Medieninformation der Bau- und Umweltschutzdirektion | |
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Spezialrichtplan Salina-Raurica: Rheinebene zwischen Augst und Pratteln vor Entwicklungsschub
Der Regierungsrat hat am 16. Januar 2007 den Spezialrichtplan Salina-Raurica genehmigt und an den Landrat überwiesen. Mit der Landratsvorlage wird die Genehmigung des Spezialrichtplans Salina-Raurica beantragt. Salina-Raurica heisst: Gesamtplanung in der Rheinebene zwischen Augst und Pratteln. Der Spezialrichtplan leitet die Umsetzung mit den planerischen Instrumenten des Kantons in die Wege und koordiniert die Planung mit den Gemeinden behördenverbindlich. Einzelne Schlüsselprojekte sollen mit den Verpflichtungskrediten in der Höhe von rund 21 Mio Franken gesichert und erste Projekte initiiert werden.
Die Vorlage besteht aus drei Teilen:
- | Spezialrichtplan (Text mit Festsetzungen und Karte) |
- | Landratsvorlage Projektierungs- und Verpflichtungskredite für die Schlüsselprojekte im Gebiet Salina-Raurica und Realisierung von ersten Projekten |
- | Erläuterungsbericht für beide oben genannten Landratsvorlagen |
Salina-Raurica ist eine Gesamtplanung
Salina-Raurica ist eine Gesamtplanung zur Raum- und Wirtschaftsentwicklung an einem für den Kanton Basel-Landschaft zentralen und wichtigen Standort. Die erfolgreiche Umsetzung macht verschiedene Massnahmen notwendig. Für diese "Schlüsselprojekte" werden mit dieser Vorlage Verpflichtungskredite im Umfang von 21'296'500 CHF beantragt.
Namentlich handelt es sich um folgende Schlüsselprojekte:
- | Entwicklung des neuen Bahnhofgebietes Pratteln Salina-Raurica |
- | Verlegung der Rheinstrasse und Aufwertung des Rheinufers |
- | Verlegung des Amphibienlaichgebiets von nationaler Bedeutung |
- | Aufwertung des gesamten Arbeitsgebietes mit Grün- und Parkanlagen |
- | zu einem späterem Zeitpunkt: die Überarbeitung des kantonalen Nutzungsplans Augusta Raurica als Ergebnis der Koordination zwischen Salina-Raurica, der Römerstadt Augusta Raurica und der Gemeinde Augst. |
Die Ausführungsprojekte selber werden in den kommenden Jahren dem Landrat zur Genehmigung vorgelegt. Die Inhalte des Spezialrichtplans werden nach der Genehmigung durch den Landrat in den Kantonalen Richtplan überführt.
Salina-Raurica - ein attraktiver Standort
Die Trinationale Agglomeration Basel hat sich zu einer "Metropole" und einem innovativen Wirtschaftsstandort von internationaler Bedeutung entwickelt. Laut verschiedenen Studien hält dieser Trend an. Der Kanton Basel-Landschaft hat zur langfristigen Erhaltung und Entwicklung der Standortqualität für die Wirtschaft - neben einzelbetrieblichen Massnahmen im Rahmen der Wirtschaftsförderung - mit raumplanerischen Massnahmen Flächen zu entwickeln. Diese sind Unternehmungen, die den kantonalen Zielvorstellungen entsprechen, anzubieten. Dies gilt insbesondere für grosse Flächen an strategisch wichtigen und gut erschlossenen Standorten. Für die grenzüberschreitende "Metropolitanregion Basel" sind das Flächen insbesondere für die Logistik, den chemisch-pharmazeutischen Bereich und für Dienstleistungen. Diese Flächen müssen baureif sein, um im Konkurrenzkampf mit anderen Standorten zu bestehen.
Salina-Raurica - Ergebnis eines internationalen Ideenwettbewerbs
Im Sommer 2001 hat der Regierungsrat der Öffentlichkeit den Start eines grossen städtebaulichen Entwicklungsvorhabens bekannt gegeben: die Gesamtplanung Salina-Raurica, vormals Erlebnisraum Augst - Pratteln. Es handelt sich dabei um die grösste Siedlungs- und Infrastrukturerweiterung des Kantons. Die Freifläche von rund 90 ha zwischen Schweizerhalle, der Nationalstrasse und Augst soll in einem Zeitrahmen von 20 Jahren als neuer Standort für wertschöpfungsstarke Arbeitsplätze und attraktives Wohnen entwickelt und überbaut werden. Die gesamte Rheinebene zwischen Schweizerhalle und Augst ist bereits industrielles oder gewerbliches Bauland - allerdings nur zum Teil erschlossen und baureif. Trotz guter Lage kam bislang keine Entwicklung in Gang.
Mit einem internationalen Planungswettbewerb und mit einem breit angelegten Mitwirkungsverfahren wurden Ideen für die Wirtschafts-, Verkehrs- und Raumentwicklung erarbeitet und ihre Machbarkeit intensiv getestet. Mit dem vorliegenden Spezialrichtplan konnte der Auftrag des Regierungsrates, eine mögliche und machbare Nutzung für das Gebiet Salina-Raurica aufzuzeigen, erfüllt werden. Das methodische Vorgehen mit einem kooperativen Planungsprozess und mit dem Einsetzen einer Ad-hoc-Organisation hat sich angesichts der anspruchsvollen Aufgabenstellung und der Vielzahl der Interessen bewährt.
Salina-Raurica ist eine Wirtschaftsvorlage
Der Schwerpunkt der Entwicklung liegt auf der Schaffung von Arbeitsplätzen; Wohnen ist nur an ausgewählten Standorten, angrenzend an bereits bestehende Wohngebiete, vorgesehen. Die Aufwertung der Freiräume bzw. die Vorstrukturierung des Gesamtkonzepts durch die Anlage urbaner Parks ist notwendig. Die neue S-Bahnhaltestelle "Pratteln Salina-Raurica" mit einem attraktiven Umfeld ist das zentrale Impulsprojekt der Entwicklung. Die Verlegung der Rheinstrasse vom Rhein weg Richtung Süden und das Anlegen von Grünflächen und Parkanlagen dienen der Aufwertung des Standorts. Damit wird die Erschliessung der gesamten Rheinebene verbessert und es lassen sich hochwertige Nutzungen mit Blick auf den Rhein platzieren - ein hervorragender Standortvorteil. Die beiden wichtigen Ver- und Entsorgungsanlagen, die Kläranlage und die Wasserversorgung Hard, sind im Spezialrichtplan integriert und bleiben bestehen.
Salina-Raurica löst Konflikte
Das Vorgehen zur Zurlindengrube wird in einer separaten Vorlage behandelt, in welcher dem Landrat die Verlegung des Amphibienlaichgebiets beantragt wird.
Für die Entwicklung der Gemeinde Augst wurde ein raumplanerischer Lösungsansatz erarbeitet. Er sieht die Siedlungsentwicklung der Gemeinde entlang des Rheinufers vor und den weitgehenden Verzicht auf die konfliktreiche und aufwändige Siedlungsentwicklung im Oberdorf. Dort soll die Römerstadt Augusta Raurica sich in Form eines Freilichtmuseums und eines Naherholungsgebiets entwickeln. Bereits am 31. Mai 2005 hat der Regierungsrat den Auftrag erteilt, dieses Konzept mit der kantonalen Nutzungsplanung umzusetzen unter Einbezug und Beachtung der Interessen der Gemeinde Augst und der betroffenen Grundeigentümer.
Ein hochattraktiver öffentlicher Verkehr ist eine wichtige Voraussetzung für die Realisierung von Salina-Raurica. Bei Vollausbau von Salina-Raurica werden auch für den motorisierten Individualverkehr Ausbaumassnahmen notwendig, insbesondere der Ausbau der Autobahnauffahrt Pratteln, die in jedem Fall in den nächsten Jahren erfolgen muss.
Die Umsetzung beginnt
Um den vorgeschlagenen, in seinem Wesen flexiblen Spezialrichtplan umzusetzen, ist ein aktives, von allen Beteiligten getragenes Gebietsmanagement erforderlich. Das Einleiten einer Baulandumlegung für die ganze Rheinebene oder für Teile davon - unter Berücksichtigung der langen Verfahrensdauer - wird unumgänglich sein.
Mit der Umsetzung der Planung Salina-Raurica kann umfangreiches Bauland - mit erheblichen Anteilen im Eigentum des Kantons und der Gemeinden - baureif entwickelt werden. Dieses Vorgehen löst direkte und indirekte Mehrwerte aus, die an den Kanton zurückfliessen werden, in erster Linie durch Landverkäufe und erhöhtes Steuereinkommen. Der gezielte Ausbau der Römerstadt Augusta Raurica wird sich volkswirtschaftlich ebenso positiv auswirken.
Bereits 2007 werden die ersten Vorhaben am Logistikstandort Schweizerhalle realisiert. In Augst hat die Planung von rund 70 neuen Wohnungen am Rhein begonnen. Zudem werden zurzeit verschiedene Anfragen geprüft. Ab 2008 hält die S-Bahn an der Haltestelle "Pratteln Salina-Raurica" - nur neun Minuten vom Bahnhof Basel SBB entfernt - mitten im Entwicklungsgebiet.
BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Informationsdienst
Für Rückfragen:
Hans-Georg Bächtold, Leiter Amt für Raumplanung, Tel. 061 925 59 31
Liestal, 19. Januar 2007