Medieninformation der Finanz- und Kirchendirektion | |
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Regierungsrat lanciert Strategie gegen die Erwerbslosigkeit Jugendlicher im Kanton Basel-Landschaft
Für Schulabgehende, vor allem für leistungsschwache, wird es immer schwieriger, einen schulischen oder beruflichen Ausbildungsplatz zu finden. Dazu kommt jedoch auch eine nicht geringe Anzahl Jugendlicher, die potenziell unmotiviert sind. Die Analyse zeigt, dass gesamthaft 70 bis 100 Jugendliche pro Jahrgang vor und nach dem Abschluss der obligatorischen Schulzeit scheitern resp. stark gefährdet sind, zu dauerhaften Bezügerinnen und Bezügern der verschiedenen sozialen Auffangsysteme zu werden. Dies sind rund 2.5 bis 3.5 Prozent der Schulabgehenden eines Jahrgangs.
Aufgrund dieser Ausgangslage hat der Baselbieter Regierungsrat im Juni 2006 eine direktionsübergreifende Arbeitsgruppe eingesetzt mit dem Hauptziel, eine gemeinsame Strategie zu erarbeiten, wie künftig von Erwerbslosigkeit bedrohte oder betroffene Jugendliche in koordinierter Weise nachhaltig betreut werden können. Die Arbeitsgruppe umfasst drei Direktionen - VSD, BKSD und FKD - und vier Dienststellen - Kantonales Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA), Amt für Volksschulen (AVS), Amt für Berufsbildung und Berufsberatung (AfBB) und Kantonales Sozialamt (KSA).
Eine gemeinsame Strategie
Der Regierungsrat hat am 30. Januar 2007 dem Bericht der Arbeitsgruppe und der vorgeschlagenen Strategie zugestimmt. Die Strategie hält fest, dass der Staat nach der obligatorischen Schulzeit für die weiter führende Bildung der Jugendlichen mitverantwortlich ist. Die mit der Strategie neu verfolgte Philosophie schliesst ein, dass der Staat auch bei jenen Jugendlichen, die selbst kein Interesse an einem Abschluss haben, alles unternimmt - also aktiv handelt - damit diese dennoch einen entsprechenden Abschluss erreichen. Dabei werden nicht nur die Interessen der Jugendlichen, sondern schlussendlich auch diejenigen des Staates und der Gesellschaft - in Bezug auf die Abwendung hoher finanzieller Risiken - berücksichtigt.
Fünf Handlungsfelder
Eine Analyse der aktuellen Strukturen hat ergeben, dass für eine erfolgreiche Umsetzung dieser Strategie Massnahmen in den fünf folgenden Handlungsfeldern nötig sind:
- | 1 Früherkennung und gezielte Förderung von Personen mit zu erwartenden Pro-blemen in der Phase am Übergang von der Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II: |
- | 2 Namentliche Erfassung derjenigen Personen, die aus dem System hinausfallen bzw. hinauszufallen drohen: |
- | 3 Etablierung einer Fallführung (Case Management) für Personen, die zum System hinausfallen bzw. hinauszufallen drohen: |
- | 4 Schaffung anreizkompatibler Strukturen und Instrumente, um potenziell unmotivierte Jugendliche zu motivieren: |
- | 5 Schaffung anreizkompatibler Strukturen für Institutionen, um zu verhindern, dass Personen zum System hinausfallen: |
Drei Kategorien von Massnahmen
Die vorgeschlagenen Massnahmen lassen sich in drei Kategorien unterscheiden:
1. | Massnahmen vor dem Übergang von der Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II: |
2. | Massnahmen am Übergang von der Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II: |
3. | Massnahmen nach dem Übergang von der Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II: |
Die neuen Massnahmen schaffen letztlich die Voraussetzungen dafür, dass bei Jugendlichen mit erheblichen Problemen am Übergang von der Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II eine langfristig ausgerichtete und koordinierte Fallführung und Integrationsstrategie angewendet werden kann. Damit werden sich die Chancen, solche Jugendliche in eine schulische oder berufliche Ausbildung der Sekundarstufe II zu führen, deutlich verbessern.
Die Umsetzung dieser Massnahmen wird einer groben Schätzung zufolge zusätzliche personelle Ressourcen innerhalb der BKSD in der Grössenordnung von 2 bis 5 Vollstellen erfordern. Der genaue Umfang des zusätzlichen Personalbedarfs kann erst nach dem Vorliegen der Detailkonzepte zu den einzelnen Umsetzungsmassnahmen festgelegt werden.
- Referat von Regierungsrat Adrian Ballmer, Finanz- und Kirchendirektion [PDF]
- Referat von Regierungspräsident Urs Wüthrich-Pelloli, Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion [PDF]
- Referat von Rudolf Schaffner, Vorsteher des Kantonalen Sozialamtes (KSA) und Leiter der Arbeitsgruppe "Jugendliche Arbeitslose" [PDF]
- Referat von Thomas Keller, Vorsteher des Kantonalen Amtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) [PDF]
- Referat von Christian Studer, Leiter des Amtes für Volksschulen (AVS) [PDF]
- Referat von Niklaus Gruntz, Leiter des Amtes für Berufsbildung und Berufsberatung (AfBB) [PDF]
- Folien der Medienkonferenz [PDF]
- Bericht "Strategie gegen die Erwerbslosigkeit Jugendlicher im Kanton BL" [PDF]
Weitere Auskünfte:
Rudolf Schaffner, Vorsteher Kantonales Sozialamt, Finanz- und Kirchendirektion, Leiter der Arbeitsgruppe, Telefon 061 925 56 41
8. Februar 2007