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Medieninfos BUD

Medieninformation der Bau- und Umweltschutzdirektion

 

Mehr Sicherheit im Tunnel Arisdorf


Am Montag, 4. April 2005 beginnen die notwendigen Instandsetzungsarbeiten im Tunnel Arisdorf zur Erhöhung der Tunnelsicherheit. Während je drei Monaten ist die entsprechende Tunnelröhre für jeglichen Verkehr gesperrt. Während der Sommermonate ist der Tunnel in beide Richtungen normal befahrbar. An einer weiteren Informationsveranstaltung am 14. März 2005 wurden die betroffenen Gemeinden, Verbände, Organisationen und die Öffentlichkeit über das Vorhaben informiert.


In den vergangenen Jahren wurden unter anderem aufgrund der Unfälle in verschiedenen Tunnels im In- und Ausland die Tunnelnormen und auch die Richtlinien des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) betreffend Tunnellüftung überarbeitet. Eine Untersuchung des Sicherheitsstandards aller Nationalstrassentunnels des Kantons Basel-Landschaft hat aufgezeigt, dass in erster Priorität der Tunnel Arisdorf der Autobahn A2 an die verschärften Anforderungen anzupassen ist.


Tunnellüftung und Signalisation
Kernstück der Tunnelinstandsetzung 2005 ist die Erneuerung der Tunnellüftung. Jede Röhre erhält bei den Portalen Strahlventilatoren, welche in einem Brandfall den Rauch raschmöglichst wegblasen. Insbesondere soll sich im Staubereich vor dem Brandereignis der Rauch nicht ausbreiten können. Die Querschläge werden mit Toren geschlossen zur Verhinderung einer Rauchausbreitung in die Nachbarröhre.
Eine entsprechende Signalisation ähnlich dem Belchentunnel sorgt für eine rasche und direkte Flucht in die nicht vom Ereignis betroffene Röhre. Mit dem Ausbau des Zuganges zu einer stillgelegten militärischen Anlage wird eine weitere Querverbindung geschaffen, die im Ereignisfall als Fluchtwegstollen genutzt werden kann. Und nicht zuletzt bietet eine auf den Banketten angeordnete optische Leiteinrichtung im Ereignisfall zusammen mit der Brandnotbeleuchtung den Flüchtenden eine Orientierungshilfe.


Erneuerungen und Erweiterungen
Mit den erwähnten Sicherheitsmassnahmen verbunden sind verschiedene Bauarbeiten sowie Erneuerungen und Erweiterungen der elektromechanischen Einrichtungen. Im Portalbereich wird die Beleuchtung erneuert, und abschliessend wird erstmals seit der Inbetriebnahme des Tunnels im Jahre 1970 der Belag ersetzt. Bereits im Bau ist die neue Technikzentrale beim Tunnel-Nordportal.


Sperrungen der Gegenröhre
Zur Gewährleistung einer raschen Ausführung der Arbeiten wird jeweils eine Röhre gesperrt und der Gegenverkehr durch die Nachbarröhre geführt. Die Zeitfenster für die Realisierung liegen in Phasen mit möglichst wenig Verkehr: Die Instandsetzung der Röhre Richtung Luzern erfolgt vom 4. April bis 1. Juli 2005. Vorgängig bedarf es sowohl in der Röhre Richtung Basel wie auch in der Vorzone Vorbereitungsarbeiten, welche nachts, oder in verkehrsarmen Zeiten stattfinden. Die zweite Etappe der Instandsetzung umfasst in gleicher Weise die Röhre in Richtung Basel vom 19. September bis zum 16. Dezember 2005. Somit ist der Tunnel in der verkehrsintensiven Sommerferienzeit vierspurig befahrbar. Die vorgegebenen Zeitfenster von rund zwei mal drei Monaten für die Baustelle reichen trotz Schichtbetrieb rund um die Uhr nicht aus, um alle Arbeiten abzuschliessen. Deshalb ist geplant, im Frühjahr 2006 während ca. 4 Wochen noch einzelne Fertigstellungsarbeiten in Nachtarbeit auszuführen.


Verkehrsregime
Da der heutige Verkehr jeweils in den Morgen- und Abendspitzen deutlich über der Kapazität im Baustellenbereich liegt, ist mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Mit einer ganzen Palette von verkehrstechnischen Massnahmen wird angestrebt, diese Behinderungen zu minimieren.

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Als Grundsatz gilt, dass der Verkehr möglichst auf der Nationalstrasse bleiben soll. Die bereits bei der Instandsetzung des Belchentunnels vorgenommene Umleitung via A1 / A3 über die Verzweigungen Birrfeld / Wiggertal wird wieder aktiviert. Nach Rücksprache mit den Nachbarkantonen kann dann der Verkehr - insbesondere der Transitverkehr - über das Nationalstrassennetz geführt werden.

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In den Vorzonen des Tunnels Arisdorf wird mit signalisationstechnischen Massnahmen eine flüssige Verkehrsführung unterstützt und somit die Kapazität auf einem möglichst hohen Stand gehalten. Die gleiche Zielsetzung wird mittels einem verstärkten Polizeieinsatz, insbesondere einem vermehrten, präventiv wirkenden Patrouillendienst verfolgt.

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Falls dennoch zeitweise die Lokalstrassen stärker belastet werden, ist bei den neuralgischen Kreuzungen eine Verkehrsregelung mit Plantons vorgesehen.

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Zur Vermeidung von Ausweichverkehr durch die Ortschaften wird der Anschluss Arisdorf je nach Bauphase teilweise oder ganz gesperrt; die Einfahrt wird während beiden Etappen geschlossen, die Ausfahrt Arisdorf kann während der 2. Etappe vom 19. September bis 16. Dezember 2005 nicht benutzt werden.

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Gezielte Informationen sollen der Öffentlichkeit helfen, die Fahrten auf unkritische Zeiten zu verlagern. Zusätzlich wird aber auch darauf hingewiesen, dass während dieser Zeit der Öffentliche Verkehr vermehrt genutzt werden sollte.

Aktueller Stand der Arbeiten
In den Monaten Dezember 2004 und Januar 2005 wurden 9 öffentlich ausgeschriebene Submissionen mit einem Gesamtwert von ca. 17 Mio. Franken vergeben. Die Vorbereitungsarbeiten sind in vollem Gange. Parallel dazu wird auch die Einsatzplanung der Ereignisdienste auf die Baustellenverhältnisse angepasst und umgearbeitet.
In der Woche vom 14. März 2005 werden parallel mit den Unterhalts- und Reinigungsarbeiten jeweils in der Nacht die Vorbereitungsarbeiten in der Röhre Richtung Basel ausgeführt. Die letzten Vorarbeiten, insbesondere die Einrichtung des Gegenverkehrs in der Röhre Basel, werden dann kurz vor dem eigentlichen Start in der Nacht auf den 4. April realisiert.


Kosten und Ausblick auf spätere Instandsetzungen
Gemäss den vorliegenden Projekten belaufen sich die Kosten gesamthaft auf ca. 30 Mio. Franken. Davon trägt der Bund rund 25 Mio. und die restlichen ca. 5 Mio. der Kanton.
In den Jahren 2006 und 2007 sind zwischen Basel und Augst umfangreiche Instandsetzungsmassnahmen vorgesehen. Weitere Verkehrsbehinderungen auf dem Baselbieter Nationalstrassennetz sollen in diesem Zeitraum vermieden werden. Die Umsetzung aller Instandsetzungs- und Erneuerungsmassnahmen beim Tunnel Arisdorf ist aus zeitlichen Gründen in einem einzigen Jahr nicht möglich. Deshalb hat die Bau- und Umweltschutzdirektion in Zusammenarbeit mit dem ASTRA beschlossen, in einem ersten Schritt im Jahr 2005 die wichtigsten und prioritären Massnahmen zur Erhöhung der Tunnelsicherheit zu realisieren. Die restlichen Massnahmen folgen ab 2015.
Gegenstand der in ca. 10 Jahren vorgesehenen baulichen Eingriffe werden dann unter anderem der vollständige Rückbau der Zwischendecke, eine umfassendere bauliche Instandsetzung, die Anordnung von Überkopfsignalen sowie ein neues Kabeltrassee sein.


Umfassende Informationen zur Instandsetzung des Tunnels Arisdorf sind auf dem Internet abrufbar: www.tunnelarisdorf.ch


Folien vom ASTRA: Unterhaltsstrategie & Sicherheit der Strassentunnels [PDF; 1,3 MB]


BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Informationsdienst


Auskunft:
Thomas Weber, Tiefbauamt, Leiter Hochleistungsstrassen, Tel. 061 976 87 87
Beat Schüpbach, Polizei Basel-Landschaft, Leiter Verkehrssicherheit, Tel. 061 926 39 10


Liestal, 14. März 2005


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