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Medieninfos EKD

Medieninformation der Erziehungs- und Kulturdirektion

 

Sportklassen, Spitzensport und Berufslehre


Optimierte Leistungssportförderung im Kanton Basel-Landschaft


Mit Beginn des neuen Schuljahres konnte die Leistungssportförderung im Kanton Basel-Landschaft optimiert werden. Neben dem Sportklassenversuch auf der Sekundarstufe I in Pratteln startete am 12. August 2002 auch die erste Baselbieter Sportklasse auf der Sekundarstufe II. Zudem nahmen fünf junge Leistungssportler ihre Berufslehre in Angriff, in welcher die Lehrbetriebe Rücksicht nehmen auf die grosse zeitliche Belastung durch den Leistungssport. Das Baselbieter Fördersystem hat Vorbild-Charakter für die ganze Schweiz.


Nach intensiven Bemühungen ist es dem Kanton Basel-Landschaft gelungen, die Förderung des Leistungssports zu optimieren. Die umfassende Leistungssportförderung des Kantons Basel-Landschaft beinhaltet vier Ebenen, den Sportklassenversuch auf der Sekundarstufe I, eine Sportklasse auf der Sekundarstufe II, Lehrstellen + Spitzensport sowie Individuallösungen.


An der Sekundarschule Pratteln absolvieren seit Beginn des neuen Schuljahres zehn neue Schülerinnen und Schüler den Sportklassenversuch auf der Sekundarstufe I. Auf Grund der Abgänge von zehn Viertklässlerinnen und Viertklässlern konnte die Mehrjahrgangsklasse (Stufen Real, Sekundar allgemeine und progymnasiale Abteilung) wieder auf 16 Schüler und Schülerinnen vervollständigt werden. Diese sportbegabten Jugendlichen betreiben folgende Sportarten: Fussball, Kunstturnen, Leichtathletik, Rhythmische Gymnastik, Schwimmen, Tennis und Tischtennis. Der sportliche Trainingsaufwand bewegt sich zwischen 14 und 27 Stunden pro Woche. Im vergangenen Jahr verbuchte die Klasse nicht weniger als 14 Schweizer-Meister-Titel. Von Montag bis Freitag stehen 25 Schullektionen, erteilt durch vier engagierte Lehrpersonen, auf dem Programm. So sind auch tagsüber Trainingseinheiten problemlos möglich.


Sportklasse Gymnasium: Schulzeitverlängerung um ein Jahr
Am 12. August 2002 war der erste Schultag für die erste gymnasiale Baselbieter Sportklasse, die am 2. Mai 2002 vom Landrat genehmigt worden war. Vier Schülerinnen und zehn Schüler werden am Gymnasium Liestal die Maturabteilung in viereinhalb statt in dreieinhalb Jahren absolvieren. Dafür reduziert sich das wöchentliche Schulpensum auf 24 bis 25 Lektionen und macht ein gezieltes Leistungssporttraining möglich. Die sportlichen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten sind in neun verschiedenen Sportarten aktiv: Eiskunstlaufen, Fussball, Judo, Kanu, Kunstturnen, Leichtathletik, Orientierungslaufen, Schwimmen und Trampolin. Alle zählen in ihrer Sportart zu den Besten. Mit OL-Spezialist Sebastian Hägler (Hölstein) ist sogar ein amtierender Jugend-OL-Europameister in der Klasse.
Mit allen sportbegabten Jugendlichen sowie deren Trainerinnen und Trainern, die von der Leistungssportförderung profitieren, wurden Chartas respektive Vereinbarungen abgeschlossen. Darin sind die Erwartungen an die Leistungssportlerinnen und Leistungssportler respektive Trainerinnen und Trainer definiert.


Über 60 Individuallösungen
Sportbegabte Schülerinnen und Schüler, welche die Aufnahmekriterien für den Besuch in eine Sportklasse erfüllen, aber nicht in eine Sportklasse aufgenommen werden, können an ihrem Schulhaus eine Individuallösung (Stundenentlastung, Freistellung für Trainingslager und Wettkämpfe) beantragen. Die Individuallösung wird auf Grund des Stundenplans in der Schule und des Trainingsprogrammes durch die Aufsichtskommission Sportklassen in Absprache mit der betreffenden Schulleitung vorgenommen. Für das laufende Schuljahr sind über 60 Anträge eingegangen.


Lehrstellen für Spitzensportlerinnen und Spitzensportler
Damit Chancengleichheit zu den bestehenden Sportklassen besteht, können neu auch Jugendliche, die eine Berufslehre absolvieren, neben ihrer Ausbildung gezielten Spitzensport betreiben. Die Wirtschaftskammer Baselland, Handelskammer beider Basel und die Erziehungs- und Kulturdirektion BL haben eine Vereinbarung abgeschlossen. Diese bezweckt die Förderung der Kombination von Leistungssport (Trainings, Wettkämpfe) und beruflicher Ausbildung (Lehre, Anlehre, Vorlehre usw.) junger Baselbieter Sportlerinnen und Sportler. Eine Geschäftsstelle motiviert Betriebe, angehenden Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern eine Berufsausbildung zu ermöglichen und die entsprechenden Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen, unterstützt Leistungssportlerinnen und Leistungssportler bei der Suche nach und bei der Bewerbung um eine Lehrstelle und coacht sie während der Lehre. Im August haben fünf Leistungssportler ihre spezielle Berufslehre in der kantonalen Verwaltung oder in der Privatwirtschaft in Angriff genommen. Diese beinhaltet individuelle Lösungen im Lehrvertrag, meistens eine Verlängerung der Lehrzeit um ein Jahr. Folgende Firmen und Institutionen haben einen Spitzensportler-Lehrling aufgenommen: Heuberger Spenglerei & Sanitär AG in Gelterkinden, Schmutz Sport AG in Oberdorf, Erziehungs- und Kulturdirektion BL, Finanz- und Kirchendirektion BL, Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion BL.


Alles in allem profitieren derzeit deutlich mehr als 100 sportbegabte Baselbieter Jugendliche von der umfassenden Leistungssportförderung des Kantons.


Auskünfte/Beratung
Thomas Beugger, Leiter des Kantonalen Sportamtes Baselland, St. Jakobstrasse 43, 4133 Pratteln, Telefon 061 827 91 03, E-Mail: thomas.beuggerekd.bl.ch, www.bl.ch/sportamt



 

Aufnahmebedingungen für den Eintritt in eine Sportklasse bzw. Voraussetzungen zur Berechtigung der BL-Leistungssportförderung

Sportliche Kriterien

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Sportniveau: mindestens regionale Spitze in der betreffenden Sportart, wo möglich mit Kaderzugehörigkeit - Perspektiven für mindestens eine nationale Laufbahn

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Empfehlung durch den Verband oder Verein und die Trainerin bzw. den Trainer

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Durchschnittlicher wöchentlicher Belastungsumfang im Sport: Mindestens 10 Stunden

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Belastungsumfang im Sport (Anzahl der Trainings/ Trainingsart/ Trainingszeit) verunmöglicht Besuch des gesamten Schulpensums in einer Regelklasse

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Leistungsbereitschaft, Zielsetzung und Eignung für Leistungssport

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Mehrjährige Trainings- und Wettkampfplanung

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Damit tagsüber geführte Trainings möglich sind, müssen qualifizierte Trainerinnen und Trainer und die entsprechenden Sportanlagen verfügbar sein.


 

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