Kulturdenkmäler in Sissach


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Ehemalige Mühle, Mühlegasse 6, Sissach

 

Innerhalb der Grundrissstruktur des Dorfkerns von Sissach bildeten die Gebäude der bereits 1323 erwähnten Mühle eine in sich geschlossene Baugruppe. Diesen Eindruck vermitteln sie noch heute, ob man nun von der Hauptstrasse her von Norden oder von der Mühlegasse her kommt. In jedem Falle bilden die eigentlichen Mühlegebäude zusammen mit dem ehemaligen Wohnhaus der Mühle einen Gebäudekomplex, der sogar einen kleinen Platz umschliesst. Die ehemaligen Mühlegebäude Mühlegasse Nr. 6 bilden einen Winkelbau, wovon der Ostflügel älter ist und gegen Norden abschliesst, während der Nordflügel jüngeren Datums sein muss und den kleinen Platz Richtung Westen begrenzt. Beide Flügel sind dreigeschossig und mit steilen Satteldächern bedeckt. Der ältere Ostflügel zeigt noch die unregelmässige Fensteranordnung der Erbauungszeit und besitzt in den beiden oberen Geschossen zweiteilige Fenster mit Hohlkehlen, die wahrscheinlich aufgrund ihrer Dimensionen noch aus dem 16. Jahrhundert stammen. Auf der Südseite dieses Flügels floss der Deich, der auch die obere Fabrik versorgte. Seit 1905 ist der Mühlebetrieb aufgehoben und sind die Gebäude zu Wohnzwecken umgebaut. Der ebenerdige Eingang ist relativ breit und schliesst mit einem Sturz, auf dem ein Motiv eingeritzt ist. Im rechten. Winkel dazu befindet sich direkt daneben der Eingang des Nordflügels, der vermutlich erst um 1905 zu Wohnzwecken umgebaut worden ist, denn seine Fenster sind hochrechteckig, und sein rundbogiges Kellertor weist darauf hin, dass dieser Flügel als Gewerbetrakt gedient hat. An diesen Flügel schliesst sich noch ein weiterer, niedrigerer Oekonomieteil, der ebenfalls zum Mühlebetrieb gehörte, jedoch jüngeren Datums ist. Wenn auch die Gebäude im Laufe der Jahrhunderte geringfügige Veränderungen erfuhren, so ist doch ihre architektonische Substanz und ihr Stellenwert als Teil eines kleinen Ensembles von hoher Bedeutung. Ausserdem ist zu beachten, dass diese Gebäude unmittelbar hinter dem Pfarrhaus stehen und so auch von der Pfarrgasse her in Erscheinung treten.


Die kürzlich vollendete Restaurierung des Aeussern hat die ganze Baugruppe aufgewertet. Die Giebelfassaden Richtung Pfarrhaus und Richtung Mühlegasse waren vorher mit Metallverkleidungen versehen worden. Diese sind nun im Zuge der Restaurierung mit Willen und Einverständnis des Eigentümers wieder entfernt worden, wodurch die gemauerten Giebel wieder voll zur Geltung kommen. Diese Verbesserung des Aeussern wird verstärkt durch die alten Fenstereinteilungen und die Läden, so dass die Gebäudegruppe in ihrer Wirkung als historisches Ensemble wieder die ursprünglichen Massstäbe besitzt. Dabei ist hervorzuheben, dass es sich nicht um eine puristische Restaurierung handelt, denn die späteren Veränderungen sind, soweit sie nicht störend wirken und den historischen Bestand nicht beeinträchtigen, nicht entfernt worden. Restaurieren bedeutet, und dies wird hier eindeutig demonstriert, keine teure Rekonstruktion, sondern Instandsetzung der historisch gewachsenen Bausubstanz.




 


 

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