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Kriminalstatistik 2002 mit Grafiken [PDF-Datei; 575 KB] | |
Kriminalstatistik 2002 der Polizei Basel-Landschaft
1. Gesamtkriminalität
Die polizeiliche Kriminalstatistik 2002 enthält die im Kanton Basel-Landschaft begangenen und zur Anzeige gebrachten Straftaten.
2002 wurden insgesamt 8061 Straftaten in der polizeilichen Kriminalstatistik erfasst. Dies sind 1042 Straftaten mehr als im Vorjahr, was einer Zunahme von rund 15 % entspricht.
Diese Gesamtentwicklung ist hauptsächlich durch den starken Anstieg der Diebstahlskriminalität +601 und Sachbeschädigungen +344 Fälle geprägt. Die Ermittlungsquote sämtlicher Delikte erreichte im Jahre 2002 einen Durchschnitt von 15 %.
Die Hauptdelikte setzen sich wie folgt zusammen:
Delikt | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | Anteil 2002 |
Sachbeschädigung | 1569 | 1615 | 1849 | 2193 | 27.2 % |
Einbruchdiebstahl | 2298 | 1840 | 1413 | 1698 | 21.1 % |
Diebstahl | 999 | 970 | 1122 | 1295 | 16.0 % |
Diebstahl ab/aus Fahrzeug | 974 | 816 | 760 | 760 | 9.4 % |
Garderobendiebstahl | 244 | 183 | 193 | 255 | 3.2 % |
Ladendiebstahl | 193 | 81 | 129 | 247 | 3.1 % |
Einschleichediebstahl | 300 | 296 | 275 | 231 | 2.9 % |
Tätlichkeiten | 195 | 164 | 179 | 181 | 2.2 % |
Drohung | 118 | 102 | 127 | 147 | 1.8 % |
Einfache Körperverletzung | 83 | 101 | 111 | 106 | 1.3 % |
Andere | 975 | 924 | 861 | 948 | 11.8 % |
Total Fälle | 7948 | 7092 | 7019 | 8061 |
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1.1 Ausländerkriminalität (ohne Betäubungsmittelkriminalität)
Von insgesamt 951 ermittelten Täter und Täterinnen waren 421 ausländische Staatsangehörige. Der Ausländeranteil beträgt demnach rund 44 %, was im Vergleich mit dem Vorjahr (43 %) eine leichte Steigerung bedeutet.
Gegenüber dem Vorjahr fast unverändert setzt sich die Gesamtzahl der ermittelten Täterschaft aus 91% männlichen und 9 % weiblichen Rechtsbrecher/innen zusammen.
Von den ermittelten Ausländern und Ausländerinnen hatten 90 % in der Schweiz und 10 % im Ausland ihren Wohnsitz.
1.2 Gewaltkriminalität
Der seit einigen Jahren anhaltende Anstieg der Gewaltkriminalität hat sich auch im Jahre 2002 fortgesetzt. Die gemeldeten Straftaten haben sich gegenüber dem Vorjahr von 496 auf 513 erhöht.
Delikt | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | Aufklärungsquote 2002 |
Tötungsdelikte / Versuche | 2 | 3 | 4 | 1 / 2 | 33 % |
Schwere Körperverletzung | 11 | 11 | 16 | 20 | 65 % |
Einfache Körperverletzung | 83 | 101 | 111 | 106 | 38 % |
Tätlichkeiten | 195 | 164 | 179 | 181 | 50 % |
Drohung | 118 | 102 | 127 | 147 | 46 % |
Nötigung | 8 | 12 | 14 | 20 | 50 % |
Raub | 39 | 55 | 45 | 36 | 22 % |
Total Fälle | 456 | 448 | 496 | 513 |
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1.2.1 Tötungsdelikte/ inkl. Versuche
Im Jahre 2002 mussten 1 Tötungsdelikt und 2 Tötungsversuche registriert werden. Am 3. März 2002 wurde an der Dinkelbergstrasse in Birsfelden ein 25-jähriger Mann türkischer Nationalität erschossen. Der Fall konnte bis jetzt noch nicht aufgeklärt werden.
Am 28. Oktober 2002 wurde in Binningen auf den Geschäftsführer des Restaurants zur Mühle mehrere Schüsse abgegeben. Dabei wurde der 38-jährige Mann schwer verletzt. Die Ermittlungen sind noch im Gange.
Beim zweiten Tötungsversuch handelt es sich um ein Beziehungsdelikt.
1.2.2 Schwere Körperverletzung
Wie bereits in den vergangenen Jahren war auch im Jahre 2002 ein weiterer, nicht unerheblicher Anstieg bei den schweren Körperverletzungen von 16 auf 20 Fälle festzustellen.
Die gestiegene Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft dürfte für den Anstieg verantwortlich sein. Seit Jahren wird bei diesen Delikten eine zunehmende Brutalität beobachtet.
In 13 Fällen konnte die Täterschaft ermittelt werden, was einer Ermittlungsquote von 65 % entspricht.
1.2.3 Einfache Körperverletzung
Erstmals seit 1997 wurden bei den einfachen Körperverletzungen weniger Fälle registriert. Die bekanntgewordenen Delikte sanken von 111 auf 106 Fälle. Das entspricht einem Rückgang von 4.5 % oder 5 Fällen.
Insgesamt konnte bei 40 Fällen die Täterschaft ermittelt werden. Die Ermittlungsquote liegt somit bei 38 %. Bei den Tätern (teilweise sind es Mehrfach-Täter) handelt es sich um 24 ausländische Staatsangehörige und 14 Schweizer. Der Anteil der minderjährigen Täter beträgt 42 %.
1.2.4 Tätlichkeiten
Bei den Tätlichkeiten veränderte sich die Anzahl der gemeldeten Fälle nur leicht von 179 auf 181 Anzeigen. Insgesamt konnten 31 Täter und 4 Täterinnen ermittelt werden. Es handelte sich dabei um 14 ausländische Staatsangehörige und 21 Schweizer, sowie 5 minderjährige Täter.
Die Ermittlungsquote bei den Tätlichkeiten betrug im vergangenen Jahr 50 % (Vorjahr 41 %).
1.2.5 Raubüberfälle / Entreissdiebstähle
Bei den Raubdelikten verzeichneten wir erfreulicherweise einen Rückgang von 45 auf 36 Delikte.
Dieser Rückgang ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass im vergangenen Jahr Seriendelikte durch Jugendbanden ausgeblieben sind. Dies ist insbesondere auf eine gezielte Intervention der Jugendsachbearbeitenden der Polizei Basel-Landschaft zurückzuführen, welche solche Jugendgruppierungen frühzeitig von deliktischen Handlungen abhalten konnte.
Zu den Hauptaufgaben der Jugendsachbearbeitenden gehört eine professionelle Bekämpfung der Jugendkriminalität durch repressive und präventive Aktionen. Dabei arbeiten sie sehr eng mit der Jugendanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft zusammen.
Ein spektakulärer Raub ereignete sich am 9. Januar 2002 in Arlesheim. Ein Täter überfiel dort die Raiffeisenbank und deponierte die Beute unmittelbar nach dem Raub in Münchenstein. Im Verlaufe der Grossfahndung konnte die Beute aufgestöbert werden und der Fundort wurde überwacht. Noch in der gleichen Nacht kehrte der Täter an den Fundort zurück. Mit einer riskanten Fahrt durchs Unterholz entzog er sich zunächst einer Festnahme.
Nach umfangreichen Ermittlungen - in Zusammenarbeit mit den französischen Behörden - konnte der Täter im März 2002 in Frankreich verhaftet werden.
Insgesamt konnten 6 Täter ermittelt werden, welche 8 Raubüberfälle verübt hatten. Zwei dieser Täter waren noch minderjährig, und 4 dieser 6 ermittelten Täter waren ausländische Staatsangehörige.
Bei den Entreissdiebstählen mussten auch im Jahr 2002 keine Serientaten verzeichnet werden. Die gemeldeten Straftaten sanken leicht von 21 auf 19 Fälle. Die Ermittlungsquote beträgt 21 %.
1.2.6 Delikte gegen die Freiheit (Drohung, Nötigung, Entführung)
Seit Jahren steigen die Drohungen kontinuierlich an. Gegenüber dem Vorjahr sind die Fälle nun von 127 auf 147 angestiegen. Die Ermittlungsquote beträgt 46 %. Insgesamt konnten 25 Täter und 3 Täterinnen ermittelt werden.
Drohungen und Nötigungen sind vor allem unter Jugendlichen stark verbreitet. Mittels Drohungen per Handy SMS ist es für die Täter oft ein leichtes Spiel, den Opfern grosse Angst einzuflössen.
Auch bei den Nötigungen sind die Fallzahlen erneut angestiegen und zwar von 14 auf 20 Delikte. Bei 10 Fällen konnte die Täterschaft eruiert werden. Die Ermittlungsquote beträgt somit 50 %.
Bei den Entführungen verzeichneten wir einen Rückgang von 3 auf 2 Fälle.
1.3 Sexualdelikte
Jahr | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | Aufklärungsquote 2002 |
Sexuelle Handlungen mit Kindern | 33 | 19 | 25 | 23 | 113 % * |
Sexuelle Handlungen vor Kindern | 42 | 24 | 11 | 18 | 61 % |
Sexuelle Nötigung | 3 | 3 | 2 | 5 | 60 % |
Vergewaltigung | 7 | 8 | 9 | 10 | 60 % |
Exhibitionismus | 14 | 14 | 12 | 19 | 37 % |
Pornografie | 8 | 13 | 6 | 8 | 38 % |
Sexuelle Belästigungen | 24 | 24 | 22 | 34 | 32 % |
Total Fälle | 132 | 106 | 87 | 117 |
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*Die über 100% Aufklärungsquote erklärt sich dadurch, dass Straftaten aus den Vorjahren geklärt werden konnten.
Der Anstieg lässt sich einerseits dadurch erklären, dass die Fallzahlen stark von Serientätern abhängig sind. Andererseits führte sicherlich auch die Öffentlichkeitsarbeit der Polizei zum Thema Sexualdelikte und häusliche Gewalt, zu einer Sensibilisierung der Öffentlichkeit und somit auch zu einem aktiveren Anzeigeverhalten.
Erfreulicherweise liegt die Gesamtermittlungsquote bei den Sexualdelikten bei 57 % (Vorjahr 39 %).
In dieser Statistik sind die 39 Personen, gegen welche in der Aktion 'Genesis' wegen Pornografie ermittelt wird, nicht erfasst. Die Personen stehen im Verdacht, in den Jahren 1999 und 2000 aus dem Internet verbotenes Material (Kinderpornografie) heruntergeladen zu haben. Die vorliegende Kriminalstatistik enthält jedoch ausschliesslich nur die Fälle, welche im Jahre 2002 begangen oder ermittelt worden sind.
Im Jahre 2002 konnte ein sogenannter 'Telefon-Unhold' ermittelt werden, welcher mittels anonymer Telefonanrufe vor allem Mädchen sexuell belästige. Seit Mai 1999 beschuldigte der Mann telefonisch die Kinder im Alter zwischen 10-15 Jahren zuerst, etwas gestohlen zu haben und forderte sie danach teilweise auf, sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen.
Insgesamt werden dem 42-jährigen Schweizer 28 Fälle angelastet.
1.4 VermögenSdelikte
Die Vermögensdelikte sind aufgrund ihres grossen Anteils eine wesentliche Grösse in der polizeilichen Kriminalstatistik.
Diese Zunahme ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass beim geringfügigen Diebstahl die sogenannte Dunkelziffer sehr gross ist. Durch das unterschiedliche Anzeigeverhalten der Geschädigten, sind diese Zahlen einer grossen Schwankung ausgesetzt.
Dabei ist Vorbeugen bekanntlich besser als Heilen. Aus diesem Grunde könnten viele dieser 'kleineren' Delikte mit etwas Vorsicht und Aufmerksamkeit vermieden werden. Gerade beim Garderobendiebstahl ist darauf zu achten, dass keine wertvollen Gegenstände, kein Schmuck und wenig Bargeld deponiert werden.
Auch beim Einkaufen sollte das Portemonnaie oder die Handtasche nicht am Einkaufswagen angehängt werden. Diebe warten auf einen günstigen Moment, oder lenken die Opfer durch Gespräche ab, währendem ein zweiter Täter die Handtasche aus dem Einkaufswagen entwendet.
Auch der Einschleichediebstahl könnte durch verschlossene Türen und Fenster verhindert oder wenigstens massiv erschwert werden.
Gezielte Informationen und Broschüren zu diesen Themen sind auf der Homepage der Polizei Basel-Landschaft unter www.polizei.bl.ch abrufbar.
Die Diebstähle ab/aus Fahrzeugen blieben gegenüber dem Vorjahr mit 760 Fällen unverändert. Insgesamt konnten 31 Täter ermittelt werden, welche für 57 PW-Aufbrüche verantwortlich sind.
Der allgemeine Diebstahl (Diebstähle ohne Einbruch) hat seit 1999 stetig zugenommen und weisst mit 1295 Fällen eine Zunahme von 173 Delikten auf. Die Ermittlungsquote betrug im Jahre 2001 14 % und im Jahre 2002 7 %.
1.4.1 Einfacher Diebstahl, Garderobendiebstahl, Taschendiebstahl etc.
Jahr | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | Aufklärungsquote 2002 |
Diebstahl ab/aus Fahrzeug | 974 | 816 | 760 | 760 | 8 % |
Diebstahl | 999 | 970 | 1122 | 1295 | 7 % |
Garderobendiebstahl | 244 | 183 | 193 | 255 | 32 % |
Einschleichediebstahl | 300 | 296 | 275 | 231 | 10 % |
Total Fälle | 2517 | 2265 | 2350 | 2541 |
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Der Ladendiebstahl hat gegenüber dem Jahre 2001 deutlich von 129 auf 247 Fälle zugenommen.
Nach wie vor sind die Ladendiebstähle, welche durch Asylbewerber begangen werden, ein grosses Problem. Vor allem Asylbewerber aus der ehemaligen Sowjetunion senden oftmals schwere Pakete mit Diebesgut per Postweg in ihre Heimatländer. Immer wieder können solche Pakete mit fiktivem Absender bei der Post oder am Zoll abgefangen werden. Die Herkunft des Diebesgutes lässt sich aber nur sehr schwer und mittels intensiver Abklärungen zuordnen.
1.4.2 Einbruchdiebstahl
Im Kanton Basel-Landschaft wurde im Jahre 2002 insgesamt 1698 (Vorjahr 1413) eingebrochen.
Dieser Anstieg ist sofern zu erklären, dass das Jahr 2001 im Bereich des Einbruches ein aussergewöhnlich ruhiges Jahr war und erst ein Vergleich mit den Vorjahren aufzeigt, dass tendenziell die Einbruchsdelikte seit 1999 leicht abnehmen. Gegenüber dem Jahr 2000 haben die Einbrüche um 142 Fälle abgenommen und gegenüber dem Jahr 1999 sogar um 600 Delikte.
Die Ermittlungsquote liegt bei 9 % uns ist somit höher als der Durchschnitt der letzten Jahre, welche bei etwa 7 % liegt.
1.4.3 Fahrzeugentwendung / - Diebstahl
Die Fahrzeugentwendungen weisen einen Rückgang von 3499 auf 3145 auf. Beim Hauptanteil dieser Statistik handelt es sich um entwendete Fahrräder.
Von 155 entwendeten Personenwagen wurden 115 Fahrzeuge wieder aufgefunden.
1.4.4 Betrug, Veruntreuung
Die Betrugsdelikte haben im vergangenen von 42 auf 45 Fälle zugenommen. Die Ermittlungsquote liegt bei 42 %.
1.5 Brandstiftungen
Die Brandstiftungen sanken von 60 auf 58 Fälle.
Bei 10 Fällen konnte die Täterschaft ermittelt werden. Dies entspricht einer Ermittungsquote von 17 % (Vorjahr 27 %).
In den meisten Fällen handelte es sich um kleinere Brandstiftungen wie z.B. das in Brand setzen von Briefkästen, Abfallcontainern usw.
Bei 24 Fällen betrug die Schadensumme weniger als Fr. 1000.-
Am 2. Februar 2002 wurden in Allschwil beim Schwimmbadrestaurant zwei Wohnwagen in Brand gesetzt. Das Feuer beschädigte die Decke und die Fassade des Vorbaus beim Restaurant und es entstand ein Sachschaden von über Fr. 400'000.- Trotz intensiver Ermittlungen und Zeugenaufrufen in der Presse, konnte die Täterschaft bis jetzt noch nicht eruiert werden.
1.6 Betäubungsmittelkriminalität
Am 9. Januar 2001 fand im Kanton Basel-Landschaft die Aktion SMOKE statt. In dieser Aktion wurden sämtliche damals bekannten Hanfläden durchsucht und die Verantwortlichen Besitzer, Betreiber, Angestellte etc. an die zuständigen Statthalterämter verzeigt. Im Jahre 2002 wurden sporadisch Hausdurchsuchungen in den etwa 30 Hanfläden und in Hanf Indoor-Anlagen durchgeführt.
Die Produktion des Marihuanas für die Hanfläden erfolgt grösstenteils in sogenannten Hanf-Indoor Anlagen. Im Jahr 2002 wurden diverse solcher Anlagen durch die Polizei Basel-Landschaft geschlossen und insgesamt über 2 Tonnen Marihuana beschlagnahmt.
Der Handel mit Heroin ist nach wie vor in den Händen von Personen, welche aus dem Balkan stammen. Die Drogenverkäufe an die Konsumenten haben sich jedoch fast gänzlich aus dem öffentlichen Raum in private Sphären verschoben.
Vor allem aus Westafrika stammende Personen beherrschen nicht nur bei uns im Kanton Basel-Landschaft den Kleinhandel mit Kokain.
Gegenüber dem Vorjahr sank die Anzahl der Drogentoten von 5 auf 1 Person.
Insgesamt wurden im Jahre 2002 462 Personen wegen Widerhandlung gegen das BG über die Betäubungsmittel verzeigt.
Diese Verzeigungen wurden im Jahre 2002 erstmals in der Kriminalstatistik erfasst. Vergleichszahlen mit den Vorjahren liegen deshalb keine vor.
1.7 Organisierte Kriminalität
Der Dienst "Organisierte Kriminalität" befasste sich im Jahr 2002 mit zwei grösseren Gruppierungen, welche im Verdacht stehen, Kapitalverbrechen, Anlagebetrüge, Drogen- und Menschenhandel begangen zu haben. Wiederum arbeiten die Täter in verschiedenen Gruppierungen mit geschäftsähnlichen Strukturen und agieren aus dem Raum Nordwestschweiz sowie aus Deutschland. Bei diesen Verfahren handelt es sich um Langzeitermittlungen, welche noch mehrere Monate in Anspruch nehmen werden.
1.8 Polizeiliche Massnahmen
1.8.1 Prävention
Die kriminal- und sicherheitspolizeiliche Präventionsstelle der Polizei Basel-Landschaft ist seit dem 1. Januar 2002 neu dem Dienst Öffentlichkeitsarbeit unterstellt (bisher Hauptabteilung Kriminalitätsbekämpfung) und wurde von einer 30 % Stelle zu einer 100 % Stelle erweitert. Im Jahr 2002 führte die Präventionsbeauftragte insgesamt 196 Beratungen zum Thema Einbruchschutz durch, davon 95 bei Bürgerinnen und Bürgern vor Ort sowie im speziellen Präventionsraum des Polizeigebäudes Gutsmatte in Liestal (101). Der Zeitaufwand für eine Sicherheitsberatung ist von der Grösse des Wohnobjekts abhängig und beträgt zwischen 60 und 90 Minuten. Diese kostenlosen Sicherheitsberatungen sind eine Dienstleistung der Polizei Basel-Landschaft und werden bewusst produkteneutral durchgeführt.
Nebst diesen Beratungen gab die Präventionsbeauftragte spezielle Infos an einem Stand an öffentlichen Anlässen ab. Mit einem zum Thema Prävention umfassend ausgestatteten Informationsstand, nahm sie an öffentlichen Anlässen im Kanton Basel-Landschaft teil, wie zum Beispiel dem Eidgenössischen Turnfest in Bubendorf im Juni 2002, dem Tag der offenen Tür der Bezirksschreiberei in Arlesheim und der Polizei-Disco "Poligroove" in Pratteln im September 2002. Die beiden letztgenannten Veranstaltungen waren Bestandteile des speziellen Aktionsjahres der Justiz-, Polizei- und Militärdirektion Basel-Landschaft.
In den Monaten Oktober und November 2002 fand in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Community Policing (CP = Bürgernahe Polizeiarbeit) an sechs Samstagen in total zwölf Einkaufszentren des Kantons Basel-Landschaft eine besondere Herbstaktion statt. Dabei standen die Anliegen der Bevölkerung im Vordergrund und es konnten im persönlichen Kontakt unzählige wertvolle Ratschläge in Bezug auf (Dämmerungs-)Einbrüche erteilt werden.
1.8.2 Kriminalanalyse
Der Computer als Tatmittel gewinnt bei der Kriminalitätsbekämpfung immer mehr an Bedeutung. Die Polizei Basel-Landschaft hat sich auch auf die Gesetzesänderung per 1. April 2002 (Besitz von harter Pornografie Art. 197 Ziff 3 wird strafbar) vorbereitet und verfügt seit Februar 2002 bei der Hauptabteilung Kriminalitätsbekämpfung über eine Digitale Ermittlung/Beweissicherung, welche beim Dienst Kriminalanalyse zugeteilt ist. Zur Zeit ist ein Mitarbeiter in diesem Fachbereich tätig. Ab 1.1.2003 ist eine weitere Stelle vorgesehen.
Die Computerkriminalität ist vielfältig und bei all diesen Straftaten können Beweismittel oder Indizien in digitaler Form anfallen.
Die Hauptaufgabe dieses Fachbereiches ist deshalb die gerichtlich verwertbare Beweissicherung und Auswertung von Delikten, welche mit einem Computer begangen werden.
1.8.3 Jugendkriminalität / Jugendsachbearbeiter
Die polizeilichen Jugendsachbearbeitenden hatten sich im Jahre 2002 hauptsächlich mit Gewaltdelikten unter Kindern und Jugendlichen, sowie mit Vandalismus/ Sachbeschädigungen zu befassen. Auffällig sind auch die vermehrt auftretenden massiven Einschüchterungen durch ausgesprochene oder per Handy-SMS übermittelte Drohungen, welche vorwiegend in Schulen stattfinden und zum Teil zu grosser Angst und grossem Schrecken bei den Schülern führen.
Auch ein vermehrtes Formieren und Auftreten von verschiedenen Jugendgruppierungen, sogenannte "Jugendgangs", sind festzustellen. Entwicklungen und Ziele solcher Jugendgruppierungen müssen von den polizeilichen Jugendsachbearbeitenden verfolgt werden, um bei Fehlentwicklungen in Richtung Straftaten rechtzeitig den nötigen Einfluss nehmen zu können.
1.8.4 Mobile Fahndung
Seit Mai 2002 verfügt die mobile Fahndung über den Personal-Sollbestand von 12 Mitarbeiter/innen und die Aufbauarbeiten in Sachen Personal und Material sind weitgehend abgeschlossen. Somit konnte die Fahndung fast ein Jahr ihren eigentlichen Auftrag (Suchen nach Personen, Sachen und Fahrzeuge) mit Mannschaftsvollbestand vollziehen. Insgesamt wurden 252 Anhaltungen (davon 67 Ripol-Ausschreibungen), 482 Personenkontrollen und 253 Anzeigen (Betäubungsmittel, Widerhandlung BG Waffen, ANA etc.) getätigt. Anlässlich der Aktion Wellenbrecher (vom 15. Oktober bis 31. Dezember 2002) wurden insgesamt 79 Personen angehalten.
1.8.5 Häusliche Gewalt
Durch die Sicherheitsabteilung der Polizei Basel-Landschaft wurde zum ersten Mal eine umfassende Statistik zu den polizeilichen Interventionen bei häuslicher Gewalt aus dem Journal der Polizei Basel-Landschaft erstellt. Dieser Einsatzbereich wird seit 2001 betreut durch zwei Fachspezialisten und eine Fachspezialistin 'Häusliche Gewalt'.
Im Jahr 2002 musste die Polizei Basel-Landschaft insgesamt 831 Polizeieinsätze im Bereich häusliche Gewalt verzeichnen.
- | Bei 465 Einsätzen stellten die ausgerückten Polizistinnen und Polizisten strafbare Handlungen fest. |
- | 149 mal wurden Drohungen ausgesprochen, 109 mal kam es zu Tätlichkeiten und 67 mal sogar zu Körperverletzungen. Im Weiteren wurden Nötigungen, Gefährdungen des Lebens (würgen) und andere Delikte festgestellt. Bei diesen Zahlen sind Mehrfachnennungen möglich. |
- | Es gab auch 366 Einsätze, bei denen die Polizei, vielleicht gerade durch ihr rasches Ausrücken, keine strafbaren Handlungen feststellen konnte. |
Wer ist bei den 465 Fällen strafbarer Handlungen von häuslicher Gewalt Täter, wer ist Opfer?
- | 391 mal war der Täter männlich. |
- | 60 mal war die Frau gewalttätig, teils gegenüber ihren Kindern, öfter auch waren gegenseitige Gewalthandlungen beider Partner festzustellen. |
- | 25 mal ging die Gewalt von einem Heranwachsenden aus. |
- | 358 mal wurden im Jahr 2002 Frauen Opfer von häuslicher Gewalt. |
- | Knapp über 100 Opfer gab es auf der Männerseite, die oft von männlichen Rivalen oder von ihren eigenen Kindern angegriffen wurden. |
- | In 36 Fällen waren Kinder direkt gewaltbetroffen. |
- | Gewalt gegen Frauen und Kinder sind am häufigsten anzutreffen. |
- | 42 Personen mussten in Polizeigewahrsam genommen werden. |
Mit ihrer klaren Haltung zeigt die Polizei Basel-Landschaft , dass Häusliche Gewalt nicht toleriert sondern als strafbare Handlung verfolgt wird.
Kontaktpersonen für weitere Auskünfte:
Marcel Burri, Hauptabteilungsleiter Kriminalitätsbekämpfung der Polizei Basel-Landschaft, Liestal, 061 / 926 33 00
oder
Barbara Umiker, Leiterin Kommunikation JPMD, Liestal, Tel. 061 / 925 61 65
Kriminalstatistik 2002 mit Grafiken [PDF-Datei; 575 KB]
Kriminalstatistik der Jahre 1998 - 2002
5. Februar 2003