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Kunstführer Münchenstein || Dorfplan


 

Münchenstein: Das ehemalige Schloss (heute Burgruine)
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Die Burg lässt sich auf Grund der früheren Bilddokumente und der spärlich erhaltenen Mauerreste einigermassen rekonstruieren. Der schmale Felsrücken erlaubte keine grosse Ausdehnung in der Breite und Länge. Wollte man die Geländeformation wehrtechnisch günstig ausnützen, musste man den Mauerring den steilen Felspartien entlang führen. Deshalb war man auch gezwungen, die Bauten innerhalb der Wehrmauer in die Höhe zu führen. Die alten Ansichten täuschen aber in dieser Hinsicht. Jedenfalls blieb der Gründungsbau während Jahrhunderten unverändert. Auf der höchsten Kuppe erhob sich der Bergfried, ein massiver Rundturm, der durch einen Hof vom mehrstückigcn Wohnbau getrennt war. Gegen Norden, um einen Geländeabsatz niedriger, folgte ein weiterer Hof, der durch ein Gebäude mit Pultdach abgeschlossen war. Die letzte Hofanlage in gleicher Richtung war wiederum niedriger angelegt und erstreckte sich bis zum Basler Tor hinunter. Diese Hoffolge lässt sich zum Teil heute noch im Osten an der abgetreppten Zinnenmauer ablesen.

 

Der Zugang zum Schloss führte vom Dorf her neben der alten Zehntentrotte hinauf zum ersten Burgtor und von dort, dem Hauptbau entlang, bis zum inneren Tor mit Fallbrücke. Südlich des Bergfrieds befand sich ein weiterer Bautrakt als Abschluss über steiler Felswand, westlich davon ein überhängender Erker. Das allseitig bewehrte Schloss diente mit seinen Vorhöfen in Kriegszeiten als Refugium für die Dorfbewohner. Die heutige Ruine besteht nur noch in wenig aufgehendem Steinwerk, so im Nordosten hinter dem Pfarrhaus (leider durch Wohnhäuser verbaut), dann auf der Südseite, zum Teil neu aufgemauert. Nach dem Auszug des Vogtes 1798 fand die Gemeinde als neue Besitzerin für das Schloss keine Verwendung, gab es für die Versteigerung frei und überliess es den Käufern von 1811 bis 1840 als Steinbruch. Damit war das Schicksal der pittoresken und für die Gegend typischen Burganlage besiegelt.


Nordansicht von Münchenstein.
Getuschte Zeichnung von Emanuel Büchel, 1738

 


 

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