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Weiherschloss Bottmingen


 

Weiherschloss Bottmingen (renoviert): Sanierungsphilosophe
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Der Kanton Basel-Landschaft besitzt über dreihundert Gebäude, für die das kantonale Hochbauamt zuständig ist. Nur gerade 23 davon können als Kulturdenkmäler eingestuft werden, drei davon sind Schlösser. Eine Instandsetzung solcher Bauten, die in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege erfolgt, verlangt von allen Beteiligten ein hohes Mass an Verantwortung, Kenntnissen und Engagement - eine spannende Herausforderung.

 

Im Weiherschloss Bottmingen waren die bereits 1988 eingeleiteten grösseren betrieblichen und haustechnischen Sanierungen bestimmt durch immer stärker werdende Ansprüche der Nutzer und Behörden, sei es wegen optimaleren Betriebsabläufen, kürzerer Lebensdauer von technischen Infrastrukturen sowie zusätzlicher technischer Normen und Gesetze (Energiegesetz, Gebäudeversicherung, Schallschutz, Behindertengerechtes Bauen etc.). Letztere, Normen und Gesetze, grundsätzlich meist für Neubauten entwickelt, machen die Erarbeitung eines Sanierungskonzepts zur Erhaltung kulturell wertvoller Bausubstanz nicht immer leicht. Auch erforderte das Bauwerk, bedingt durch kontinuierliche Alterung trotz ständigem Unterhalt zu gegebener Zeit die Erneuerung gewisser Teile. Grössere Unterhaltsarbeiten zur Erhaltung der Bausubstanz und zur Gewährleistung des Betriebes waren unumgänglich. Auslöser für Bauarbeiten an einem historischen Gebäude sind somit immer viele Faktoren, diese bestimmen auch die Ausführung und deren Komplexität.


Die nun ausgeführten Sanierungsmassnahmen umfassten im Wesentlichen die Sanierung von Dach und Fassade sowie bauliche Eingriffe in den Personalzimmern im Dachgeschoss, ausgelöst durch brandschutztechnische Anforderungen. Aus denkmalpflegerischer und ökologischer Sicht stand das Bewahren der Substanz bei der gesamten Sanierung im Vordergrund. Die Orginalsubstanz wurde soweit als möglich erhalten, indem nur schadhafte Bauteile renoviert oder ersetzt wurden. So wurden im Dachstuhl nur einzelne faule oder schädlingsbefallene Teile der Holzkonstruktion durch neue Balken, sogenannte "Prothesen" ersetzt. Der Fassadenputz wurde nur an den schadhaften Stellen erneuert. Die vorhandene Putzstruktur mit typischen Unebenheiten blieb bestehen, es sieht immer noch alt aus.


Denn welcher Besucher hätte es verstanden, wenn die Fassade mit einer Aussenisolation und einem neuen ebenen Verputz versehen worden wäre? Bei einer normalen Gebäudesanierung üblich, vom Energiegesetz her aufgrund der schlechten vorliegenden Isolationswerte gefordert. Und so bleibt hinter den dicken Schlossmauern das typische Raumklima erhalten. In den Sommermonaten eine angenehme Kühle für das hitzige Schlossgespenst, in den Wintermonaten zieht die zarte Prinzessin wollene Strümpfe an, diese zwicken zwar, spenden bei Bedarf jedoch die notwendige Wärme. In diesem speziellen Fall bilden historische Gebäude eben die Ausnahme der Regel, und jeder versteht es, weil es verhältnismässig ist, weil es ehrlich ist.


Die grossen Bau- und Sanierungmassnahmen am Weiherschloss Bottmingen sind nun abgeschlossen. Das Gebäude ist in einem guten und soliden Zustand. Die Zukunft wird geprägt sein durch Unterhaltsarbeiten an Gebäude und Anlage. Diese werden weiterhin notwendig sein, damit Besucherinnen und Besucher des Weiherschloss Bottmingen sich noch lange am frischen Anblick der Gesamtanlage erfreuen können.



Marie-Theres Caratsch
Kantonsarchitektin

 


 

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