Kulturdenkmäler in Münchenstein |
|
> Denkmalpflege || Inventar Kulturdenkmäler BL || Kulturdenkmäler Münchenstein |
|
Ortskern, Müchenstein - Geschichtliche Entwicklung
Die Gegend um Münchenstein war schon in keltischer, sicher in römischer Zeit besiedelt. Die Ortschaft wurde 1196 mit ihrem früheren Namen, "Kekingen", erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort kam an den Basler Bischof, der damit die Familie Münch belehnte. Diese erbauten gegen Ende des 13. Jhs auf dem Felsen ihre Burg. Am Fuss des Felsens gründeten die Herren von Münchenstein eine Stadt, welche sich aber nur rudimentär entwickelte. Immerhin geht die Anlage des historischen Ortskerns darauf zurück. Nach dem Verkauf der Herrschaft an Basel (1515) wurde ein Landvogt eingesetzt, der bis zu seiner friedlichen Absetzung hier residierte (1798). Nach der Aufhebung der Alten Ordnung wurde das Schloss versteigert und teilweise abgebrochen, so dass nur noch niedrige Mauerreste erhalten geblieben sind. Nach der Helvetik bildete Münchenstein einen Teil des Unteren Bezirks und kam bei der Kantonstrennung an den landschaftlichen Bezirk Arlesheim. Trotz der markanten Zunahme der Bevölkerung Münchensteins, der Verstädterung der Gemeinde und der Zersiedlung weiter Gebiete hat der historische Ortskern sein Erscheinungsbild und Gefüge weitgehend bewahren können. Vor allem ist die Anlage des ehemaligen Städtchens, welches von einem heute stillgelegten Graben und zwei heute abgebrochenen Stadttoren eingefasst wurde, noch klar ersichtlich. |
| |
| ||
Der heutige Ort
Das in Zusammenhang mit dem Schloss gegründete Städtchen gruppiert sich kreisförmig zu Füssen der Burgruine. Am hier steil gegen Westen abfallenden Hang staffeln sich in dichter Anordnung ein paar stattliche, teilweise auf das 15./16. Jahrhundert zurückgehende Bauten, die trotz ihrer Umnutzung ihr ursprüngliches Erscheinungsbild weitgehend bewahrt haben. Dies gilt insbesondere für die breitgelagerte "Zehntentrotte", welche in schräger Anordnung inmitten des Ortskerns steht und mit ihrem grossen Rundbogentor besonders auffällig ist. Die Trotte kann im Rahmen des Europäischen Tag des Denkmals besichtigt werden. Unterhalb der Landstrasse staffelt sich eine verschachtelte, dichtgedrängte Bebauung kleiner, zweigeschossiger Wohnhäuser, die vermutlich auf ältere, ähnliche Bauten zurückgehen. Sie fassen mehrere kleine Plätze ein, die durch Gassen verbunden werden. Der nördliche Ortsrand wird durch ein neueres Mehrfamilienhaus gebildet, welches diese Stelle jedoch klar markiert. Leider teilt das breites Asphaltband der Hauptstrasse, welche quer durch den historischen Kern verläuft, den ehemals kompakten Kern in zwei Teile. Diesem ältesten Ortsteil ist eine Art "Vorstadt" vorgelagert, wo sich entlang der Landstrasse und einer parallelen Hintergasse eine dichte Zeilenbebauung in traufständiger Anordnung aufreiht. Diese ehemals bäuerliche, aus dem 18./19. Jahrhundert stammende Bebauung wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts zu Wohn- und Gewerbezwecken umgebaut und teilweise durch Neubauten ergänzt, welche sich in Volumen und Stellung an die Bebauungsstruktur angepasst haben. Dem nördlichen Ortsrand ist im Schatten des Schlossfelsens eine kleine Baugruppe aus dem 16. - 18. Jahrhundert mit dem ehemaligen Pfarrhaus vorgelagert. Diese dichtgedrängte, aber guterhaltene Bebauung stellt die Verbindung zur reformierten Kirche her, einem anfangs des 15. Jahrhunderts auf Vorgängerbauten errichteten spätgotischen Gotteshaus, das von einem ummauerten Friedhof eingefasst wird. Besonders eindrücklich ist auch die geradlinige, von einer Baumreihe gesäumte Auffahrt von der Birsbrücke zum historischen Ortskern hinauf. Aufgrund der Situierung Münchensteins auf dem steil abfallenden Schlossfelsen besitzt der historische Ortskern, vor allem die östliche Randbebauung, grosse Weitwirkung, insbesondere da er auf drei Seiten von noch nicht überbauten Nahumgebungen eingefasst wird. Die räumlichen Qualitäten der Ortschaft liegen in der noch klar ablesbaren Kreisform der ehemaligen Stadtanlage, wo sich zu Füssen der Burgruine eine dichtgedrängte Bebauung den Felsen hinaufstaffelt und im unteren Teil einige kleine, von Gassen verbundene Plätze einfasst. Die räumlichen Qualitäten des Ortskerns werden durch die regelmässige, traufständige Zeilenbebauung der Vorstadt ergänzt. | ||
| ||
Als ehemaliges Städtchen mit befestigtem Schloss, das dem Landvogt als Sitz diente, besitzt Münchenstein besondere historische Qualitäten, welche sich in der kunsthistorisch bedeutenden Architektur der Kirche und der Altbauten im Ortskern ausdrückt. Der Ortskern hat sein Bebauungsmuster weitgehend bewahren können. Die Vorstadt ist in einer dem Bebauungsmuster angepassten Art ergänzt und ersetzt worden. | ||
| ||
| ||
| ||