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Medieninfos BUD

Medieninformation der Bau- und Umweltschutzdirektion

 

Die alte Lindenallee im Ebenrain wird saniert


Massive Schäden an den bis zu 200-jährigen Bäumen der alten Lindenallee im Schlosspark Ebenrain in Sissach haben den Regierungsrat bewogen, die Kappung der Bäume zu beschliessen. Die Aktion beginnt am 12. November und dauert voraussichtlich eine Woche.


Die südlich des Schlosses Ebenrain in Süd-Nord Richtung verlaufende Lindenallee gehört zur ehemaligen barocken Gartenanlage von 1776 und ist der älteste Teil des heutigen, denkmalgeschützten Schlossparks. Die Bäume sind zum Teil altershalber und wegen mangelnder fachgerechter Pflege in früheren Jahren in schlechtem Zustand.


Gefährdung der Verkehrssicherheit
Die Bäume sind im 18. Jahrhundert im engen Abstand von 4 Metern gepflanzt worden. Sie sind inzwischen von imponierender Altersschönheit. Einhergehend mit Handwechsel und verschiedenen Veränderungen sind in den letzten Jahrzehnten die Bäume in pflegerischer Hinsicht weitgehend vernachlässigt worden. Dies führte zu einer starken Höhenentwicklung der eng gesetzten Alleebäume und zu deren massiven Schäden.
Ein umfangreiches baumbiologisches Einzelbaum-Gutachten, welches im Auftrag des Hochbauamtes Basel-Landschaft erstellt worden war, zeigt die akute Gefährdung der Verkehrssicherheit durch die Bäume und den daraus erforderlichen dringenden Handlungsbedarf auf. Der Kronenaufbau in der ursprünglichen Allee war für Formschnitt mit limitierter Kronengrösse konzipiert und nicht für frei wachsende Grosskronen. Heute sind die Baumkronen zu schwer für das tragende Gerüst, das teilweise auch von Holzfäule durchsetzt ist, so dass die Gefahr des Ausbrechens ganzer Kronenteile besteht.
Bereits vor rund 10 Jahren ist der prekäre Zustand der Lindenallee Tagesthema gewesen. Damals beabsichtigte man den Totalersatz der gesamten Allee. Aufgrund geäusserter Bedenken von verschiedenen Seiten und wegen fehlender Fachgutachten sind diese Massnahmen jedoch nicht ausgeführt worden.


Rettung der Bäume durch Kappung
In der Zwischenzeit hat sich die Situation drastisch verschlechtert. In den letzten Monaten hat man mit Experten aus den Fachbereichen Baumpflege, Landschaftsarchitektur und Gartendenkmalpflege mehrere Optionen in Erwägung gezogen. Von den zur Diskussion gestellten drei Varianten "Sperrung der Lindenallee für die Spaziergänger", "Fällung aller Bäume" oder "deren Kappung" fiel die Entscheidung zugunsten der Kappung aus. Mit dieser Variante ist eine jährliche fachgerechte Pflege des Neuaustriebes verbunden.
Die Kappung der Lindenbäume mit dem Ziel, dass diese wieder ausschlagen und die Allee so noch einige Jahre erhalten werden kann, ist das heutige, nach gartendenkmalpflegerischen Grundsätzen praktizierte Vorgehen. Damit wird der historische Charakter dieses Gartendenkmals respektiert. Im Gartenland Deutschland, welches über grosse Gartenanlagen mit Parkalleen verfügt, ist dieses Vorgehen mit Erfolg an verschiedenen Orten ausgeführt worden.


Notwendiger Eingriff
Gleichwohl wird einst der Ersatz der Allee unumgänglich werden, wenn die alten Bäume nach und nach abgehen oder aus Verkehrssicherheitsgründen trotz Entlastung entfernt werden müssen. Vorerst soll mit der Kappung ein letzter Versuch gemacht werden, die alte Lindenallee für die nächsten Jahre zu retten. Obgleich diese Massnahme aus baumbiologischer Sicht nicht zufriedenstellend sein kann, wird sie von Baumpflegespezialisten begleitet werden, damit der Eingriff im Rahmen des noch Machbaren korrekt und so schonungsvoll als möglich ausgeführt wird.


Die Lindenallee - ältester Teil des Schlossparks
Im Laufe der Zeit haben verschiedene Änderungen stattgefunden, und der heutige Schlosspark geht im Wesentlichen auf den Entwurf von 1872 des berühmten Landschaftsarchitekten Edouard André aus Paris zurück. Bei allen, zum Teil starken Veränderungen, die der Schlosspark vom barocken Ziergarten zum spätklassizistischen Landschaftspark erfahren hat, ist die Lindenallee als prägendes Gestaltungselement erhalten resp. noch ergänzt worden.
Da es sich bei der Lindenallee um den ältesten Teil des heutigen Schlossparks handelt, welches grösstenteils vollständig erhalten ist, muss dieser Teil als sehr wertvolles Gartendenkmal eingestuft werden. Die Bäume zeigen deutlich ablesbare Spuren der früheren Formschnittkunst (Kastenschnitt) und sind deshalb aus gartendenkmalpflegerischen Gründen in dieser Aussagendichte so lange wie möglich zu erhalten.


BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Informationsdienst


Auskünfte:
Hanspeter Kaiser, Hochbauamt, Tel. 061 925 54 41
Beat Meyer, Hochbauamt, Tel. 061 925 54 44
Brigitte Frei-Heitz, Kant. Denkmalpflege, Tel. 061 925 55 75


Achtung: Am Freitag, 8. November 02, 09.00 Uhr findet für die Bevölkerung eine Führung durch die Lindenallee statt. Besammlung vor Ort.


Liestal, 4. November 2002



 

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