Medieninformation der Bau- und Umweltschutzdirektion | |
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Mehr Sicherheit im Tunnel Arisdorf: Jetzt kommt die zweite Etappe
Am Montag, 19. September 2005 beginnen im Tunnel Arisdorf die Arbeiten der 2. Etappe zur Erhöhung der Tunnelsicherheit. Nachdem im Frühjahr während drei Monaten die Röhre Richtung Bern/Luzern instandgesetzt worden ist, folgt nun die Tunnelröhre in Fahrtrichtung Basel. Auch diese Röhre ist drei Monate lang für den Verkehr gesperrt. Am 16. Dezember, rechtzeitig vor dem Festtagsverkehr, werden beide Röhren wieder dem Verkehr zur Verfügung stehen.
Die Arbeiten zur Erhöhung der Tunnelsicherheit in der Röhre in Fahrtrichtung Bern/Luzern (1. Etappe) konnten termingerecht am 1. Juli abgeschlossen werden. Die vom Tiefbauamt gemeinsam mit der Polizei vorbereiteten und umgesetzten Massnahmen für den Verkehrsfluss haben sich gut bewährt. In der nun folgenden 2. Etappe werden in der Röhre in Fahrtrichtung Basel zwischen Montag, 19. September und Freitag, 16. Dezember 2005 die gleichen Arbeiten ausgeführt wie im Frühjahr in der anderen Röhre. Das Verkehrsregime bleibt grundsätzlich gleich, wird aber aufgrund der Erfahrungen teilweise noch optimiert.
Technische Massnahmen zur Erhöhung der Tunnelsicherheit
Der Sicherheitsstandard in der Röhre Richtung Luzern ist heute wesentlich höher als vor den Arbeiten. Nun wird ab kommenden Montag auch die zweite Tunnelröhre auf diesen Sicherheitsstandard gebracht. Kernstück sind die in den Portalbereichen aufgehängten Strahlventilatoren. Bei einem Brandereignis ist es jetzt möglich, den Rauchabzug kontrolliert zu steuern und so zu verhindern, dass sich der Rauch über die stehenden Fahrzeuge ausbreiten kann. Die beiden Rauchtrennwände in den Vorzonen bei den Tunneleingängen verhindern, dass der Rauch direkt wieder in die andere Röhre eingeblasen wird.
Die neue Fluchtwegsignalisation weist den Weg via die Querschläge in die rauchfreie Röhre. Die Querschlagseingänge sind markant grün gekennzeichnet und ausgeleuchtet. Im Laufe der zweiten Etappe werden die provisorischen Bautrennwände nun durch ein definitives Querschlagstor mit integrierter Fluchttüre ersetzt.
Im Zusammenhang mit der Erhöhung Tunnelsicherheit stehen den Automobilisten deutlich gekennzeichnete Notrufstellen mit neuen SOS-Signalen zur Verfügung. Die Notruftelefonanlage selbst wurde ebenfalls den neuen Steuerungsanforderungen angepasst. Auch die Ampeln und die Geschwindigkeitssignale werden ersetzt.
Die neue Betriebszentrale beim Nordportal dient der Energieversorgung sowie der elektrischen Verteilung und Steuerung. Im Endausbau wird sie mit ca. 60 Schaltschränken bestückt sein. Die Betriebszentralen resp. Technikräume müssen - wenn immer möglich - ausserhalb des Tunnels liegen.
In den nächsten drei Monaten werden rund 2'500 Tonnen Belag abgefräst und durch neuen Belag ersetzt. Für das Entwässerungssystem werden neue Schächte versetzt.
Allerdings werden auch in dieser Tunnelröhre aus Zeitgründen nur die zwingend erforderlichen baulichen Instandsetzungsmassnahmen ausgeführt. So werden beispielsweise Wasserinfiltrationen gefasst und abgeleitet, die Wandbeschichtung jedoch in ihrem Zustand belassen. Dadurch ist die Nutzung bis zur nächsten Instandsetzung nicht beeinträchtigt.
Angepasstes Verkehrsregime in der zweiten Etappe
Das gewählte Verkehrsregime der ersten Etappe hat sich grundsätzlich sehr gut bewährt. Dank aktiver Mithilfe der Bevölkerung, beispielsweise Verlagerung der Fahrzeiten, Bildung von Fahrgemeinschaften und Nutzung des öffentlichen Verkehrs, blieben die Stauzeiten geringer als erwartet. Auch in der zweiten Etappe ist insgesamt nicht mit wesentlich mehr Behinderung zu rechnen. Allenfalls ist zu Beginn noch ein leicht höheres Verkehrsaufkommen möglich.
Während der zweiten Etappe sind sowohl die Ausfahrt Arisdorf in Fahrtrichtung Basel als auch die Einfahrt in Fahrtrichtung Bern/Luzern geschlossen, da sie im Baustellen- bzw. Überleitungsbereich liegen.
Aufgrund der Auswertungen der Staufachstelle wurden in Zusammenarbeit von Polizei und Tiefbauamt für die 2. Etappe folgende Ziele für den Verkehrsfluss festgelegt: Der Verkehr soll soweit möglich noch stärker über die Nationalstrasse A2, bzw. umgeleitet via A3/A1, abgewickelt werden. Der Ausweichverkehr im Ergolztal (Rheinstrasse) soll reduziert werden durch Erhöhung der Leistungsfähigkeit auf der Nationalstrasse und verstärkte Nutzung der Umleitung A3/A1 (Bözberg). Die Überlastungsstunden auf der Achse H2/Rheinstrasse sowie in Liestal sollen reduziert werden.
Zu diesem Zweck werden für die zweite Etappe folgende zusätzliche Massnahmen ergriffen:
Verbesserte Information bezüglich richtigem Fahrverhalten beim 'Reissverschluss' mit dem Effekt einer erhöhten Leistungsfähigkeit bei den Portalen; Erweiterung der Stau-Information zur verstärkten Nutzung der Umleitung A3/A1; Hinweistafeln mit starren Wartezeitangaben bei den Ausfahrten Sissach und Arisdorf, damit Transitreisende eher auf der A2 bleiben; Verstärkung der Verkehrsinformation unter Einbezug der Verlustzeiten auf der Rheinstrasse, um den Verkehr möglichst auf der A2 zu behalten, wo die Verlustzeiten in den meisten Fällen kleiner sein werden; Aufhebung der Umleitungsmassnahme Anschluss Sissach und Umplatzierung des Plantons Itingen zum Anschluss A2/Sissach. Damit entfallen Umwegfahrten des Verkehrs aus dem Bezirk Sissach Richtung Basel zumeist.
Wie bereits in ersten Etappe wird die Bevölkerung der Region mit einem Flugblatt informiert, das in grosser Auflage in die Briefkästen verteilt worden ist. Darin sind die voraussichtlichen Stauzeiten, die Umfahrungsroute via A3/A1 und die Angebote des öffentlichen Verkehrs dargestellt. Auch für die zweite Etappe ist die aktive Mithilfe der Bevölkerung unerlässlich.
Kosten und Ausblick auf spätere Instandsetzungen
Die Gesamtkosten der vom Bund genehmigten Projekte für alle Massnahmen bezüglich Technik und Verkehr belaufen sich auf ca. 34 Mio. Franken. Davon trägt der Bund rund 28 Mio. Franken, die restlichen ca. 6 Mio. Franken entfallen auf den Kanton Basel-Landschaft.
Wenn die zweite Etappe ebenso erfolgreich abgeschlossen werden kann wie die erste, verbleiben im Frühjahr 2006 nur noch Arbeiten, die ohne wesentliche Behinderung in Nachtsperrungen ausgeführt werden können. Dabei handelt es sich um die Montage der optischen Leiteinrichtung an den Fahrbahnränden, die Installation der neuen Verkehrsfernsehanlage und die Montage von Querschlagsabschlüssen auf der Seite in der Tunnelröhre Richtung Luzern.
Damit entspricht der neue Sicherheitsstandard des Tunnels Arisdorf den aktuellen Anforderungen des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) und gewährleistet einen unterhaltsarmen Betrieb für die nächsten 10 Jahre.
Umfassende Informationen zur Instandsetzung des Tunnels Arisdorf sind auf dem Internet abrufbar: www.tunnelarisdorf.ch
Folien [PDF; 1,8 MB]
BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Informationsdienst
Auskunft:
Thomas Weber, Tiefbauamt, Leiter Hochleistungsstrassen, Tel. 061 976 87 87
Beat Schüpbach, Polizei Basel-Landschaft, Leiter Verkehrssicherheit, Tel. 061 926 39 10
Liestal, 14. September 2005