Medieninformation der Bau- und Umweltschutzdirektion | |
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Belchen auf der Zielgeraden
Bald ist es soweit - nach 2 x 9 Monaten intensivster Instandsetzungsarbeiten werden der Belchen und der Tunnel Oberburg am Freitag, 27. Juni 2003 dem Verkehr termingerecht wieder vollumfänglich zur Verfügung stehen. Wie geplant, gerade rechtzeitig vor den Sommerferien und dem damit verbundenen hohen Verkehrsaufkommen.
Obwohl die Oströhre wegen grösserer Schäden erheblich mehr Arbeitsaufwand erforderlich machte, ist die geplante Bauzeit von wiederum 9 Monaten eingehalten worden. Die Bauleute haben sich die erworbenen Erfahrungen aus den Schäden in der Weströhre zu Nutze gemacht und diese bei der Instandsetzung der Oströhre eingebracht.
Belchentunnel
Im Vergleich zur Weströhre (Richtung Luzern) waren insbesondere die baulichen Instandsetzungsmassnahmen in der Oströhre (Richtung Basel) umfangreicher. In beiden Röhren ist das Tunnelgewölbe zum Teil total ersetzt worden. Jedoch erstreckte sich erwartungsgemäss in der Oströhre der Ersatz auf 20 m, im Gegensatz zur Weströhre, wo der Totalersatz lediglich 12 m betragen hat. Nachdem der Zustand des freigelegten Sohlgewölbes sichtbar gemacht und mittels Kernbohrungen als ungenügend beurteilt werden musste, drängte sich ein Ersatz des Sohlgewölbes auf einer Länge von 60 m auf. Auch die Tiefendrainageleitung erforderte anstelle einer lokalen Instandsetzung einen Ersatz von ca. 1'700 m Länge. Diese baulichen Massnahmen dienen dazu, dem weiter fortfahrenden Quellen des Gipskeupers mindestens in den nächsten 15 Jahren genügend Widerstand entgegen zu bringen und durch verbessertes Drainieren des Bergwassers unter der Fahrbahn ein weiteres Anheben der Fahrbahn zu vermeiden.
Die Erneuerung der elektromechanischen Arbeiten, insbesondere die Erneuerung der Beleuchtung und deren Verkabelung und Steuerung gemäss den neuesten Anforderungen waren erfolgreich. Insgesamt sind im Zuge dieser 1. Instandsetzung ca. 72 km Kabel ersetzt oder neu eingezogen worden.
Mit einer gut sichtbaren Fluchtwegbeschilderung und einer vergrösserten Signalisation der Querschläge ist die Tunnelsicherheit im Bereich der Selbstrettung erheblich erhöht worden. Die in den Querschlägen geplanten Tore zur lüftungstechnischen Trennung der Tunnelröhren, wie auch die auf den Banketten angeordnete optische Leiteinrichtung, mussten wegen einer hängigen Submissionsbeschwerde und wegen Lieferverzögerungen verschoben werden. Das mit der Instandsetzung verbesserte Sicherheitsdispositiv des Tunnels weist deswegen noch eine Lücke auf, welche möglichst rasch behoben werden soll. Diese Arbeiten sind auf das 4. Quartal dieses Jahres geplant. Sie erfolgen in Nachtarbeit, wobei mit der Sperrung jeweils einer Spur pro Röhre der Verkehr nur wenig Behinderung erfahren wird.
Tunnel und Viadukt Oberburg
Gleichzeitig mit dem Belchentunnel sind auch die Objekte Tunnel und Viadukt Oberburg in Stand gesetzt worden.
Im Gegensatz zu der in der ersten Etappe realisierten Tunnelinstandsetzung der Weströhre musste die Oströhre nicht aufgeweitet werden. Das Gewölbe wurde, wo erforderlich, einer lokalen Betoninstandsetzung unterzogen und im unteren Bereich mit einer neuen Beschichtung geschützt.
Beim Viadukt ist die augenfälligste Massnahme der verstärkte Randabschluss der Brückenplatte mit einer Betonleitmauer, welche die Absturzsicherheit von Lastwagen wesentlich erhöht. Belag und Abdichtung der Brückenplatte wurden erneuert, einerseits zur Behebung der Spurrinnen und andererseits zum Schutz der Betonkonstruktion vor salzhaltigem Wasser. Zur Wiederherstellung einer ausreichenden Restnutzungsdauer gehört auch der Ersatz der Entwässerung und der Fahrbahnübergänge.
Erhaltungsabschnitt Diegten - Belchen
Im 10,5 km langen Erhaltungsabschnitt zwischen dem Anschluss Diegten und der Belchen-Südrampe haben zahlreiche Unterhalts-und Verbesserungsarbeiten statt gefunden, damit dieser Autobahnabschnitt während der nächsten ca. 15 Jahre ohne grosse Behinderungen dem Verkehr zur Verfügung steht:
- | Erneuerung der Leitplanken im ganzen Abschnitt |
- | Erweiterung der Tunnelzentrale Oberburg |
- | Felssicherungsmassnahmen im Bereich Oberburg |
- | Ergänzen der Rohrblockanlage in der Fahrspur Basel |
- | Belagserneuerung auf der Belchen-Südrampe |
- | Instandsetzung der Unterführung X 13 beim Belchen-Südportal |
Verkehr
Mit den baustellenbedingten Verkehrsmassnahmen wollte man den Ausweichverkehr auf das Kantonsstrassennetz minimieren, für möglichst wenig Stauzeiten auf der A2 sorgen und die Unfallrate so gering wie möglich halten. Dies wurde mit zahlreichen Signalisations- und Verkehrslenkungsmassnahmen, Radioinformationen und Angaben auf einer speziellen Internetseite (www.belchen.ch) weitgehend erreicht. Mit TV-Kameras hatte die Polizei die Möglichkeit, das aktuelle Verkehrsgeschehen zu überwachen und rechtzeitig Umlenkungen via A3/Bözberg vorzunehmen. Voraussetzung dafür war eine kantonsüberschreitende enge Zusammenarbeit zwischen der Polizei Basel-Landschaft, der Kantonspolizei Solothurn und der Kantonspolizei Aargau. Intensive Polizeipatrouillen ermöglichten schnelles Reagieren und Eingreifen bei Ereignisfällen, Unfällen und Pannen.
In der zweiten Instandsetzungsetappe ist auf der gesamten Sanierungsstrecke im Gegensatz zur ersten rund ein Drittel weniger Unfälle zu verzeichnen. Dies ist auf die sowohl zeitlich wie distanzmässig kürzere Gegenverkehrsstrecke während der zweiten Etappe zurückzuführen. Die Unfallzahlen im Tunnelbereich mit Gegenverkehr in einer Röhre zeigen in beiden Etappen vergleichbare Werte.
Rückblick und Fazit
In den letzten 2 x 9 Monaten haben über 230 Arbeitsgemeinschaften, Unternehmer, Handwerker und Lieferanten sowie ca. 55 Planungsbüros zum erfolgreichen Abschluss beigetragen. Insbesondere in den Tunnels waren 2- und 3-schichtige Arbeitsausführungen erforderlich, um die ambitiösen Terminvorgaben einhalten zu können. Es hat sich gezeigt, dass die Instandsetzungsarbeiten notwendig waren, und dass die baulichen Massnahmen im Belchentunnel etwas umfangreicher waren als angenommen wurde. Die geplanten Massnahmen konnten allesamt durchgeführt werden. Im Rahmen der Instandsetzungen ist ausserdem die Tunnelsicherheit massgeblich erhöht worden.
Während der gesamten Sanierungszeit waren glücklicherweise keine schweren Arbeitsunfälle zu verzeichnen.
Ausblick
Am Freitag, 13. Juni 2003 erfolgt die Übergabe der Oströhre an den Verkehr. In den darauf folgenden 2 Wochen wird die Weströhre mit einer Fluchtwegbeschilderung nachgerüstet, neue Funkkabel werden eingezogen, und die restlichen Schäden des Fahrzeugbrandes vom 25. April 2003 werden behoben. Schlussendlich wird diese Röhre auch noch von der durch den 9-monatigen Gegenverkehr verursachten starken Verschmutzung gereinigt. Im ganzen übrigen Abschnitt werden die noch laufenden Instandsetzungsarbeiten abgeschlossen. Für diese zusätzlichen Massnahmen verläuft der Verkehr im Gegenverkehrsregime durch die neu in Stand gesetzte Röhre.
Am Freitag, 27. Juni 2003 wird dann der Belchentunnel, und mit ihm der ganze Erhaltungsabschnitt Diegten - Belchen, dem Verkehr wieder vollumfänglich zur Verfügung stehen.
Die noch verbleibenden Restarbeiten im Belchentunnel, die optische Leiteinrichtung und die Querschlagsabschlüsse sind auf das 4. Quartal dieses Jahres geplant. Sie erfolgen in Nachtarbeit, mit Sperrung jeweils einer Spur pro Röhre.
Die verantwortlichen Direktionen der beiden Kantone Solothurn und Basel-Landschaft bedanken sich bei allen am Bau beteiligten Arbeitern, den involvierten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der zuständigen Amtsstellen, den Polizeiorganen und Ereignisdiensten für ihr engagiertes tatkräftiges Mitwirken. Der Dank geht aber auch an alle betroffenen Gemeinden und privaten Anlieger sowie an die Verkehrsteilnehmer für das entgegengebrachte Verständnis.
BAU- UND JUSTIZDEPARTEMENT | BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION |
Weitere Auskünfte:
Christian Scholer, Tiefbauamt Kt. BL, Leiter Abt. Ausbau und Unterhalt, Tel. 061/925 54 61
Beat Schädler, Aegerter & Bosshardt AG, Basel, Gesamtprojektleiter, Tel. 061/365 24 26.
Dr. Philipp Stoffel, Amt für Verkehr und Tiefbau Kanton SO, Tel. 032 627 27 57
Liestal/Solothurn, 11. Juni 2003