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Medieninfos BUD

Medieninformation der Bau- und Umweltschutzdirektion

 

Chienbergtunnel: Massnahmen Hebungen zeigen erste Wirkung


Vor rund 9 Monaten hat die beauftragte ARGE Sohlhebungen die Bauarbeiten zur Bewältigung der Hebungen im Chienberg (Umfahrung Sissach) in Angriff genommen. Eingebaut werden auf Anraten von Experten - weltweit zum ersten Mal - Knautschelemente mit dem Ziel, dass die Elemente zusammengedrückt werden und somit die Hebungen auffangen. Die ersten Auswirkungen des Quelldrucks zeigen: die Elemente werden teilweise schneller zusammen gedrückt, als von den Fachleuten angenommen. Die Fahrbahn und der eigentliche Tunnel sind - exakt wie vorhergesagt - aber stabil und bewegen sich nicht mehr. Dadurch ist nach heutigem Kenntnisstand eine 25jährige Gebrauchstauglichkeit des Tunnels sichergestellt. Die aktuelle Endkostenprognose bewegt sich innerhalb des vom Landrat bewilligten Kredits von 330 Millionen Franken.


Wesentliche Teile der Felsformationen im Jura bezeichnet man als Gipskeuper. In der ursprünglichen Form ist er als Anhydrit bekannt und wandelt sich bei Zutritt von Wasser zu Gips, wobei er - ohne Druckbegrenzung - bis zu 60% seiner Masse aufquellen kann. Ist keine Ausdehnung möglich, so entstehen gewaltige Drücke. Das Gewölbe des Chienbergtunnels wurde ganz von Anfang auf grosse Drücke dimensioniert, indem man ein kreisrundes, bis zu 70 cm dickes Profil betonierte.



Der Tunnel hebt sich


Der Tunnel verläuft in den Übergangszonen West und Ost teilweise nur rund 30 m unter der Oberfläche, zwischen weicherem Gestein, das sich darüber befindet und dem harten Gipskeuper darunter. Man war sich bewusst, dass bei Druck von unten und nur wenig Gegengewicht von oben Hebungen auftreten können. Weil man aufgrund breit abgestützter Einschätzung das Ausmass der Hebungen bis zu einer später notwendigen Instandstellung als geringer annahm als diese tatsächlich eingetreten sind, verzichtete man darauf, weitere Massnahmen - gewissermassen auf Vorrat - zu ergreifen, Massnahmen übrigens, die aus heutiger Sicht damals nicht genügt hätten.


Schon ein Jahr nach dem Betonieren des Gewölbes stellte man in einem ersten Abschnitt Hebungen fest, welche die für die Lebensdauer des Tunnels errechneten Werte bereits übertrafen. Bis zum Herbst 2005 wurden in einer ersten Zone Hebungen der Tunnelröhre von 12 cm und in einer zweiten Zone vom 9 cm gemessen. Auch an der Oberfläche im bebauten Gebiet wurden bis zu 4 cm Hebungen des Terrains registriert. Da zudem erste Schäden am Tunnelgewölbe auftraten und die Hebungen entgegen erster Erwartungen nicht abklangen, drängten sich Massnahmen auf, um die Tragfähigkeit weiterhin zu gewährleisten.


Folgende Vorgaben wurden an das Projekt gestellt:


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Verringerung der Hebungen, Sicherheit für die Gebäude an der Oberfläche

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Gewährleistung der unbeweglichen Lage der Fahrbahnplatte und des mit ihr verbundenen Betongewölbes

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Sicherstellen des Tunnelbetriebs (Gebrauchstauglichkeit) ohne grössere Tunnelsperrungen während 25 Jahren.



Die Massnahmen


Die "Massnahmen Hebungen" umfassen folgende Elemente:


- Längsbalken als Tragelement des Tunnelgewölbes
- Abstützung des Längsbalkens auf Knautschzylinder
- Starr mit dem Tunnelgewölbe verbundene Fahrbahnplatte
- Verankerung der unteren Platte mit Knautschelementen


Damit wird der obere Teil des Gewölbes fix gehalten mit dem Resultat, dass durchgehend die gleichen Randbedingungen für den Innenausbau und die Betriebseinrichtungen im Fahrraum gelten.


Der Zugang zu den Tunneleinrichtungen ist auch unter Verkehr möglich. Mit der Wahl von neu entwickelten modularen Knautschelementen kann die Knautschzone einfach überwacht und der Unterhalt gezielt vorgenommen werden.


Die Anwendung wurde aufgrund des Hebungspotenzials des Gebirges festgelegt. Sie umfasst die Hebungszonen im Westen über eine Strecke von 370 m und den Gefährdungsbereich Ost über eine Strecke von 60 m.


Die jetzt an den Knautschelementen festgestellten ersten Auswirkungen der Hebungen sehen zwar eindrücklich aus, belegen aber, dass die Knautschzone mit den Knautschzylindern ihre Funktion tatsächlich erfüllt. Andererseits ist der Druck des Berges auf die Tunnelröhre unverändert ernst zu nehmen. Das System selber wird dadurch allerdings nicht in Frage gestellt, aber die Geschwindigkeit, mit welcher der Druck wirkt, ist in einem kleinen Abschnitt hoch.



Termine und Kosten


Die Bau- und Umweltschutzdirektion hat sich zum Ziel gesetzt, die Umfahrung Sissach Ende 2006 in Betrieb zu nehmen. Dies wird nur durch striktes Einhalten der Bauprogramme und eine enge Koordination der Ausrüstungsarbeiten und Tests erreicht.


Die Kosten für die "Massnahmen Hebungen" sind mit 46 Mio. Franken veranschlagt. Die Gesamtkosten der Umfahrung inkl. der flankierenden Massnahmen im Ortskern Sissachs belaufen sich voraussichtlich auf rund 330 Mio. Franken.



BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION
Informationsdienst


Auskunft:
Ruedi Hofer, Kantonsingenieur, Tiefbauamt, Tel. 061 925 54 84
Alfred Zahler, Tiefbauamt, Geschäftsbereich Verkehr, Leiter Projektmanagement 1, Tel. 061 925 54 63


Liestal, 10. November 2005



 

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