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Medieninfos BUD

Medieninformation der Bau- und Umweltschutzdirektion

 

Spitalabwasser - eine Herausforderung für die Abwasserreinigung


Die Schweiz gehört zu den Ländern mit einem sehr hohen Pro-Kopf-Verbrauch an Medikamenten. Ein grosser Teil der eingenommenen Wirkstoffe wird durch unseren Körper ausgeschieden und landet in der Kläranlage. Die heute eingesetzte Technologie der Abwasserreinigung vermag diese Stoffe nicht in jedem Fall vollständig aus dem Abwasser zu entfernen. Deshalb können Spuren von Hormonen und Medikamentenrückständen in den Wasserkreislauf und damit letztendlich auch ins Trinkwasser gelangen.


Das Amt für Industrielle Betriebe (AIB) als Betreiber der Kläranlagen im Kanton Basel-Landschaft und das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) engagieren sich stark für die Reduktion solcher Stoffe aus unseren Gewässern. Am Erfolg versprechendsten erscheinen derzeit Massnahmen, die möglichst direkt an der Quelle ansetzen, das heisst, noch bevor die Abwasserströme zu stark vermischt werden.


Spitalabwasser stellt ein komplexes Gemisch unterschiedlicher Schadstoffe dar. Dies ist bedingt durch die in Spitälern aus medizinischen und hygienischen Gründen nötige Verwendung von Chemikalien wie zum Beispiel Röntgenkontrastmittel, Antibiotika und Desinfektionsmittel. Heute werden Spitalabwasser und Abwasser der Haushaltungen im gleichen Abwasserkanal gesammelt, mit Fremd- und Regenwasser verdünnt und zentral in einer Kläranlage behandelt. Es ist nicht möglich, mit der gegenwärtig vorhandenen Reinigungstechnologie alle Schmutzstoffe gleich gut aus dem Abwasser zu entfernen. Einzelne Chemikalien wie beispielsweise Röntgenkontrastmittel passieren die Kläranlage praktisch vollständig und gelangen in die Oberflächengewässer und ins Grundwasser. Über deren Wirkung auf Pflanzen, Tiere und Menschen weiss man trotz grosser Forschungsaktivität noch sehr wenig.


   
Kantonsspital Bruderholz

Im Rahmen des geplanten Ausbaus des Kantonsspitals Bruderholz nimmt das AIB nun die Abwasserführung und die darin enthaltenen Chemikalien genauer unter die Lupe. Es wird geprüft, welchen Nutzen eine separate, dezentrale Behandlung des Spitalabwassers für die Umwelt hat. Gleichzeitig werden auch die Kosten der verschiedenen Varianten ermittelt.

Das AIB wird in seinem Engagement durch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) finanziell unterstützt. Die Relevanz von Spitalabwasser ist unter anderem Gegenstand des schweizweiten Projekts "Strategie MicroPoll" ("Mikroverunreinigungen") des BAFU, in das auch die Resultate aus dem Bruderholzspital einfliessen werden.


Das AIB ist überzeugt, dass in Zukunft vermehrt dezentrale Massnahmen für die Abwasserbehandlung zum Einsatz kommen werden und dass so Nährstoffkreisläufe geschlossen und Schadstoffkreisläufe unterbrochen werden können.


Ein Beispiel dafür ist die Urin-Separation beim WC, ein Projekt, welches das AIB schon seit längerer Zeit erfolgreich umsetzt. Der gesammelte Urin der neuen Kantonsbibliothek Liestal wird mit einer eigenen Aufbereitungsanlage erfolgreich zu hochwertigem Dünger veredelt. Da der Urin unverdünnt ist, können die Schadstoffe im Aufbereitungsprozess vollständig entfernt werden.


BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Informationsdienst


Liestal, 16. Oktober 2006


Weitere Auskünfte:
Gerhard Koch, Amt für Industrielle Betriebe, Abt. Verfahrenstechnik, Tel. 061 925 62 47
Roland Bono, Amt für Umweltschutz und Energie, Ressort Boden- und Gewässerschutz, Tel. 061 925 61 11


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