Protokoll der Landratssitzung vom 20. Februar 2003 | |
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Nr. 2009
Begrüssung
Landratspräsidentin Ursula Jäggi-Baumann begrüsst die Kolleginnen und Kollegen, Frau Regierungspräsidentin, die Herren Regierungsräte sowie die MedienvertreterInnen und die Gäste auf der Tribüne herzlich zur Landratssitzung.
Mitteilungen
Neuer lic. phil. hist.
Ursula Baumann-Jäggi gratuliert Olivier Rüegesegger zu den bestandenen Lizentiatsprüfungen.
Rücktritt als Richter am VGS
Dr. Dieter M. Troxler erklärt in einem Schreiben seinen sofortigen Rücktritt als Richter am Verfahrensgericht für Strafsachen. Der Demissionär, der seinen Rücktritt nicht begründet, bittet den Landrat, eine Ersatzwahl zu veranlassen.
Entschuldigungen
Ammann Franz, Brassel Ruedi, Friedli Thomas, Klein Uwe, Nufer Juliana, Reber Isaac, Van der Merwe Judith und Zwick Peter
StimmenzählerInnen
Seite FDP: Jacqueline Halder
Seite SP: Toni Fritschi
Mitte/Büro: Daniela Schneeberger
Traktandenliste
Rita Bachmann nimmt Bezug auf die schriftlich angekündigte zweite Lesung zum Geschäft "Erhöhung der gesetzlichen Kinderzulagen", Kommissionsbericht 2002/213A. Das Problem bei diesem partnerschaftlichen Geschäft liegt im Umstand begründet, dass der Beschluss formell von jenem des Grossen Rates abweicht. Das Basler Parlament hat noch während seiner Beratungen festgestellt, dass für Basel eine rückwirkendes Inkrafttreten auf den 1. Januar 2003 nicht möglich ist. Dazu ist anzumerken, dass der Beschluss des Grossen Rates dem Referendum unterstellt ist, das ab jenem Zeitpunkt läuft, da die Beschlüsse beider Räte rechtskräftig sind. Der Beschluss des Landrates vom 6. Februar konnte nicht rechtskräftig werden, weil Baselland ein rückwirkendes Inkrafttreten beschlossen hatte, während die Stadt die Kompetenz zur Festlegung des Inkraftsetzungsdatums dem Regierungsrat übertragen hatte.
Die beiden Präsidien kamen angesichts dieser Ausgangslage zum Schluss, dass der Landrat sinnvollerweise heute, am 20. Februar, seine 2. Lesung durchführen und § 2 der Gesetzesänderung so ändern sollte, dass die Regierung das Inkraftsetzen festlegen kann. Als Termin wurde eindeutig der 1. Juli kommuniziert.
Offenbar ist nun gegen dieses Vorgehen, das eine Zweidrittelsmehrheit des Rates bedingt, Opposition entstanden. Zwar hat auch die CVP/EVP-Fraktion keine Freude daran, dass die Kinderzulagen erst ab Juli ausbezahlt werden, doch wünscht sich die Präsidentin der Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission sehr, dass auf wahltaktisches Geplänkel verzichtet und dem Vorschlag, das Geschäft heute in 2. Lesung zu beschliessen, zum Durchbruch verholfen wird.
Eric Nussbaumer gibt bekannt, dass eine deutliche Mehrheit der SP-Fraktion gegen eine erneute Traktandierung des Geschäftes stimmen wird. Der SP ist es ein Anliegen, ihre Überlegungen einerseits zum Thema rückwirkende Inkraftsetzung und andererseits zum Thema "Partnerschaftliches Geschäft" darzulegen:
Die Rückwirkung des Geschäftes erachtet die SP als fadenscheiniges Argument. Die Geschichte der Vorlage zeigt auf, dass der Landrat das Geschäft im Januar 2001 mit der eindeutigen Auflage überwiesen hat, die Kinderzulagen seien auf 1. Januar 2002 zu erhöhen. Im Dezember 2001 entschied der Regierungsrat auf Antrag der Zentralen Aufsichtskommission, in welcher ArbeitnehmervertreterInnen und ArbeitgebervertreterInnen paritätisch vertreten sind, die Erhöhung auf den 1.1.2003 zu planen. Die im September 2002 erschienene Vorlage basierte auf diesem, von der ZAK im ersten Halbjahr 2002 getroffenen paritätischen Entscheid. Die einzige stichhaltige Begründung sieht Eric Nussbaumer beim Parlament selbst beziehungsweise bei der Kommission, die es versäumt hat, die Vorlage bereits im Dezember zu beschliessen. Künftig sollten Direktiven von aussen - wenn überhaupt - vor der Diskussion im Parlament entgegen genommen werden. Nicht angebracht erscheint der SP die Kommunikation von aussen mit Herrn Gysin, der im vorliegenden Fall die Verfassung hoch halten will, was ihm in anderen Fällen weniger wichtig ist
Aus Sicht der SP besteht in Sachen Partnerschaft absolut keine Differenz, BL und BS sind sich materiell einig. Man könnte sich auch fragen, was denn falsch wäre, wenn sich die Stadt mal dem Baselbieter Tempo anschliessen würde, und was denn falsch wäre, wenn die geringfügige Differenz stehen gelassen würde. Anlässlich der Änderung der Geschäftsordnung des Landrates vom Januar 2001 wurde ausgeführt:
Nun lässt sich bei gewissen partnerschaftlichen Geschäften auch mit insbesondere relativ geringfügigen Differenzen in den Beschlüssen der beiden Parlamente durchaus leben.
Die SP ist angesichts der sehr geringfügigen Differenz der Auffassung, dass für eine weitere Traktandierung des Geschäftes heute kein Anlass besteht.
Rita Kohlermann unterstützt namens der FDP-Fraktion einstimmig das von der Präsidentin der Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission vorgetragene Prozedere, nachdem die Fraktion bereits anlässlich der letzten Sitzung auf die grosse Opposition der Unternehmerschaft gegen eine rückwirkende Inkraftsetzung hingewiesen hat.
Elisabeth Schneider muss feststellen, dass das Geschäft nach einigen Informationspannen aus formellen Gründen leider nicht auf den 1.1.2003 in Kraft gesetzt werden kann. Die CVP kommt auf den Entscheid zurück, obwohl der spätere Inkraftsetzungstermin nicht den familienpolitischen Grundsätzen der CVP Baselland entspricht.
Jörg Krähenbühl spricht sich namens der SVP-Fraktion mit der bereits von der Kommissionspräsidentin vorgetragenen Begründung für eine Traktandierung des partnerschaftlichen Geschäftes "Erhöhung der Kinderzulagen" aus.
Heinz Mattmüller schliesst sich im Wesentlichen den Ausführungen Eric Nussbaumers an. Für die Schweizer Demokraten ist das Geschäft beschlossen, sie werden heute nicht ein weiteres Mal darauf eintreten.
Madeleine Göschke unterstützt namens der grünen Fraktion die Darlegungen von Eric Nussbaumer. Die Grünen orten nicht ein verfassungsrechtliches, sondern ein Problem der Unternehmerschaft.
Ursula Jäggi gibt bekannt, dass ein Zweidrittelsmehr der Anwesenden für eine Änderung der Traktandenliste erforderlich ist:
Präsenz: 80
Quorum: 54
://: Mit 46 zu 32 Stimmen wird die Zweidrittelsmehrheit nicht erreicht. Das Geschäft "Erhöhung der gesetzlichen Kinderzulagen" gelangt folglich nicht auf die Traktandenliste.
Für das Protokoll:
Urs Troxler, Landeskanzlei
Nr. 2010
Nr. 2011
Fortsetzung >>>
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