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Böden bestehen aus: mineralischen Bestandteilen, organischen Bestandteilen (Humus), Lebewesen, Wasser und Luft. Die Böden bilden sich unter dem Einfluss der verschiedensten Umweltfaktoren im Verlauf von Jahrtausenden. Die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften verändern sich horizontal und vertikal in unterschiedlichem Mass. Entsprechend ist jedes Stück Boden einzigartig.
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Der Boden besteht ungefähr zur Hälfte aus Hohlräumen, wobei diese "Poren" unterschiedliche Grössen aufweisen. Nur wenige sind von Auge sichtbar; die meisten sind mikroskopisch klein. Sie sind entweder mit Wasser oder mit Luft gefüllt.
Viele Hohlräume werden durch die Lebewesen im Boden gebildet und bewohnt. Die unzähligen Risse und Gänge werden von einem dichten Netz feinster Wurzelhaare und Pilzfäden durchzogen.
Warum ist Boden wichtig?
Ohne viel über den Boden zu wissen, wohnen, arbeiten und leben wir auf ihm.
Wagt man jedoch den Blick unter die Bodenoberfläche, so zeigt sich eine faszinierende Welt: Unzählige Organismen, von Bakterien und Pilzen über Insekten und Regenwürmer bis hin zum Maulwurf beleben und bearbeiten den Boden. Zusammen mit der Vegetation, dem Klima, dem Wasser und dem Relief sorgen sie dafür, das aus unbelebtem Ausgangsgestein belebter Boden wird. Diese Prozesse spielen sich in sehr langen Zeiträumen ab: In 1'000 Jahren bilden sich nur etwa 10 Zentimeter Boden.
Im wesentlichen lassen sich folgende Bodenfunktionen unterscheiden:
Boden als Untergrund
Der Boden dient als Grundlage für die Land- und Forstwirtschaft, und als Untergrund für alle durch den Menschen erstellten Bauten (Gebäude aller Art, Infrastruktureinrichtungen, Verkehrswege etc.).
Daneben liefert er auch Rohstoffe wie Lehm, Sand, Kies und Bodenschätze aller Art.
Boden als Lebensraum
Eine zentrale Funktion kommt dem Boden als Lebensraum und Lebensgrundlage für Mikroorganismen, Tiere und Pflanzen zu. Durch die Vielfalt der Organismen verfügt er über eine immense Biodiversität. In jedem Gramm Erde leben viele Millionen von Organismen! Den Lebewesen kommt eine herausragende Bedeutung in der Entwicklung der Böden zu. Regenwürmer z.B. können ihre Röhren mehr als einen Meter tief bohren. In einem Kubikmeter gesundem Wiesenboden lassen sich bis zu 400 m Wurmröhren finden. Diese belüften den Boden und sorgen dafür, dass überschüssiges Regenwasser rasch abfliessen kann, wobei es zugleich gereinigt wird.

Ohne Lebewesen entsteht kein Boden; andererseits gäbe es ohne Boden auch keine höher entwickelten Landlebewesen!
Entsprechend ist der Boden ein wichtiges erbgeschichtliches Archiv.
Anders formuliert: Boden ist Leben!
Boden als Regler von Kreisläufen
Boden ist ein wichtiger Faktor im ständigen Stoff- und Energiefluss des Ökosystems. In ihm werden verschiedenste Stoffe gefiltert, gereinigt gespeichert, um- und abgebaut. Er wirkt demnach wie ein Schwamm für Wasser und Nährstoffe. Bei unsachgemässer Bewirtschaftung (z. B. durch zu schwere Maschinen) werden die Poren zerdrückt, so dass der "Schwamm" zerstört wird. Dadurch werden der Luft- und Wasserhaushalt, wie auch die Bodenfruchtbarkeit massiv beeinträchtigt.
Boden als Gedächtnis
Der Boden erfüllt in unserer Kulturlandschaft die Rolle eines geschichtlichen und kulturellen Gedächtnisses. In ihm werden Gegenstände und Gebäude früherer Kulturen konserviert, und es lassen sich auch durch den Menschen bedingte Veränderungen an der Kulturlandschaft erkennen (z.B. die Entfernung von Hochstammkulturen). Der Boden vergisst nicht: Altlasten erinnern uns an zivilisatorische Sünden vergangener Jahrzehnte. Böden können auch vergangene erdgeschichtliche Zeiten widerspiegeln: Zeugen dafür sind unter tropischen Klimabedingungen entstandene Böden.
Boden im Ökosystem
Die folgende Grafik zeigt die Stellung und Entwicklung des Bodens innerhalb des Ökosystems:

Nutzung und Schutz
Der Boden wird auf unterschiedlichste Weise durch den Menschen genutzt: nachhaltig, sanft, intensiv oder auch zerstörerisch. Daraus ergibt sich für die jeweilige Kulturlandschaft ein Abbild der vergangenen, jeweils vorherrschenden Nutzung des Bodens.
Zurzeit wird im schweizerischen Mittel pro Sekunde mehr als ein Quadratmeter Boden verbaut (im Kanton Basel-Landschaft sogar 1.6 m2/s)! Dadurch verschwinden pro Jahr in der Schweiz rund 3'000 Hektaren natürlichen Bodens: oft sehr gute und fruchtbare Böden, die irreversibel verloren gehen. Bodenfachleute und Raumplanungskreise fordern daher seit Jahren einen haushälterischen, bzw. nachhaltigen Umgang mit dem Boden.
Die Fläche ist zu erhalten und der Fruchtbarkeit und den Funktionen ist Sorge zu tragen. Das ist jedoch nur möglich, wenn der Boden grossflächig und in seiner Qualität erhalten bleibt.
Boden ist ein Teil der Umwelt den es zu schützen gilt, wie andere Teile oder Bereiche des Ökosystems auch.
Die neue Bundesverfassung enthält keinen direkten Hinweis auf die Bodenfruchtbarkeit als schützenswertes Gut.
Hingegen ist der Bodenschutz in zwei Bundesgesetzen zentral verankert:
- | Das Bundesgesetz über den Umweltschutz (USG) erwähnt ausdrücklich die Erhaltung der Fruchtbarkeit des Bodens. |
- | Das Bundesgesetz über die Raumplanung (RPG) fordert eine haushälterische Nutzung des Bodens. |
Auch auf internationaler Ebene sind Bestrebungen zum Schutz des Bondens und zu dessen nachhaltiger Nutzung im Gange. Mehr Informationen dazu unter
www.blw.admin.ch/themen/00010/00071/00128/00257/index.html
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