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Medieninfos BUD

Medieninformation der Bau- und Umweltschutzdirektion

 

Königsvariante "Wisenberg lang mit Liestal Niveau-Lage"


Die SBB und die Bau- und Umweltschutzdirektion haben am 20. Januar den Gemeinden im Ergolztal die untersuchten Linienführungen für eine künftige Wisenbergstrecke vorgestellt. Die meisten Vorteile vereint die Variante "Wisenberg lang mit Liestal Niveau-Lage".


Die SBB sind vom Bundesamt für Verkehr (BAV) beauftragt, ein Angebotskonzept für die 2. Etappe Bahn 2000 zu entwickeln, welches landesweit einen besseren Personenverkehr bringt, dem Güterverkehr mehr Kapazitäten zur Verfügung stellt und den Kostenrahmen von 5,9 Mrd Franken einhält. Zusammen mit den Kantonen wurde eine grosse Zahl von Konzeptvarianten ausgearbeitet und immer weiter verfeinert. Ende September 2002 haben die SBB dem BAV diejenige Version übergeben, welche die meisten Wünsche der Kantone abdeckt.


Mit dem geplanten Halbstundentakt im Fernverkehr Richtung Zürich und Bern sowie dem gewünschten Viertelstundentakt im Regionalverkehr Basel-Gelterkinden steigen die Zugzahlen im Ergolztal nochmals markant an. Die prognostizierte Verkehrszunahme lässt sich mit den heutigen Streckenkapazitäten nicht mehr bewältigen. Der Ausbau mittels neuem Wisenbergtunnel ist deshalb im Konzept enthalten.


Der Kostenrahmen von 5,9 Mrd Franken reicht jedoch nicht aus, um dieses Konzept gesamtschweizerisch zu realisieren. Die Kosten betragen 7,9 Mrd Franken. Zusammen mit dem BAV suchen die SBB nach Lösungen, mit welcher Bahninfrastruktur ein Angebotskonzept für 5,9 Mrd realisiert werden kann. Das überarbeitete Konzept wird bis im Frühsommer vorliegen. Es wird anschliessend in den Entwurf der Botschaft an die eidgenössischen Räte eingebaut, welcher aus heutiger Sicht gegen Ende dieses Jahres in die Vernehmlassung gehen wird.




Studie "Neue Linienführung im Ergolztal" mit betroffenen Gemeinden erarbeitet


Abgestimmt auf die nationale Planung hatten der Kanton Basel-Landschaft und die SBB im Sommer 2001 erste planerische Überlegungen für die Führung einer zusätzlichen Linie im Ergolztal aus dem Raum Liestal nach Sissach eingeleitet. Erste Ergebnisse waren im Januar 2002 den betroffenen Gemeinden vorgestellt worden. Aufgrund intensiver Gespräche mit den Gemeinden und den Fachstellen der Bau- und Umweltschutzdirektion wurden die Varianten im letzten Jahr optimiert und in der Anzahl reduziert. Gleichzeitig wurden - im Rahmen des gesamtschweizerischen Auftrages des BAV - die bauliche Machbarkeit der Varianten nachgewiesen und die Kosten mit einer Genauigkeit von +/- 30% durch Ingenieurbüros ermittelt.


Die Möglichkeiten einer kosten- und umweltoptimierten Linienführung reduzieren sich im wesentlichen auf die beiden Hauptvarianten "Wisenberg kurz" mit dem nördlichen Tunnelportal im Raum Sissach und "Wisenberg lang" mit dem Tunnelportal im Raum Liestal Altmarkt. Zudem wurden für den Bahnhof Liestal jeweils Lösungen mit der heutigen Niveau-Lage sowie der Tieflage untersucht.




Ergebnisse der Untersuchung


Aufgrund des engen Kostenrahmens für die 2. Etappe Bahn 2000 spielen die Kosten und damit auch die mögliche Etappierbarkeit einer Strecke eine zentrale Rolle. "Wisenbergtunnel lang mit Liestal Niveau" ist mit Investitionskosten von rund 1,9 Mrd Franken (Preisstand 2002) die kostengünstigste Variante. Diese Variante liegt noch unter der 2-Milliarden-Grenze, welche für das Wisenbergprojekt im gesamtschweizerischen Kontext als politisch akzeptabel betrachtet werden kann. Die übrigen Varianten sind erheblich teurer, weil der umweltgerechte Ausbau im dicht besiedelten Ergolztal aufwändig ist (je nach Variante 2,2 bis 2,6 Mrd). Nachteil von "Wisenberg lang" ist der Umstand, dass ein solches Projekt - im Gegensatz zu "Wisenberg kurz" - nicht etappiert bzw. zeitlich und finanziell gestaffelt realisiert werden kann. Ein Drittel der zur Verfügung stehenden Mittel für die 2. Etappe Bahn 2000 werden so durch ein einziges Projekt gebunden.


Betrieblich sind beide Varianten machbar. Bei "Wisenberg lang" entfallen jedoch die Schnellzugshalte in Sissach. Die Kapazitätsreserven und die Betriebsstabilität sind etwas tiefer als bei der Variante "Wisenberg kurz". Ausserdem besteht bei einem kurzen Tunnel etwas mehr Flexibilität beim S-Bahn-Fahrplan.




Grössere Akzeptanz für "Wisenberg lang"


Aus Sicht des Kantons Basel-Landschaft vereint die Variante "Wisenberg lang mit Liestal Niveau" von sämtlichen vorgelegten Varianten die meisten Vorteile auf sich. Ausschlaggebend für diese Wertung sind die Kosten sowie die Einschätzung, dass der lange Wisenberg bezüglich Lärm- und Umweltauswirkungen sowie Akzeptanz in der Bevölkerung besser abschneidet als "Wisenberg kurz".


Die Variante "Bahnhof Liestal tief" weist umweltmässig und bezüglich Lärm zwar gewisse Vorteile gegenüber "Liestal Niveau" auf, das Tieferlegen der Bahn kostet aber rund 300 Mio Franken, ein Betrag, welcher der Region und der Schweiz keinen Nutzen bringt. Der Regierungsrat sieht deshalb die Notwendigkeit, zusammen mit der Stadt Liestal und auf der Basis der Studie "Gestaltung des Bahnhofareals" gemeinsam mögliche Optionen von städtebaulich verträglichen Lärmschutzmassnahmen zu prüfen.


BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Informationsdienst


Kontaktperson Kanton: Martin Huber, Amt für Raumplanung, Tel: 061 925 59 37
Kontaktperson SBB: Christian Kräuchi, Mediensprecher, Tel. 051 220 41 11


Liestal, 20. Januar 2003


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