Medieninformation der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion | |
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Ein Netz für Menschen mit geistiger Behinderung
„Verbundsystem" heisst das neue Projekt im Kanton Basel-Landschaft, das Menschen mit einer geistigen Behinderung einen geeigneten Platz in einem Wohn- und Unterstützungsangebot sichert. 15 Heime im Kanton haben sich zu zwei regionalen Verbundsystemen zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie vermeiden, dass Menschen, die einen grossen Unterstützungsaufwand erfordern, abgewiesen werden.
Die kantonale Fachstelle für Sonderschulung, Jugend- und Behindertenhilfe und alle Heime für Menschen mit geistiger Behinderung im Kanton Basel-Landschaft haben ein Abkommen unterzeichnet, worin sich die Heime verpflichten, die Aufnahme von Personen mit grossem Unterstützungsbedarf sicher zu stellen.
Gegen die Ausgrenzung
Mit einem Verbundsystem wird die problematische Situation derjenigen Menschen, die „niemand haben will", massgeblich verbessert. Hauptbegünstigte sind Menschen mit herausforderndem Verhalten. Aufgrund der Grösse des Kantonsgebietes und der Anzahl der Einrichtungen wurden zwei regionale Verbundsysteme gebildet.
Jedes Heim übernimmt die Verantwortung für die Versorgung bestimmter Gemeinden des Kantonsgebietes. Neu ist die Zusammenarbeit aller Institutionen und die gegenseitige Unterstützung. Findet ein betroffener Mensch keinen geeigneten Platz, so erarbeiten die Heime gemeinsam eine Lösung. Die neue Verpflichtung fordert von ihnen nebst neuen Unterstützungsformen auch Flexibilität und Innovation. Der Kanton sichert die Rahmenbedingungen. Er verpflichtet sich, die Einrichtungen mit Beratung und im Einzelfall mit zusätzlichen finanziellen Leistungen zu unterstützen.
Eine neue Leistung der Heime
Die Einrichtungen erbringen mit der Übernahme des Versorgungsauftrags eine neue Leistung im Interesse der Menschen mit geistiger Behinderung, ihrer Angehörigen, aber auch des Kantons. Die Verbundsysteme wirken der Ausgrenzung der am meisten Benachteiligten entgegen, vermeiden negative Biographien und verhindern Fehlplatzierungen und Fehlfinanzierungen in der psychiatrischen Klinik.
Die Wahlfreiheit der Personen mit Behinderung ist mit dem Verbund-Angebot nicht eingeschränkt. Die neue Verpflichtung kommt dann zum Tragen, wenn die Bemühungen, für einen Menschen mit Behinderung im freien Angebot einen geeigneten Platz zu finden, zu keiner Lösung geführt haben.
Modell für die Zukunft
Unter der Leitung der schweizerischen „Fachstelle Lebensräume", die die Sicherung von tragfähigen Lebensräumen für Menschen mit geistiger Behinderung zum Ziel hat, erarbeiteten Vertretungen der Einrichtungen und die kantonale Fachstelle das jetzt eingeführte Modell. Die Heime und die kantonale Fachstelle haben das Abkommen für eine Pilotphase von drei Jahren abgeschlossen. In dieser Zeit soll das Modell der Zusammenarbeit erprobt und weiterentwickelt werden.
Während der Pilotphase soll geprüft werden, ob eine ähnliche partnerschaftliche Lösung zwischen Kanton und privaten Heimen auch für Betroffene mit körperlichen oder psychischen Behinderungen geschaffen werden kann. Auch bei diesen Gruppen ist die Ausgrenzung von Menschen, die besonders individuelle Unterstützung brauchen, ein ungelöstes Problem.
Bild: Wohnalltag erwachsene Behinderte [PDF]
Lebensraum für alle. Auch Menschen, die auf aufwändige Unterstützungsleistungen angewiesen sind, können einen Platz finden. Die Einrichtungen in Basel-Landschaft verpflichten sich, eine Lösung zu finden.
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Fachstelle für Sonderschulung, Jugend- und Behindertenhilfe
Ergolzstrasse 3, 4414 Füllinsdorf
Franziska Gengenbach, Ressortleitung Behinderte Erwachsene
Telefon +41 61 906 93 97
Telefax +41 61 906 93 83
E-mail franziska.gengenbach@bksd.bl.ch
und
Sonnenhof, Wohnheim für Erwachsene
Obere Gasse 10, 4414 Arlesheim
Walter Plüss, Koordinator Verbundsystem Unteres Baselbiet und Laufental
Telefon +41 61 706 12 63
Telefax +41 61 706 12 14
E-mail walter.plüss@sonnenhofarlesheim.ch
Die beteiligten Heime und verantwortlichen Koordinatoren
Verbundsystem Unteres Baselbiet und Laufental
7 Institutionen mit 169 Plätzen:
Werkstube Aesch | 14 Plätze |
Sonnenhof Arlesheim | 46 Plätze |
Dr. Augustin-Haus Allschwil | 18 Plätze |
Am Birsig Bottmingen | 30 Plätze |
Im Rebgarten Oberwil | 22 Plätze |
Mattenheim Ettingen | 24 Plätze |
Hirsacker Liesberg | 15 Plätze |
Koordinator:
Walter Plüss, Wohnheim Sonnenhof
Verbundsystem Mittleres und Oberes Baselbiet
8 Institutionen mit Plätzen 260 Plätzen:
Kästeli Pratteln | 32 Plätze |
Eingliederungsstätte Liestal | 68 Plätze |
Laubiberg Liestal | 18 Plätze |
Windspiel Liestal | 27 Plätze |
Räbhof Lausen | 34 Plätze |
Opalinus Gelterkinden | 45 Plätze |
Baumgarten Wenslingen | 12 Plätze |
Sonnmatt Langenbruck | 24 Plätze |
Koordinator:
Peter Frei, Wohnheim Windspiel
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