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Medieninfos VSD

Medieninformation der Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion

 

Das grösste Schutzwaldprojekt im Kanton liegt auf Kurs - Verbesserte Schutzwirkung des Waldes vor Steinschlag!


Die Steilhangwälder an den Talflanken des Homburgertales erbringen wichtige Schutzfunktionen für Mensch und Infrastruktur. Die Waldungen schützen die Eisenbahnlinie Olten-Läufelfingen-Sissach, die Kantonsstrasse Sissach-Olten über den Unteren Hauenstein und die Siedlungen im Tal gegen Steinschlag und Rutschungen. Im Rahmen eines Schutzwaldprojektes werden seit 9 Jahren umfangreiche Massnahmen zur Förderung der Schutzwirkung des Waldes unternommen - mit positiver Wirkung wie ein Augenschein vor Ort zeigt.


Wald schützt vor Steinschlag
Am Sonntag, den 23. September 1990, lösten sich in Rümlingen grössere Steinbrocken aus dem Felsband oberhalb des Dorfes und stürzten zu Tal. Glücklicherweise kamen keine Personen zu Schaden. Aufgrund der latenten Gefahr mussten Einwohner aus 4 Einfamilienhäusern evakuiert und die Kantonsstrasse zeitweilig gesperrt werden. Dieses Ereignis und weitere Abklärungen haben schliesslich den Ausschlag für das Schutzwaldprojekt gegeben. Es wurde festgestellt, dass die Wälder im Projektgebiet überaltert und instabil waren. Die Schutzwirkung des Waldes war ungenügend und teilweise gar nicht mehr vorhanden. Die Entwicklung zeigte eine Tendenz zur Verschlechterung und eine Zunahme der Wahrscheinlichkeit von gefährlichen Naturereignissen.


Mit der Genehmigung des Sanierungsprojektes am 2. September 1997 haben Bund, Kanton und die SBB die Grundlage für das grösste Schutzwaldprojekt im Kanton gelegt. Dringende waldbauliche Sofortmassnahmen zur Verbesserung der Schutzwirkung des Waldes konnten realisiert werden.


Aufwändige Sanierung des Schutzwaldes
Aufgrund der Steilheit des Geländes, der langen Transportwege, der Sicherheitsaspekte und des schlechten Zustandes der Bestände, mussten hohe Aufwände in Kauf genommen werden, die durch die geringen Holzerlöse bei weitem nicht gedeckt waren. Oft mussten Spezialmaschinen (z.B. Seilkräne) eingesetzt werden, damit die erforderlichen Massnahmen überhaupt ausgeführt werden konnten, und es waren aufwändige Sicherungsmassnahmen für den Strassen- und Bahnverkehr und die Siedlungen erforderlich.


Während der bisherigen neunjährigen Projektdauer wurden insgesamt 70 Hektaren Althölzer verjüngt und durchforstet, sowie 25 Hektaren Jungwald gepflegt. Die Nutzungsmenge des Holzes beträgt total 9'000 m3 (entspricht ca. 300 Lastwagenladungen). Die Bruttokosten betragen rund 1.5 Mio. Franken. Die Arbeiten wurden unter Aufsicht des Forstamtes beider Basel durch den Forstbetrieb Homburg mit Unterstützung durch spezialisierte Forstunternehmer ausgeführt.


Nach 90% der Projektdauer darf mit Genugtuung festgestellt werden, dass sich die Situation deutlich verbessert hat: instabile Altholzbestände wurden verjüngt und die Jungwaldbestände gepflegt, so dass sich die Schutzwaldsituation zunehmend verbessern wird. Als Beispiel sei angeführt: Beim Nassschnee in diesem Frühjahr war die Hauensteinstrasse im Baselbiet im Gegensatz zu vielen anderen Strassen immer passierbar! Dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit mit allen Beteiligten liegt das Projekt in jeder Beziehung auf Kurs und die Ziele können vollumfänglich erreicht werden. Dafür gebührt allen ein grosses Dankeschön; in den Dank eingeschlossen sind auch die Verkehrsteilnehmer, die die temporären Behinderungen stets akzeptiert haben.


Auch Schutzwald muss unterhalten werden
Damit die Schutzwälder im Homburgertal ihre Schutzwirkung auch in Zukunft optimal entfalten können, ist steter Unterhalt erforderlich. Nur mit den entsprechenden Pflegemassnahmen bleibt die Stabilität der Schutzwälder erhalten und eine ähnliche Situation wie 1990, als die Wälder ihre Schutzwirkung weitgehend verloren hatten, kann vermieden werden. Aus diesem Grund soll das Projekt weitergeführt werden. Es verhält sich wie mit dem Unterhalt der Infrastruktur im Allgemeinen: Sanierungsmassnahmen kommen in der Regel teurer zu stehen als regelmässige Unterhaltsmassnahmen! Dies ist auch im Schutzwald nicht anders. Es bleibt zu hoffen, dass die zuständigen Behörden die erforderlichen Kredite bewilligen werden. Der Aufwand wird in diesem schwierigen Gelände auch künftig deutlich höher sein als der Holzertrag. Da in erster Linie die Öffentlichkeit von sicheren Verkehrswegen und Siedlungen profitiert, ist es gerechtfertigt, wenn sich Bund, Kanton und Nutzniesser auch zukünftig an den Mehrkosten beteiligen werden.


KENNZIFFERN DES PROJEKTES

Projektperimeter:
Umfasst die Steilhänge von der Sommerau bis zur Kantonsgrenze auf dem Unteren Hauenstein, insgesamt 113 ha Wald in den Gemeinden Buckten, Läufelfingen, Rümlingen und Wittinsburg.
Eigentumsverhältnisse:
57 % Bürgergemeindewald / 33 % Privatwald / 10 % SBB-Wald.
Kostenrahmen (für 10 Jahre Projektdauer):
Rund 1.7 Mio Franken Bruttokosten, abzüglich Holzerlös 550'000 Fr. verbleiben ca. 1'150'000 Franken Restkosten, die durch den Bund, den Kanton und die SBB getragen werden. Das Tiefbauamt Basel-Landschaft hat die Signalisation und Strassenreinigung übernommen.


BISHERIGE LEISTUNGEN

- Jungwaldpflege: 25 ha
- Verjüngung von instabilen Altholzbeständen: 20 ha
- Stabilitätsdurchforstungen: 50 ha
- Genutzte Holzmenge: 9'000 m3, davon 3'000 m3 mit Seilkran und weitere 4'000 m3 unter erschwerten Bedingungen
- Temporäre Steinschlagschutznetze zur Sicherung des Verkehrs: 1.3 km
- Kosten: 1,5 Mio Franken brutto; 1 Mio Franken Bundes- und Kantonsbeiträge.
- Durchschnittliche Holzerntekosten pro m3: 125 Fr.
- Durchschnittlicher Holzerlös pro m3: 50 Fr.
- Gesamtkosten pro Hektare: 15'000 Fr.

Bild 1 (Homburgertal), Bild 2 (Homburgertal), Bild 3 (Steinschlag Laufen)



1. September 2006




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