Chronik für den Monat November 1955 | |
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1. | Das Gut Breitenhof bei Buus geht in den Besitz der Schweizerischen Eidgenossenschaft über. Es soll Versuchsanlagen vor allem für den Kirschen- und Zwetschgenbau aufnehmen. |
6. | In Oberwil feiert das Ehepaar Düblin-Degen die diamantene Hochzeit. |
8. | Der Regierungsrat ermächtigt die Erziehungsdirektion zu Verhandlungen mit der Gemeinde Waldenburg, die infolge der Verlegung der Realschule nötig sind, und fordert zugleich die Gemeinde Oberdorf auf, die Pläne für den Schulhausbau erstellen zu lassen. |
10. | Eine Versammlung von Vertretern der interessierten Gemeinden beschliesst, den Sitz im Verwaltungsrat der Hardwasser AG, der den Gemeinden reserviert ist, Muttenz zu überlassen. Infolge des regen Interesses der Gemeinden überlässt der Regierungsrat 20% und nicht nur 10% des Baselbieter Anteils am Aktienkapital den Gemeinden. |
10. | Das Tankschiff «Coulon » der Reederei Lloyd AG, Basel, bringt die millionste Tonne Ladegut des Jahres 1955 in die basellandschaftlichen Rheinhäfen, während 1954 im ganzen nur 950'000 Tonnen umgeschlagen worden sind. |
11. | Am Abend eines Dreschtages brennt das Ökonomiegebäude des Weiherhofes in Arisdorf nieder. Den Brand hat die Dreschmaschine verursacht, die in der Scheune gestanden hat und verbrannt ist. |
11. | Der Regierungsrat macht dem Eidgenössischen Departement des Innern zum Bundesratsbeschluss über den Ausbau des schweizerischen Hauptstrassennetzes neue Vorschläge. |
12./13. | Im zweiten Wahlgang wird bei einer Stimmbeteiligung von 58,22% als Ständerat mit 11'360 Stimmen der Sozialdemokrat Emil Müller [Kurzbiographie], Architekt in Gelterkinden, gewählt, während Wilhelm Zimmer, Architekt in Birsfelden, der im ersten Wahlgang die grösste Stimmenzahl erreicht hat, 8'972 Stimmen erzielt. |
15. | Die landrätliche Kommission lehnt die Motion Herbert Gutzwillers von der «Aktion Basel», der eine Volksabstimmung über die Frage verlangt, ob der Landrat bei den eidgenössischen Räten ein Wiedererwägungsgesuch zum Beschluss über die Gewährleistung der Wiedervereinigungsartikel der Staatsverfassung der beiden Basel einreichen solle, ohne Gegenstimme ab, da der Entscheid über die Einreichung einer Standesinitiative nach der Verfassung ausschliesslich dem Landrat zusteht. |
16. | Es konstituiert sich ein Aktionskomitee, das einen Rheinuferweg zwischen den Mündungen der Birs und der Ergolz anstrebt. Beteiligt sind der Arbeitsausschuss für Natur- und Heimatschutz, der Verkehrsverein Baselland und die «Wanderwege beider Basel». |
17. | Der Landrat berät in erster Lesung das Gesetz über den gesundheitlichen Dienst in den Schulen. Mit 43 gegen 4 Stimmen billigt er die Anstellung eines hauptamtlichen motorisierten Schulzahnarztes. Eine Motion des Sozialdemokraten A. Ryser [Kurzbiographie], Münchenstein, der die Prüfung der Einführung einer kantonalen Alters- und Hinterlassenenversicherung für die privaten Arbeiter und Angestellten als Zusatzversicherung zur AHV verlangt, und eine Motion von Chr. Brodbeck (AKB), Biel, der die Anlage von Familiengärten erleichtern möchte, werden überwiesen. Im Sinne der Motion von P. Manz [Kurzbiographie] (FPV), Rothenfluh, der die tatkräftige Förderung der gemeinde- und kreisweisen Schaffung von Hilfsklassen als notwendig erachtet, will der Regierungsrat den Gemeinden empfehlen, den Hilfsklassen vermehrte Aufmerksamkeit zu schenken. Der Motion Dr. K. von Blarers [Kurzbiographie], der einen Beitrag des Kantons Baselland an die Kosten des Kauf-, des Ursula-Reliquiars beantragt hat, will der Regierungsrat dadurch Rechnung tragen, dass Baselland statt dessen eine über einen Meter hohe Monstranz, die sich als Depositum im Historischen Museum in Basel befindet, schenkt. Ein Interpellant verlangt eine strengere Kontrolle der Überzeitarbeit, ein anderer die Beschleunigung der Vorarbeiten für die Verlegung des Arbeitsamtes nach Pratteln. |
18. | Der Regierungsrat vergibt die statischen Berechnungen für den Spitalbau und das Schwesternhaus an 4 Ingenieurbureaux und bestimmt als Vertreter des Kantons in der «Subkommission der eidgenössischen Planungskommission zum Studium der interkantonalen und internationalen Strassenanschlüsse im Raume Basel» Kantonsingenieur A. Kapp und G. Schwörer, Leiter der kantonalen Planungsstelle. |
18. | Zum hauptamtlichen Sekretär der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Basellandschaft wählt der Kirchenrat Landrat Gotthilf Scholer, Zunzgen. |
19. | Die Vorortskonferenz bespricht die «Bekanntmachung über die Flughindernisse und die Sicherheitszone», wonach in 11 Gemeinden des Bezirks Arlesheim Servitute auf Liegenschaften zu Gunsten des Flugplatzes Basel-Mülhausen errichtet werden sollen, so dass die Grundbesitzer und die betreffenden Gemeinden beunruhigt sind. Da der Sicherheitszonenplan vom Eidgenössischen Luftamt noch nicht genehmigt ist, erklärt sich der basellandschaftliche Regierungsrat bereit, den Behörden von Baselstadt und dem Eidgenössischen Luftamt die Sistierung des laufenden generellen Verfahrens zu empfehlen, damit später, wenn die Detailpläne und die Detailerläuterungen vorliegen und das betroffene Gebiet abgesteckt ist, das Verfahren einwandfreier durchführt werden kann. |
21. | Die ausserordentliche Synode der Evangelisch-reformierten Kirche setzt in Liestal die Beratung der Kirchenordnung fort. |
22. | Ein ungewöhnlicher Transport zwischen dem Hafen Kleinhüningen und Genf wird um zwei Uhr morgens von der Baselbieter Kantonspolizei beim «Schänzli» entgegengenommen und nach Langenbruck geleitet. Es handelt sich um die erste der beiden Magnetspulen für das Synchro-Cyclotron des Internationalen Kernforschungsinstitutes in Genf, die 55 Tonnen wiegt und 7,5 m breit ist, aber an Engpässen durch eine Kippvorrichtung geneigt werden kann. |
24. | Die Kraftwerk Birsfelden AG lädt 700 Gäste zur Einweihung des Werkes ein. Einer Schiffahrt von Basel durch die Schiffahrts-Schleusen und der Besichtigung des Kraftwerkes mit den 4 grossen Generatoren und den 5 Wehröffnungen schliesst sich die Feier in der Mustermesse an. Verwaltungsratspräsident M. Kaufmann begrüsst die Gäste. Gleichen Tages wird der Fussgängersteig, der längs dem Maschinenhaus und dem Stauwehr die Gemeinde Birsfelden und das gegenüberliegende Basler Ufer verbindet, dem allgemeinen Verkehr geöffnet. |
25. | Der Regierungsrat legt dem Landrat ein Projekt für die Verlegung des Arbeitsamtes nach Pratteln vor. |
25. | Der Regierungsrat schlägt dem Landrat vor, «dem Staatspersonal eine Ergänzungszulage für die in den Jahren 1954 und 1955 zu wenig ausgerichteten Teuerungszulagen auszurichten». |
29. | Als Wasserwirtschaftsinspektor wird an Stelle des am 31. Dezember 1955 in den Ruhestand tretenden Dr. Walter Schmassmann Tiefbautechniker Hans Guldenmann in Aarau gewählt. |
30. | Der Herbst 1955 ist mit einer Niederschlagsmenge von 93 mm der trockenste seit dem Beginn der Messungen im Jahre 1864. |
Die günstige Witterung hat den in dieser Jahreszeit üblicherweise eintretenden Rückgang der Beschäftigung verhindert, so dass die 6 Ganzarbeitslosen 2 «ältere Männer», 1 Hilfsarbeiter, 1 Oberkellner und 2 Posamenterinnen umfassen.