Medieninformation der Bau- und Umweltschutzdirektion | |
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Mehr Wärme aus Holz
Die Fernwärme Liestal erzielte einen neuen Rekord. Noch nie wurde so viel Wärme aus regionalen Holzschnitzeln erzeugt. Der Anteil an erneuerbaren Energien am grössten Wärmeversorger der Kantonshauptstadt stiegt damit auf rund 42 Prozent.
Das Fernheizwerk in Liestal erreicht neue Rekorde. Der Anteil der Wärme aus Holzschnitzeln steigt kontinuierlich. Auch der Wirkungsgrad der Schnitzelheizung konnte deutlich gesteigert werden. Zusammen mit dem Deponiegas stieg bei der Fernwärme der Anteil an erneuerbaren Energien innerhalb eines Jahres von 30 auf mittlerweile 42 Prozent.
Weniger Öl und Gas verbraucht
Der Schnitzelverbrauch stieg 2007 um 6'000 auf 24'000 Kubikmeter. Im Gegenzug reduzierte das Fernheizwerk die Leistung der mit Erdgas betriebenen Blockheizkraftwerke sowie der konventionellen Öl- und Gasbrenner. 6'000 m3 Holzschnitzel entsprechen dem Energieinhalt von mehr als 400'000 Liter Öl. Mit einem Anteil von mittlerweile fast einem Drittel wurden die heimischen Holzschnitzel nach Erdgas zum zweitwichtigsten Energieträger. Der Wirkungsgrad der Schnitzelheizung konnte in der gleichen Periode von gut 84 auf knapp 90 Prozent gesteigert werden. Aus dem heimischen Brennstoff holt das Fernheizwerk damit deutlich mehr Energie heraus. Diese Tatsache ist vor allem auch auf eine bessere Qualitätskontrolle bei den Schnitzellieferungen und eine verbesserte Zufuhr der Verbrennungsluft zurück zu führen. Für die Qualität der Schnitzel zeichnet die Holzvermarktungszentrale verantwortlich. Als Grundlage dient eine gemeinsam erarbeitet Qualitätsrichtlinie. Schon im Wald kontrolliert der Förster, dass der Feinanteil und Wassergehalt gering bleibt. Zusätzlich nimmt Betriebsleiter Edi Schneeberger von jeder Charge eine Probe. Denn feinste Holzstückchen, Nadeln, Blätter und vor allem Humus sind Gift für eine saubere Verbrennung.
Dauerbetrieb auch wirtschaftlich sinnvoll
Je höher der Anteil an Holzschnitzeln, umso geringer der Ausstoss an CO2. Auch der Feinstaubausstoss spielt bei der Fernwärme Liestal eine ungeordnete Rolle. Mehrstufige Filteranlagen entfernen über 90 Prozent des aus der Verbrennung anfallenden Feinstaubs. Im Vergleich zu einer konventionellen Ölfeuerung in einem Einfamilienhaus führt der Wärmebezug vom Fernheizwerk zu einer Halbierung des CO2-Ausstosses.
Ursprünglich wurde das Feuer erst bei einem Kälteeinbruch im Herbst entfacht. 2007 lieferte die Schnitzelheizung schon Anfang September Wärme ins Netz. Anstatt im April abzustellen, konnte die Betriebszeit bis in den Juni hinaus verlängert werden. Dabei wurde festgestellt, dass die Schnitzelheizung auch unter Teillast wirtschaftlich betrieben werden kann. Ziel ist, die Revisionszeit noch weiter zu reduzieren.
Die Konsequenz wird sein, dass die Holzschnitzelheizung über kurz oder lang bis auf einen kurzen Unterbruch das ganze Jahr über im Dauerbetrieb laufen wird.
BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Informationsdienst
Für Rückfragen:
Bernhard Schmocker ,Amt für Industrielle Betriebe, Bereichsleiter Energieerzeugung und Abfallentsorgung, Tel. 061 925 62 48
Liestal, 22. Februar 2008