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Medieninfos VSD

Medieninformation der Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion

 

Schutzwald im Kanton Basel-Landschaft


Der Wald schützt vor Naturgefahren. Im Jura und damit in der Region Basel wirkt der Wald hauptsächlich als Schutz vor Steinschlag und Wassergefahren. Rund 1000 Hektaren Wald schützen direkt Siedlungsgebiete und Infrastrukturanlagen vor Steinschlag. Die Schutzwaldpflege weist bei vergleichbarer Schutzwirkung gegenüber technischen Schutzvorkehrungen (Verbauungen) ökonomische und vor allem ökologische Vorteile auf. Damit die dauernde Schutzwirkung des Waldes längerfristig gesichert werden kann, bedarf es einer adäquaten und kontinuierlichen Pflege im Schutzwald.


Bedeutung des Schutzwaldes
Viele Wälder leisten einen wirksamen Schutz gegen Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag, Rutschungen, Murgänge und Hochwasser. Dabei schützt der Wald die Menschen und Sachwerte, indem er die Gefahrenprozesse verhindert (z.B. Anriss von Lawinen) oder deren Einfluss reduziert (z.B. Dämpfung der auftretenden Energien bei einem Steinschlag). Im Kanton Basel-Landschaft schützt der Wald hauptsächlich gegen Steinschlag und Wassergefahren.


Gegen Steinschlag wirkt Schutzwald in mehrfacher Hinsicht. Die Wurzeln der Bäume halten Steine zusammen, sodass diese nicht losbrechen. Sind Steine in Bewegung, werden sie durch den Kontakt mit den Bäumen abgebremst oder sie werden vorübergehend zum Stillstand gebracht. Beim Abbremsen wird neben der Geschwindigkeit auch die Sprunghöhe der Steine reduziert. Die Schutzwirkung des Waldes ist abhängig von den vorhandenen Baumarten, dem Alter der Bäume, den Stammdurchmessern, der Dichte der Bestockung. Je nach Anforderung bedürfen daher die Schutzwälder einer adäquaten und kontinuierlichen Pflege, damit die dauernde Schutzwirkung des Waldes längerfristig gesichert werden kann. Ein guter Schutzwald gegen Steinschlag besteht aus verschiedenen Baumarten, ist stammzahlreich, nicht zu alt und strukturiert. Denn eine hohe Stammzahl führt zu vielen Kontakten zwischen Steinen und Bäumen.


Moderner Umgang mit Naturgefahren erfordert ein integrales Risikomanagement. Neben planerischen und organisatorischen Massnahmen, Schutzbauten und die vorzeitige Auslösung (z.B. Sprengungen) bildet der Schutzwald das Gerüst des integralen Risikomanagements zur Naturgefahrenabwehr. Dabei nimmt der Schutzwald als biologisches System eine Sonderstellung ein, weil er grossflächig wirkt und gleichzeitig Schutz vor verschiedenen Naturgefahren bieten kann. Andererseits kann seine Schutzwirkung bedingt durch das langsame Wachstum der Bäume nur mittel- bis langfristig beeinflusst werden. Daher ist eine rechtzeitige Steuerung in Form einer zielgerichteten Pflege erforderlich.


Schutzwald im Kanton Basel-Landschaft
Seit 1986 wurden im Kanton acht Schutzwaldprojekte in den Gemeinden Liestal (2), Lausen, Sissach, Waldenburg, Hölstein, Liesberg und im Homburgertal unterstützt. Diesen Herbst werden zwei weitere Projekte im Laufental (Laufen und Röschenz-Dittingen) gestartet. In allen Fällen ging es um den unmittelbaren Schutz von Menschen, Wohnhäusern oder Infrastrukturanlagen wie Strassen und Bahnlinien.


Im Kanton Basel-Landschaft bieten rund 1'000 ha Wald direkten Schutz gegen Steinschlag. Dies sind rund 5 Prozent der Gesamtwaldfläche. Nimmt man den Schutzwirkung gegen Rutschungen und Wassergefahren hinzu, verdoppelt sich die Fläche in etwa. Durch die Schutzwaldwirkung werden nebst Menschen Sachgüter wie Autobahnen, Kantonsstrassen, Bahnlinien und Siedlungsgebiete im Wert von mehreren 100 Millionen Franken geschützt.


Die Schutzwaldbewirtschaftung liegt im Interesse der Öffentlichkeit. Sie profitiert von geschützten und sicheren Bahnlinien, Strassen und Siedlungsraum. Aus diesem Grund unterstützen Bund und Kanton die Waldeigentümer bei der Schutzwaldpflege mit Beiträgen. In den vergangenen 20 Jahren wurden rund 360 ha Schutzwald gepflegt. Der Bund und der Kanton Basel-Landschaft haben dabei rund 2.6 Mio. Franken an Beiträgen beigesteuert. Jährlich wurden also rund 130'000 Franken von Bund und Kanton in den Baselbieter Schutzwald investiert. Die Kosten für die Pflege des Schutzwaldes belaufen sich auf rund 15'000 Franken pro Hektare. Sollen die gesamten 1'000 Hektaren Steinschlag-Schutzwald gepflegt werden, so werden Investitionen von rund 10 Mio. Franken notwendig sein.


Entscheidend für die langfristige Schutzwirkung des Waldes ist eine kontinuierliche und zielgerichtete Pflege. Nur so kann der Wald die erwünschte und erforderliche Schutzwirkung langfristig garantieren. Und bekanntlicherweise sind Sanierungsmassnahmen in der Regel teurer als regelmässige Unterhaltsmassnahmen!


Die Schutzwaldbewirtschaftung weist bei vergleichbarer Schutzwirkung gegenüber technischen Schutzvorkehrungen (Verbauungen) ökonomische vor allem aber ökologische Vorteile auf. So sind die Kosten für Steinschlagschutzsysteme um den Faktor 10 teurer (150'000 Franken pro Hektare).


Bild 1 (Homburgertal), Bild 2 (Homburgertal), Bild 3 (Steinschlag Laufen)



1. September 2006




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