Portrait Arxhof

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Der Arxhof ist eine Vollzugseinrichtung des Konkordates der Nordwest- und Innerschweiz. Es werden 46 Plätze angeboten. Aufgenommen werden junge Erwachsene, die aufgrund von Art. 61 E-StgB eingewiesen werden sowie solche mit einer Suchtproblematik, die einer Massnahme nach Art. 60 bedürfen. Daneben gehören Jugendliche, die mit einer Massnahme nach Art. 15 JStG belegt sind (Art. 16 Abs. 3 JStG), zur Klientel dieser Einrichtung. Selten sind Einweisungen gemäss Art. 307 oder 405 ZGB. Es handelt sich um eine vollständig offene, abstinenzorientierte Einrichtung des Massnahmenvollzugs. Die Bewohner werden mit normalen Lebensbedingungen konfrontiert: Arbeitszeiten, Anforderungen an die Produktivität sowie Aufgaben und Pflichten im Wohnpavillon. Das Leben in übersichtlichen Gruppen wird in täglichen und wöchentlichen Gesprächen aufgearbeitet. Die Bewohner sind in Pavillons mit jeweils 8 bis 12 Plätzen untergebracht. Eingeübt wird hier die Übernahme von Verantwortung für die Gruppe. Die Grundlage des Behandlungsangebots bildet das Sozial-Therapeutische Milieu (STM).  Ein System von verschiedenen Organen, Angeboten und Regeln fördert die Identifikation des Bewohners mit dem Arxhof. Damit soll ein Maximum an Mitverantwortung der Bewohner für ein drogenfreies, gewaltfreies und subkulturfreies Klima erreicht werden. Zudem bietet das Sozial-Therapeutische Milieu vielfältige Lösungs- und Lernmodelle an. Die Mitsprache an wichtigen Entscheidungen der Institution wird durch den Einsitz im Delegiertenrat und im Kulturrat und die Mitarbeit bei der Vorbereitung verschiedener Foren gesichert.


Das Stufenkonzept fordert vom Bewohner zunehmende Übernahme von Selbstverantwortung und die Verbesserung sozialer Kompetenz.


Während des Aufenthaltes im Eintrittspavillon erfolgt die Diagnostik und Integration in den Arxhof, anschliessend tritt der Bewohner in einen Stammpavillon über. Im Pavillon Pegasus geht es um die Behandlung von Gewalt, Dissozialität und Tatkonfrontation. Im Pavillon Helios um die Behandlung von Sucht, Dissozialität und Tatkonfrontation. Im Pavillon Chronos um die Behandlung multipler Bilder der Devianz. Die Externate dienen der Austrittsvorbereitung (z.B. Stellensuche, Wohnungssuche, soziales Netz) und der Erprobung der sozialen Kompetenzen.


Der Arxhof hat ein phasenspezifisches und modular aufgebautes Behandlungsprogramm. Das Stufenkonzept wird mit der Verlaufsplanung kombiniert. Für die Stufen werden Lernziele definiert. Deren Erfüllung ist Voraussetzung für das Vorankommen im Programm und den damit zusammenhängenden Vergünstigungen und Privilegien. Die Hauptmodule heissen "Risikoeinschätzung", "Sucht", "Delikt- und Strukturarbeit", "Rückfallverhinderung" und "Förderplanung". Diese beinhalten wiederum Teilmodule. Ebenfalls verpflichtend ist die Teilnahme an den störungsspezifischen Gruppen (Gewalttätergruppe, Abstinenzgruppe, Strukturgruppe), die modular und zielorientiert arbeiten.


Die berufsgruppenspezifischen Schwerpunkte - die Sozialpädagogik mit dem Hauptfokus des sozialen Lernens, die Psychotherapie mit demjenigen der intrapsychischen Spannungsregulation - sind durch spezifische Gefässe und Interventionsabläufe eng miteinander vernetzt.


Ein weiteres Gefäss stellen die Familiengespräche dar, die auch zu einer Familientherapie vertieft werden können.


Die berufliche Ausbildung geniesst einen hohen Stellenwert. Die Einrichtung führt dazu eigene Lehrbetriebe mit einem Angebot von 21 verschiedenen Lernberufen und einer eigenen Berufsschule. Mit wenigen Ausnahmen können alle Berufe intern geschult werden. Dieses Angebot ermöglicht eine schnelle Einschulung und einen raschen Lehrbeginn ohne damit auf eine angemessene Bewegungsfreiheit des Bewohners Rücksicht nehmen zu müssen. Die Kleinklassen ermöglichen ein optimales Eingehen auf die meist sehr grossen schulischen Defizite unserer Bewohner.


Die Angebote der 3 Bereiche "berufliche Ausbildung", "Sozialpädagogik" und "Psychotherapie" sind sehr gut vernetzt.


Grundsätzlich wird bei Aufnahme die Bereitschaft vorausgesetzt, auf den Konsum von Drogen aller Art, auch von Alkohol und auf Androhung oder Ausübung von Gewalt zu verzichten. Suchtmittelabhängige mit ausgeprägtem Muster führen vor Aufnahme einen somatischen Entzug durch.



 

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