich erkundigt sie sich, ob es zutrifft, dass bei den derzeit zwischen Deutschland und Frankreich geführten Verhandlungen Deutschland Einschränkungen der Ueberflugsrechte - analog dem Zürchermodell - vorsieht, was sich für den EuroAirport sehr nachteilig auswirken würde.
RR Adrian Ballmer verweist darauf, dass Deutschland und Frankreich nicht ausschliesslich an die Regio Trirhena angrenzen und damit nicht in erster Linie über Basel diskutieren, was auch der Grund dafür ist, dass die Schweiz in die Verhandlungen nicht mit eingebunden wird.
3. Walter Jermann-Strauss: Personalbestand Polizei-Posten Laufen
Täglich werden am Bahnhof Laufen an Jugendliche, die ab den Zügen kommen, von Personen, die sich im Durchgangsheim befinden, weiche Drogen angeboten. Von einigen Gemeindebehörden und Schulpflegen wurde ich auf dieses Problem aufmerksam gemacht.
Fragen:
1. | Wann wird der PP Laufen mit dem versprochenen Personal aufgestockt? (Anlässlich der Orientierung betr. Durchgangsheim wurde dies garantiert) |
2. | Wenn keine Aufstockung stattfindet, was ist der Grund zur Umkehrung? |
3. | Ist sich das Kommando bewusst, dass sich die Laufentaler hintergangen fühlen? |
4. | Ist es den verantwortlichen Polizeibehörden bewusst, dass hier Jugendliche im 13. Altersjahr mit diesen Drogenhändlern in Kontakt kommen? |
5. | Was unternimmt die Baselbieter Polizei, damit dieser Umstand auf dem Bahnhofgelände unterbunden wird? |
Zu Frage 1:
RR Andreas Koellreuter merkt an, der Polizeistützpunkt Laufen beschäftige als Bestand der Sicherheitsabteilung I aktuell 61 Mitarbeitende.
Im Laufental, einem geographischen Sonderfall, wurde infolge der Interventionswege von Beginn an ein höherer Personalbestand gewählt, als die Kriminalitätslage dies erfordern würde.
Somit beschäftigt der Stützpunkt Laufen derzeit 11, derjenigen Grellingens 1 MitarbeiterInnen.
Mit der Platzierung des Durchgangszentrums in Laufen entstand ein lokaler Brennpunkt, bei dem zuerst Erfahrungswerte erhoben werden mussten, um eine Beurteilung der Personalzumessung des Polizeistützpunktes Laufen vornehmen zu können.
Die Beurteilung ergab, dass der Laufentaler Bestand von 12 Mitarbeitenden um eine Person aufzustocken ist, wenn es die Kriminalitätsrate in Zusammenhang mit dem Durchgangszentrum erfordern würde, was momentan aber nicht der Fall ist.
Zu Frage 2:
Seit Inbetriebnahme des Durchgangsheims haben die Ladendiebstähle in der Region leicht zugenommen. Die Polizei hat mit gezielten Massnahmen darauf reagiert.
Gegenüber vergleichbaren Regionen ist im Laufental keine überdurchschnittliche Zunahme der Kriminalität zu verzeichnen, dies zeigt eine Vergleichsstatistik zwischen den Stützpunkten Laufen, Pratteln, Münchenstein und Arlesheim.
Mit dem jetzigen Personalbestand der Sicherheitsabteilung I präsentiert sich die Auslastung der MitarbeiterInnen ziemlich ausgeglichen.
Eine Verbesserung der Kriminalitätsrate ist mit einer Personalverschiebung zum Polizeistützpunkt Laufen nicht zu erreichen, gezielte Schwerpunktaktionen haben jedoch zu einer Kontinuität im Laufental geführt.
Zu Frage 3:
Am 25. April 2003 haben Generalsekretär und Polizeikommandant der JuPoMi an der Zusammenkunft der Gemeindepräsidenten im Laufental teilgenommen.
Dabei hat auch eine Aussprache bezüglich Personalzuteilung und Einsatztaktik der Polizei stattgefunden.
Anlässlich des Gesprächs war nie die Rede davon, dass sich die Gemeindebehörden des Laufentals hintergangen fühlen.
Zu Frage 4:
Aktuell ist eine geringe Zunahme des Handels mit leichten Drogen zu verzeichnen; was allerdings auf das gesamte Kantonsgebiet zutrifft.
Die Polizei BL hat bereits Massnahmen zur Verbesserung der Situation eingeleitet.
Zu Frage 5:
In Zusammenarbeit mit der Kriminal- und Verkehrspolizei wird die Sicherheitspolizei weiterhin gezielte Schwerpunktaktionen durchführen.
Walter Jermann bedankt sich für die Beantwortung der Fragen und bemerkt, dass ihn das Gesagte nicht vollumfänglich zufrieden stelle.
Für das Protokoll:
Ursula Amsler, Landeskanzlei
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