Medieninformation der Bau- und Umweltschutzdirektion | |
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In Salina Raurica kommt es zum Aufschwung
Rund ein Jahr nach dem Start eines städtebaulichen Wettbewerbs zur Nutzung der Rheinebene von Pratteln und Augst zeichnet sich eine zukunftsträchtige Lösung ab, die den Spagat zwischen wertschöpfender Nutzung des Baulands, grünen Lungen und intelligenter Erschliessung für den (öffentlichen) Verkehr erfolgreich absolviert. Bereits zeichnet sich ein Konsens ab. Mitte Jahr kommt es zur öffentlichen Vernehmlassung.
Pratteln/Augst. Die Gemeinden Pratteln und Augst gehören zu den grossen Gewinnerinnen des Entwicklungsgebietes Salina Raurica zwischen Schweizerhalle, der Autobahn und Augst. Die 90 Hektaren grosse Freifläche gehört zwar schon lange zur Bauzone, aber niemand wusste, wo man was auf geordnete Weise umsetzen sollte. Von Seiten der Grundeigentümer entstand verständlicherweise Druck, das Bauland endlich angemessen wirtschaftlich nutzen zu können. Die Gemeinden begannen eigene Planungen zu entwickeln. Aber es fehlte gewissermassen der Kick. Der Blick für das Ganze.
Vor einigen Monaten ist das Zürcher Planungsteam a.e.v.i. nicht nur als überzeugende Siegerin aus dem Wettbewerbsverfahren hervorgegangen, sondern jetzt liegt bereits eine Planung vor, die in einem konstruktiven Verfahren mit den Eigentümern, Vertretern der Gemeinden, des Kantons und der Öffentlichkeit erarbeitet wurde. Dieser Entwicklungsplan bildet den Rahmen für die künftige Nutzung und Überbauung. Verfeinert und umgesetzt werden die Vorgaben schliesslich durch die Gemeinden in Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern. Bemerkenswert immerhin, dass bei allen beteiligten Gruppen ein weitgehender Konsens vorliegt. Doch das ist noch nicht das Ende. Bis Mitte 2004 liegt ein Entwurf des Spezialrichtplanes vor und die Öffentlichkeit wird im Rahmen eines Vernehmlassungsverfahrens zur Stellungnahme eingeladen. Später wird der Entwicklungsplan als behördenverbindlicher Spezialrichtplan vom Landrat genehmigt. Die kommunalen Planungsinstrumente werden angepasst und die Landumlegung wird abgeschlossen. Deshalb können noch 5 Jahre vergehen, bis der Spatenstich erfolgen kann. Aber es lohnt sich, auf das Projekt zu warten.
- | Das Projekt Salina Raurica wird einen neuen Siedlungsschwerpunkt als Arbeitsort umfassen. In erster Linie sollen hier Firmen aus dem Dienstleistungsbereich, aus Forschung und Entwicklung, Logistik und Gewerbe angesiedelt werden; Wohnen ist lediglich an besonders geeigneten Standorten wie dem Rheinufer vorgesehen. |
- | Salina Raurica wird städtischen Charakter haben, d.h. es wird eine dichte, flächensparende Bauweise gesucht, die eine hohe Qualität in der Gestaltung der Baukörper wie auch des Freiraums aufweist. |
- | Die heutige Rheinstrasse, die ohnehin saniert werden muss, wird vom Wasser zurückverlegt, um eine bessere Erschliessung des ganzen Areals zu ermöglichen. Damit gewinnt man eine grosszügige Erholungszone direkt am Rheinufer. |
- | Um das Verkehrsaufkommen trotz des Ausbaus von Salina Raurica in Grenzen zu halten, braucht es einen öffentlichen Verkehr, der attraktiv genug ist, um mit der Bequemlichkeit erfolgreich konkurrenzieren zu können. Kernstück - aber nicht einzige Komponente der ÖV-Förderung - wird die neue S-Bahn-Station Längi sein. |
Von Anfang an war es Ziel, einen Nutzungsmix in der Rheinebene zu etablieren, der auch der Aufwertung der Freiflächen entsprechenden Stellenwert gibt. Im Anschluss an die Schweizerhalle ist deshalb eine Freihaltezone eingebaut, die bis zur Salinenstrasse reicht. Sie bildet eine ökologische Vernetzung zwischen Hardwald und Rheinufer. Hierher soll auch die Zurlindengrube, dieses Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung, verlegt werden.
Neben der Freihaltezone gehören drei Parks zum Grundgerüst des neuen Quartiers Salina Raurica: der Längipark verbindet als neues städtisches Zentrum die S-Bahn-Station mit der heutigen Längi-Siedlung und der neuen Überbauung am Längipark. Der Rheinpark bildet einen grosszügigen Erholungsraum am Rheinbord, der Randpark dient als Pufferzone und Lärmschutz zur Autobahn und verbindet verschiedene Natur- und Kulturschutzzonen - vom Amphibienlaichgebiet bis zum Freilichtmuseum Augusta Raurica. Der Standort des künftigen Römermuseums ist im Schwarzacker, direkt an der Autobahn. Eine geeignete Anbindung an das grenzüberschreitende Strassennetz ist in Prüfung.
Im Rheintal besteht heute schon ein Verkehrsengpass. Jede weitere Nutzung führt zu einer wachsenden Verkehrsbelastung. Ein erheblicher Anteil der Mobilität muss deshalb über den ÖV abgewickelt werden.
Durch einen Rückbau der Ortsdurchfahrt Augst können - zusammen mit dem neuen Autobahnanschluss westlich von Rheinfelden - die negativen Auswirkungen der heute hohen Verkehrsbelastung reduziert werden.
Kenndaten von Salina Raurica: |
BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Informationsdienst
Auskunft:
Hans-Georg Bächtold, Leiter Amt für Raumplanung, Tel. 061 925 59 33 oder 079 693 46 11
Hinweis für die Medien:
CD mit Plänen und Fotos sowie Erläuterungsbericht ist zusätzlich erhältlich unter Tel. 061 925 54 04
Liestal, 8. Januar 2004
Eine Chance für die Wirtschaft Die Region Basel braucht hochwertige Standorte für die Weiterentwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Was bisher im Regionalplan Siedlung ganz generell noch als "Arbeitsplatzgebiet von kantonaler Bedeutung" bezeichnet und ohne Differenzierung als einfache Fläche ausgeschieden worden war, hat mit Salina Raurica eine neue Qualität erhalten. Das Amt für Raumplanung hat in engem Kontakt mit den kommunalen Behörden von Augst und Pratteln, einem Beitrat aus Betroffenen und Interessierten sowie zusammen mit den Grundeigentümern Entscheidungsgrundlagen für die Zukunft erarbeitet. Mit Testplanungen sind zunächst Nutzungs- und Gestaltungsvarianten entstanden und in einen Entwicklungsplan gegossen worden, der ein konzeptionelles Gerüst darstellt, das allerdings flexibel genug ist, um den verschiedenen Nutzungsansprüchen gerecht zu werden. Damit ist gewissermassen ein "Businessplan" entstanden, der darauf abzielt, Vertrauen zu schaffen, nicht zuletzt bei jenen, die investieren wollen. Dieses Vertrauen gründet auf der Überzeugung, dass auch in einer dichtbesiedelten Agglomeration Raumentwicklungen möglich sind, wenn sie verkehrsmässig funktionieren, für die Umwelt vertretbar sind und dadurch einen bestmöglichen Nutzen für Bevölkerung, Wirtschaft, Natur und Kultur gewährleisten. |