Medieninformation der Bau- und Umweltschutzdirektion | |
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Chienberg: Ökobilanz Bahn-Abtransport erstellt
Beim Bau des Chienbergtunnels (Umfahrung Sissach) wurde gemäss dem 1989 erarbeiteten Umweltverträglichkeitsbericht und der anschliessenden Volksabstimmung der Abtransport des Ausbruchmaterials per Bahn vorgenommen. Jetzt liegt die Ökobilanz vor.
Gemäss dem 1989 erarbeiteten Umweltverträglichkeitsbericht können beim Bau des Chienbergtunnels in den Jahren 2000-2004 durch Abtransport des Ausbruchmaterials per Bahn umweltbelastende Transporte auf LKWs vermieden werden. In der Planung wurde deshalb der Bahntransport berücksichtigt und dem Stimmvolk im angenommenen Baukredit versprochen. Die Auswahl der Deponie, eingeschränkt durch den anfallenden problematischen Gipskeuper, wurde den Unternehmern überlassen. Beim Bau des Tunnels tauchte die Frage auf, ob sich die finanziellen Mehraufwände für den Bahntransport nach Schlatt (Nähe Schaffhausen) ökologisch rechtfertigen lassen. Im Auftrag des Tiefbauamtes hat deshalb die Firma Carbotech (Umweltprojekte / Beratung / Analytik) in Basel eine Ökobilanzierung für den Abtransport von Ausbruchmaterial beim Bau des Chienbergtunnels erarbeitet.
In der Bilanz sind alle Schritte für den Abtransport vom Tunnelausgang bis zur Deponierung inklusive der notwendigen Verarbeitungsschritte und Infrastrukturbauten (Brecher, Förderbänder, Bahnanschluss, Förder-/Verladeanlage) berücksichtigt. Dabei wurden die Stoff- und Energieflüsse von Baumaterialien und Energieträgern über den ganzen Lebensweg von der Herstellung bis zur Entsorgung erfasst. Die Umweltauswirkungen der Emissionen (Stoff- und Lärmemissionen) sind berücksichtigt und der Ressourcenbedarf (energetische Ressourcen und Landverbrauch) ermittelt.
Der Bericht kommt zu folgenden Schlüssen:
- | Die Umweltauswirkungen des Transports einer bestimmten Menge an Gütern über dieselbe Distanz sind mit der Bahn 5 bis 10 Mal geringer als mit dem LKW. |
- | Bei den untersuchten Varianten benötigt die Bahn zusätzliche Infrastrukturen. Dies führt dazu, dass der Bahnabtransport erst ab einer Distanz von ca. 20 bis 40 km geringere Umweltauswirkungen hat als der LKW-Transport. |
- | Im Fall der Umfahrung Sissach schneidet die Ökobilanz des Abtransports per Bahn in die weit entfernte Deponie in der Nähe von Schaffhausen (130 km) gegenüber eines möglichen Abtransports per LKW in eine nahe Deponie bei Kaiseraugst (15 km) nicht gut ab. |
Der Bericht kommt auch zum Ergebnis, dass bereits der Bahnabtransport in die näher gelegene Deponie im luzernischen Zell bezüglich der Gesamtbilanz mit dem LKW-Abtransport nach Kaiseraugst nahezu ebenbürtig gewesen wäre.
Die Ausschreibung des Tiefbauamts verlangte nur den Abtransport per Bahn und gab lediglich orientierungshalber eine mögliche Deponie an, welche die Bedingungen erfüllen konnte. Bei der Bestimmung der Deponie, welche schliesslich zum Zuge kam, waren folgende Punkte massgebend:
- | Eine erste Voraussetzung war, das sulfathaltige Gipskeupermaterial aufnehmen zu können (Grundwasserproblematik), |
- | Die Deponie musste einen Bahnanschluss aufweisen, |
- | Abtransport und Deponierung des Ausbruchmaterials waren Bestandteil der umfassenden Ausschreibung für den bergmännischen Tunnel. Schliesslich war es die Gesamtofferte der beauftragten Tunnelbau-Unternehmung, welche unter Einhaltung der vorstehenden Randbedingungen die Wahl der Deponie bestimmte. Für die Unternehmung waren (vom TBA nicht beeinflussbar) deren Preisverhandlungen mit Logistikanbietern und möglichen Deponiebetreibern ausschlaggebend. |
Der Bericht stipuliert, in Zukunft mit Analysen Varianten zu ermitteln, welche sowohl ökonomisch wie auch ökologisch vorteilhaft sind. Dies würde aber eine Trennung des Auftrags für den Abtransport von den eigentlichen Arbeiten erfordern, was zu problematischen Abhängigkeiten und Schnittstellen führen kann. Der Variantenentscheid sollte zukünftig nicht bereits im Rahmen des Umweltverträglichkeitsberichtes erfolgen, sondern erst bei der Beschffung der Bauleistungen. Insgesamt attestiert die Studie dem Kanton, dass mit dem Anstoss zu Gunsten des Bahnabtransports eine Wahl getroffen wurde, welche in vielen anderen Fällen sowohl ökologisch wie auch ökonomisch interessant sein kann.
BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Informationsdienst
Auskunft:
Alfred Zahler, Tiefbauamt, Tel. 061 925 54 63
Ruedi Hofer, Kantonsingenieur, Tel. 061 925 54 51
Liestal, 19. Mai 2005
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