Medieninformation der Justiz-, Polizei- und Militärdirektion | |
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Weiterführung und Finanzierung von Take off - Tagesstruktur für Jugendliche
Was ist Take off ?
Seit Juli 1999 führt das Jugendsozialwerk Blaues Kreuz Baselland das Suchtpräventionsprogramm Take off durch. Take off bietet gefährdeten Jugendlichen in Krisensituationen Unterstützung in Schule, beruflicher Entwicklung und Freizeit an. Ziel ist die soziale und berufliche Integration von männlichen und weiblichen Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren. Eine Zuweisung zum Programm kann wegen Suchtmittelkonsum, Risikoverhalten, Delinquenz, mangelnder Integration, sozialer Auffälligkeit, schwerwiegenden familiären Problemen, aggressivem Verhalten oder schwerwiegenden Problemen in der Ausbildung erfolgen. Es stellt ein flexibles, niederschwelliges und individuelles Angebot für junge Menschen dar, die Gefahr laufen, in ihrer sozialen und beruflichen Entwicklung stehen zu bleiben und gefährdende Muster zu entwickeln. Ziel von Take off ist es, die Sozial-, Selbst- und Handlungskompetenz der Jugendlichen zu verbessern. Einweisende Stellen sind hauptsächlich die Jugendanwaltschaft (33%), Sozialberatungsstellen der Gemeinden (22%), Schulen (15%), der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst Baselland (6%) und weitere Beratungsstelle und Institutionen (14%). Auf eigene Initiative kommen 10% zu Take off.
Die Programmdauer beträgt ab 2006 neu 4 statt bisher 6 Monate. Aufgrund der Verkürzung der Programmdauer können inskünftig jährlich 36 statt 24 Jugendliche aufgenommen werden. Angeboten werden zwei Programme:
Take off full time
Take off full time ist ein Vollzeit-Tagesbetreuungsprogramm. Es richtet sich an Jugendliche, die entweder die Schule abgebrochen haben, keine Lehrstelle haben oder aus gesundheitlichen Gründen keiner Arbeit nachgehen können. Es setzt sich aus Arbeitsagogik in verschiedenen Berufsfeldern, Gruppenaktivitäten, Weiterbildung, Laufbahnberatung und einer individuellen Betreuung durch die Bezugspersonen zusammen.
Take off light
Take off light ist ein individuelles Teilzeit-Betreuungsprogramm und richtet sich an Jugendliche, die zur Schule gehen resp. ein Praktikum oder eine Berufausbildung absolvieren. Es setzt sich aus einem Gruppenprogramm mit themenspezifischer Ausrichtung, Weiterbildung, Laufbahnberatung in der Form von Stützunterricht und einer individuellen Betreuung und Coaching durch die Bezugspersonen zusammen.
Anschliessend an den Besuch dieser Programme besteht die Möglichkeit ein - separat finanziertes - Arbeitsintegrationsprogramm und -training zu absolvieren, dessen Ausgestaltung und Dauer individuell festgelegt wird. Für Jugendliche, die während des full time Programms ein hohes Mass an Selbständigkeit und Zuverlässigkeit gezeigt haben, werden Wirtschaftspraktikas angeboten. Während der Dauer dieser Anschlussprogramme werden die Jugendlichen weiterhin an einem Tag pro Woche von Take off betreut.
Ursprünglich handelte es sich bei Take off um eines von 12 Zentren, die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) unter dem Namen supra-f lanciert wurden. Supra-f ist ein Interventions- Forschungsprogramm zur Suchtprävention und Gesundheitsförderung bei gefährdeten Jugendlichen.
Zwischenbilanz
In der Zeit zwischen Juli 1999 und Oktober 2005 haben bereits 128 Jugendliche am Programm Take off teilgenommen. 71% der Jugendlichen erreichten die im Rahmen des Take off Programms gesteckten Ziele, während sie von 7% verfehlt wurden. In 22% der Fälle musste die Teilnahme abgebrochen werden, wobei dies teilweise dadurch bedingt war, dass die Jugendlichen im Laufe des Programms feste Ausbildungs- oder Arbeitsplätze fanden. 43% der Teilnehmenden konnten im Anschluss an Take off eine Berufsausbildung, eine Vorlehre oder ein Praktikum beginnen, 17% fanden eine Lösung in einer Schule und 24% fanden eine Arbeitsstelle.
Die Begleitforschung durch das psychologische Institut der Universität Fribourg hat gezeigt, dass Take off bei Jugendlichen mit einem hohen Risikoprofil besonders ausgeprägte positive Ergebnisse erzielen konnte. Bei 66,7% dieser Jugendlichen konnten positive Veränderungen festgestellt werden, insbesondere bezüglich ihrer psychischen Befindlichkeit, ihrem Selbstbewusstsein und einer drastischen Reduktion ihres deliktischen Verhaltens.
Take off: wichtiges Element der Jugendhilfe
Take off ist zu einem ausserordentlich wichtigen Element der Jugendhilfe unseres Kantons geworden. Vielfach handelt es sich bei den TeilnehmerInnen am Take off Programm um Jugendliche, die durch die Netze der konventionellen schulischen Angebote fallen und bei denen eine grosse Gefahr besteht, dass sie ausbildungs- und arbeitslos bleiben oder werden. Bei manchen besteht auch die Gefahr eines langfristigen Suchtmittelmissbrauches, der unserer Gesellschaft grosse finanzielle Kosten auferlegt. Demgegenüber trägt jeder Jugendliche, dem es gelingt, auf eigenen Beinen zu stehen zu einem besseren sozialen Klima und zu geringeren finanziellen Lasten für das Gemeinwesen bei.
Möglicher Ausbau von Take off
Im Sinne einer Ergänzung des bestehenden Programms sind die Projektverantwortlichen von Take off in Übereinstimmung mit den einweisenden Stellen und der JPMD zur Erkenntnis gelangt, dass ein Ausbau von Take off zur Reduktion der Jugendarbeitslosigkeit - auch im Bereich von schwer vermittelbaren Jugendlichen - sehr wichtig ist. Take off bietet aus diesem Grund ab dem kommenden Jahr zusätzlich ein Arbeitsintegrationsprogramm und Wirtschaftspraktikas an. Anzustreben ist eine Ausweitung von Take off mit dem Angebot Motivationssemester. Motivationssemester sind Programme für stellenlose 15- bis 20-jährige, in Ausnahmefällen bis 24-jährige Jugendliche ohne Ausbildung. Das Ziel ist eine dauerhafte berufliche Integration. Finanziert werden die Programme durch die schweizerische Arbeitslosenversicherung. Heute gibt es 64 Motivationssemester, verteilt über die ganze Schweiz. Im Kanton Basel-Landschaft gibt es zur Zeit kein solches Angebot.
Finanzen
Nachdem das Projekt ursprünglich aus Mitteln des Lotteriefonds, später mit ordentlichen Mitteln der Gesundheitsförderung BL (Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion) mitfinanziert wurde, wird Take off nun mit ordentlichen Mitteln der Justiz-, Polizei- und Militärdirektion BL mitfinanziert. In dieser Direktion befindet sich mit der Jugendanwaltschaft auch jene Stelle, die mit 33 % am meisten Teilnehmende zuweist.
Für die weitere Finanzierung in den Jahren 2007-2009 ist ein Verpflichtungskredit erforderlich. Die jährlichen Kosten verteilen sich auf folgende Träger:
Programmkosten insgesamt | 451'600 |
Beitrag BA Gesundheit | - 12'000 |
Beitrag einweisende Stellen | - 58'000 |
Beitrag Familie | - 9'600 |
Arbeitsleistungen/Verkauf Waren | - 12'000 |
Antrag an Landrat pro Jahr | 360'000 |
Vgl. auch Vorlage an den Landrat
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