Medieninformation der Bau- und Umweltschutzdirektion | |
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Gestank im Raum Liestal vom 27./28. November 2006: Untersuchungen abgeschlossen - Massnahmen realisiert, um eine Wiederholung möglichst zu vermeiden
Die Untersuchungen des kantonalen Amts für Umweltschutz und Energie und des Sicherheitsinspektorats zur Ermittlung des Verursachers der Geruchsbelästigung im Raum Liestal vom vergangenen November sind abgeschlossen. Trotz intensiver Abklärungen gelang es nicht, den oder die Verursacher zweifelsfrei zu ermittlen. Der Kanton hat hingegen mit mehreren Betrieben Massnahmen vereinbart, um ein vergleichbares Ereignis künftig möglichst auszuschliessen. Der abschliessende Untersuchungsbericht wird nun dem Bezirksstatthalteramt Liestal übergeben.
Die Ergebnisse lassen sich abschliessend wie folgt zusammenfassen:
Für den Geruch verantwortliche Stoffe identifiziert:
- | Gesichert ist, dass mit dem Abwasser geringe Mengen (einige Kilogramm) schwefelhaltiger Verbindungen in die Kanalisation eingeleitet wurden. Als stark übel riechende Substanz wurde das Dimethylsulfid (DMS) identifiziert. DMS kommt in der Natur in beträchtlichem Ausmass vor. Es ist bekannt, dass dieses auch in Kläranlagen aus der Vorläufersubstanz Dimethysulfoxid (DMSO) entstehen kann. DMSO ist ein in Labor und Technik verbreitetes Lösungsmittel. |
- | Zusätzlich bestehen Hinweise, dass möglicherweise geringste Mengen (einige Gramm) weiterer schwefelhaltiger Verbindungen aus der Gruppe der sogenannten Mercaptane (identifiziert wurde das tertiär-Butylmercaptan TBM) zum Geruch beigetragen haben. Diese sind noch geruchsintensiver als das DMS. In der Technik werden sie quasi als Geschmacksverstärker eingesetzt und geben beispielsweise dem geruchslosen Erdgas den typischen "Gasgeruch". |
Kein Fehlverhalten in Betrieben nachweisbar
Die geruchsrelevanten Substanzen beziehungsweise deren Vorläufer werden in einem Teil der überprüften Betriebe eingesetzt. Sie finden sich in den betrieblichen Abwässern, wo sie in der Vergangenheit zu keinen relevanten Geruchsproblemen führten. Die aufwändigen Betriebskontrollen ergaben keine wesentlichen Schwachpunkte im Umgang mit diesen Stoffen. Ebenso ergaben sich keine Hinweise auf ein fehlerhaftes Verhalten oder ausserordentliche Ereignisse.
Keine Gefährdung von Frenke sowie Grund- und Trinkwasser
Die umfangreichen Analysen haben zudem ergeben, dass die fraglichen Substanzen in der Kläranlage gut abgebaut worden sind. Sie waren im Auslauf der ARA kaum noch nachweisbar. Im Trinkwasser des seinerzeit vorsorglich ausser Betrieb genommenen Pumpwerk Gitterli in Liestal waren zu keinem Zeitpunkt Spuren der Substanzen nachweisbar.
Massnahmen, um eine Wiederholung zu verhindern
Der oder die Verursacher waren nicht zweifelsfrei zu identifizieren. Unabhängig von einer allfälligen Schuld sind mit den im Fokus stehenden Betrieben Massnahmen vereinbart worden, um eine Wiederholung solcher oder ähnlicher Ereignisse möglichst auszuschliessen. Insbesondere werden Abwässer mit hohem Anteil an DMSO künftig nicht mehr in die Kläranlage eingeleitet. Bei einem Betrieb wird der Umschlagplatz für Sonderabfall gewässerschutztechnisch saniert. Diese Massnahmen verringern nach heutigem Kenntnisstand die Gefahr künftiger Geruchsbelästigungen.
Auslöser der seinerzeitigen Geruchsemission waren einer oder mehrere Einleiter im Einzugsgebiet der Abwasserreinigungsanlage ARA Frenke 3 in Bubendorf. Die ersten Geruchsmeldungen erlaubten eine rasche Eingrenzung des möglichen Herkunftsortes im Kanalisationssystem. Die Abklärungen konzentrierten sich deshalb auf Einleiter von Industrieabwässern im Raum Bubendorf.
Das Amt für Umweltschutz und Energie und das Sicherheitsinspektorat werden den abschliessenden Untersuchungsbericht dem Bezirksstatthalteramt Liestal übergeben.
Für Rückfragen:
Roland Bono, Amt für Umweltschutz und Energie BL, 061 925 61 11
BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Informationsdienst
Liestal, 22. Februar 2007