Medieninformation der Bau- und Umweltschutzdirektion | |
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Orchideen-Umzug im Birsfelder Hafen
Infolge des geplanten Container-Terminals im Birsfelder Hafen wird die ganze Population der dort angesiedelten Bienen-Ragwurz, eine europaweit einzigartige und aus verschiedenen Rassen bestehende Orchidee, im September an Ersatzstandorte umgesiedelt.
Die Natur hält immer wieder Überraschungen bereit - wie eine Wundertüte. Dass solche Überraschungen manchmal vor unserer Haustür oder sogar in Gewerbe- und Industriezonen eintreten, ist jedesmal ein kleines Wunder. Ausgerechnet am Birsfelder Rheinbord, einer mageren Wiesenböschung des Hafenbereichs, entwickelte sich eine europaweit einzigartige, aus verschiedenen Rassen bestehende Population der Bienen-Ragwurz, einer seltenen Orchideen-Art.
Weshalb diese Orchidee die Hafenböschung als Lebensraum auserkoren hat, ist nicht eindeutig erklärbar. Bekanntlich ist die Land-/Wasser-Grenze in der Regel der am intensivsten genutzte Bereich eines Hafens. Hier erfolgt der Güterumschlag. Der im Birsfelder Hafen geplante Container-Terminal wird den Kernbereich der Orchideen-Population beeinträchtigen. Der Umweltverträglichkeitsbericht für dieses Bauprojekt zeigt die Konfliktsituation auf und legt die erforderlichen Massnahmen fest, unter anderem auch die Verpflanzung der betroffenen Orchideen.
Die Rheinhäfen des Kantons Basel-Landschaft und die Abteilung Natur und Landschaft des Amtes für Raumplanung erteilten letztes Jahr dem Institut für Natur-, Landschafts- und Umweltschutz der Universität Basel (NLU) den Auftrag zur wissenschaftlichen Erforschung dieser einzigartigen Vielfalt der Bienen-Ragwurz-Population. Dazu gehörte auch die Suche nach geeigneten Ersatz-Standorten sowie die fachliche Begleitung der erforderlichen Verpflanzungs-Aktion. Orchideen leben in enger Symbiose mit spezifischen Bodenpilzen und lassen sich deshalb nicht so einfach verpflanzen. Die Beauftragten sind bestrebt, den betroffenen Orchideen die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen besten Überlebenschancen zu bieten.
Als geeignete Ersatzstandorte für die Umsiedlung der Pflanzen kommen Magerwiesen an der Hagnau-Böschung in Birsfelden sowie im Botanischen Garten Brüglingen in Münchenstein in Frage. Die Christoph Merian Stiftung Basel, Pro Natura Baselland, eine private Pächterin und die Leitung des Botanischen Garten Brüglingen haben spontan die Einwilligung zur Einpflanzung der Orchideen an den geeigneten Ersatzstandorten erteilt. Damit die Pflanzen bessere Überlebenschancen haben, werden sie mit ihrem Umfeld in Form ganzer Rasenziegel versetzt. Dies erfordert eine sorgfältige Arbeit und geschieht mit Hilfe kleiner Baumaschinen. Gemäss Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz trägt die Bauherrschaft des Container-Terminals die Kosten für die Orchideen-Umsiedlung.
BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Informationsdienst
Weitere Auskünfte erteilen:
- | Prof. Dr. Bruno Baur, NLU, Tel. 061 267 08 29, email: bruno.baur@unibas.ch |
- | Jean-Pierre Cappelletti, Rheinhäfen BL, Tel. 061 378 99 99 |
- | Paul Imbeck, Amt für Raumplanung, Tel. 061 925 55 84 |
Liestal, 28. August 2002
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