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Medieninfos BUD

Medieninformation der Bau- und Umweltschutzdirektion

 

Neue Wege im Strassenbau


Auf der Autobahn A2 sind zwischen der Verzweigung Augst bis vor den Anschluss Arisdorf Bauarbeiten zur Erneuerung der über 30-jährigen Beläge im Gang. Im Rahmen eines nationalen Forschungsprojektes werden verschiedene Belagssorten in diesem Abschnitt eingebaut. Die neuen Beläge sollen eine höhere Lebensdauer aufweisen und einen Beitrag zur Schonung der Umwelt leisten.


Seit dem 5. Mai sind Belagserneuerungen auf der A2 im Gange, welche bis voraussichtlich 30. Mai dauern. Von der Verzweigung Augst bis vor den Anschluss Arisdorf (Beginn der 3-Spur Strecke) in Fahrtrichtung Luzern werden die Beläge teilweise ersetzt. Dabei handelt es sich mit Ausnahme des Tunnels Arisdorf um die letzten "Urbeläge", sie stammen noch vom Bau der Autobahn von 1970 und umfassen die Strecke Verzweigung Augst bis zum Südportal des Belchentunnels.


Die Arbeiten sind so terminiert, dass sie einerseits nicht in Phasen von verstärkten Verkehrsaufkommen auf Feiertage und Grossveranstaltungen in Basel fallen und andererseits vor der Eröffnung des Belchentunnels beendet sind. Die Beläge werden auf einer Länge von 3,7 km, wovon ca. 900 m auf Gebiet des Kantons Aargau liegen, teilweise ersetzt. "Teilweise" bedeutet, dass die obere Tragschicht sowie die Deckschicht ersetzt werden. Die untere Tragschicht sowie die Fundation aus Kiessand werden belassen, da deren Zustand noch in Ordnung ist. Im weiteren werden noch 550 m Entwässerungsrinnen versetzt sowie eine Unterführung in Arisdorf mit einer Abdichtung versehen. Im Jahr 2000 ist die Gegenfahrbahn bereits mit Neubelägen versehen worden.



Versuchsbeläge


Im Rahmen eines nationalen Forschungsprojektes sollen Strassenbeläge entwickelt und getestet werden, welche erhöhten Anforderungen bezüglich Belastbarkeit und Dauerhaftigkeit sowie umweltfreundlicher Herstellung und Bearbeitung genügen. Es geht speziell um die Verbesserung der Lebensdauer und der Verformungsresistenz, Vermeidung von Spurrinnen, zukünftiger Beläge auf den immer stärker belasteten Hochleistungsstrassen. Im weiteren aber auch um die Schonung der Umwelt. So wird die zur Aufbereitung und zum Einbau notwendige Erhitzung des Bitumens und der Mineralstoffe Sand und Splitt von heute ca. 160 - 180 °C auf wesentlich niedrigere Temperaturen angestrebt. Damit lässt sich direkte Heizenergie sparen und mit der Reduktion der Dampfbildung wird die Umweltluft weniger belastet. Auf diese Weise lässt sich die CO2 Belastung um 25% reduzieren. Dieser Wert entspricht der im Kyoto-Protokoll angestrebten Reduktion des Ausstosses von CO2.


Die an der ETH Lausanne und an der EMPA teils neu konzipierten Beläge waren schon früh zum Einbau in der sogenannten Rundlaufanlage der ETH Zürich vorgesehen. In dieser vom Institut für Geotechnik betriebenen Grossanlage mit 32 m Durchmesser können tatsächliche Beanspruchungen des Verkehrs auf Strassen im Zeitraffer simuliert werden. Die in den nächsten 10 Jahren auf der A2 zu erwartende Beanspruchung wird auf dem Rundlauf innert Monaten erreicht. Nach eingehenden Diskussionen der beteiligten Fachleute hat das Bundesamt für Strassen entschieden, die Versuchsbeläge auch auf einer stark befahrenen Autobahnspur mit hohem Schwerverkehrsanteil unter realen Bedingungen 1:1 zu testen. Das Tiefbauamt Basel-Landschaft hat sich bereit erklärt, einerseits die Versuchsstrecke im Rahmen dieser Belagserneuerung zur Verfügung zu stellen und sich auch finanziell mit 18% gemäss üblichem Kostenteiler zwischen Bund und Kanton für Erneuerungsarbeiten auf der A2 zu beteiligen. Die Mehrkosten gegenüber den Standardbelägen auf der A2 betragen inklusive der umfangreichen Untersuchungen, Messungen und wissenschaftlichen Auswertungen rund 1 Million Franken, der Kanton beteiligt sich daran mit rund 180'000 Franken.



12 verschiedene Belagssorten


Damit die Versuchsbedingungen wirklich identisch sind, werden die entsprechenden Beläge im gleichen Mischwerk aufbereitet und gleichzeitig auf die A2 und nach Dübendorf in die Rundlaufanlage transportiert und eingebaut. Auf der A2 werden 10 Versuchsfelder a rund 230 m Länge auf der Normalspur (Lastwagenspur) mit 10 verschiedenen Tragschichten 80 mm stark eingebaut. Über je 5 Felder werden 2 verschiedene Deckschichten 30 mm dick eingebaut. Zwei Felder werden mit Messeinrichtungen für die Temperaturmessung des Belages, horizontalen Dehnmessgeräten sowie mit Messgeräten für die vertikale Deformationsmessung versehen. Ein Datenspeicher in einem seitlichen Schacht sammelt diese Dauermessungen, welche periodisch ausgewertet werden. Periodische Ebenheitsmessungen ermöglichen zudem Aussagen über das Verhalten in der Praxis.



Aussagen für die Zukunft


Der Kanton Basel-Landschaft beteiligt sich natürlich nicht ganz uneigennützig an diesem Forschungsprojekt. Das Tiefbauamt erhofft sich nämlich aussagekräftige Ergebnisse für die Erstellung zukünftiger Beläge. Im Hinblick auf die in den kommenden Jahren bevorstehende umfangreiche Belagserneuerung auf der am stärksten belasteten Autobahn der Schweiz (zwischen Basel und Augst) kann dies eine zukunftsweisende Investition sein.



BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Informationsdienst


Auskunft:
Markus Grieder, Ausbau und Unterhalt, Tiefbauamt, Tel. 061 925 55 84


Liestal, 14. Mai 2003



 

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