Medieninformation der Bau- und Umweltschutzdirektion | |
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Jahresreport 2001 und energiepolitische Auswertung der neuen kantonalen Energiestatistik
Der ökologische Beitrag des AUE zur nachhaltigen Entwicklung im Kanton Basel-Landschaft
Statement des Leiters des Amtes für Umweltschutz und Energie, Alberto Isenburg anlässlich der Medienveranstaltung vom 30. Juli 2002:
Letztes Jahr konnten wir mit dem ersten Jahresreport 2000 des AUE eine Information über "Wer macht Was" im Amt präsentieren und übergeben. Heute liegt nun der zweite Jahresreport für das Jahr 2001 vor.
Dieser Jahresreport 2001 enthält im Gegensatz zum Vorjahr Informationen über ausgewählte repräsentative Tätigkeiten im Berichtsjahr: Rund 60 hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben 2001 in den Bereichen Wasser, Boden, Energie und Stoffe für das Bewahren unserer Umwelt, das Lenken von Tätigkeiten und die Information der Menschen im Kanton gearbeitet.
Im Jahresreport 2001 berichten wir unter anderem:
- | über die Erfassung von belasteten Betriebsstandorten im Kanton, |
- | über die Zusammenarbeit mit den Gemeinden als wichtige Partner in der Abfallbewirtschaftung, - der Clean-up-day war ein Riesenerfolg -, |
- | über neue Strategien in der Abfallvermeidung mit dem neuen Impulsprojekt Abfallvermeidung und Ressourcenschonung, |
- | über die PCB-Untersuchungskampagne bei Fugendichtungen und Elektroanlagen, |
- | über den Stand der GEPs, d.h. der generellen Entwässerungspläne bei den Gemeinden, |
- | über den Gewässerschutz bei Regenwetter, |
- | über den Wasserverbrauch im Kanton, der bei 317 Litern pro Person und Tag konstant geblieben ist, |
- | über 404 geprüfte neu gebaute Tankanlagen, |
- | über die erfolgreiche Kampagne "Erlebnis Boden", |
- | über die Untersuchung der Schwermetallbelastungen in Böden, |
- | über anstehende Aufgaben im Zusammenhang mit dem CO2 Gesetz und dem Programm energieschweiz, |
- | über die Evaluation der Energie-Förderprogramme |
- | und über die Energiestädte im Kanton. |
Wie Sie sehen eine bunte Vielfalt in der langjährigen Tradition des AUE BL. Darüber wollen wir informieren, darüber müssen wir informieren. Nach aller Voraussicht werden am 9.September in diesem Zusammenhang die Regierungen BL und BS den neuen Umweltbericht beider Basel präsentieren. Trotz dieses Berichtes haben die kantonale Behörden gemäss §40 des Umweltschutzgesetzes BL die Pflicht regelmässig, und in kürzeren Abständen, über Fragen des Umweltschutzes, den Stand der Umweltbelastungen und über Möglichkeiten zur Verminderung dieser Belastungen zu informieren.
Es ist also wichtig, dass wir uns regelmässig Fragen stellen wie:
1. | Sind die Gesetze und deren Rahmenbedingungen für unsere Arbeit noch tauglich? |
2. | Wo haben wir eigentlich die dringenden Umweltprobleme im Kanton? |
3. | Was bewirken unsere Massnahmen und Tätigkeiten in der Verwaltung?, |
4. | Geht es der Umwelt eigentlich besser? |
Die Antworten sind für unsere Arbeit entscheidend und sie müssen der Politik wie auch dem Steuerzahler kommuniziert werden.
Zu den vier gestellten Fragen hat das AUE folgende Antworten:
1. Zu den Gesetzen und Rahmenbedingungen. Das AUE als kantonale Umweltbehörde arbeitet ja in erster Linie auf der Grundlage der Gesetzgebung. Dabei spielt der Vollzug der eidgenössischen Vorgaben eine grosse Rolle. Aber auch die kantonalen Volkserlasse sind eine wichtige Basis für unser Handeln. Lassen Sie mich kurz einen Blick auf die Arbeit an den kantonalen Gesetzen zum Schutze der Umwelt werfen: Wie Sie alle wissen ist die Revision des kantonalen Gewässerschutzgesetzes von 1994 derzeit noch in Gang. Erforderlich war dies nachdem auf Bundesebene neue Vorgaben gegeben wurden. Dass die Revision so lange andauert - die Arbeiten hierzu fingen bereits lange vor meiner Amtsübernahme im Jahre 1999 an - , zeigt wie schwierig die Materie ist und wie hürdenreich die Diskussionen über Umsetzung und Vollzug sein können.
Im Energiebereich hat der Kanton Basel-Landschaft 1979 Geschichte geschrieben mit dem ersten kantonalen Energiegesetz der Schweiz - dies nicht zuletzt aufgrund der politischen Aufbruchstimmung im Zusammenhang mit dem geplanten Atomkraftwerk in Kaiseraugst. Dieses kantonale Energiegesetz wurde 1991 revidiert, nun packen wir es erneut an. In der Stellungnahme des Regierungsrat zur Faktor-4-Initiative am 16. Juli 2002 haben wir darüber bereits berichtet. Bis Ende 2003 wollen wir einen Revisionsentwurf vorlegen.
Das kantonale Umweltschutzgesetz feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Jubiläum. Auch dieses Gesetz wollen wir unter die Lupe nehmen. Wir werden also beim Energiegesetz und beim Umweltschutzgesetz eine Evaluation als Erfolgskontrolle durchführen. Grundsätzlich und wichtig für unsere Arbeit ist ja, dass ein Gesetz die gewünschte Wirkung erzielt und dass der Vollzug auch tatsächlich umsetzbar ist.
Nun zur zweiten Frage: Wo haben wir eigentlich die dringenden Umweltprobleme im Kanton? Wo gibt es Handlungsbedarf?
Ich beurteile diese Fragen persönlich wie folgt:
1. | Der ökologische Umbau der Energieproduktion und -nutzung hat weltweit höchste Priorität und ist ein wesentlicher Faktor der nachhaltigen Entwicklung. Dies ist bedingt durch die Endlichkeit der fossilen Energieträger und des Kernspaltmaterials Uran, sowie durch die mit ihrer Nutzung verbundenen Umweltprobleme. Ich erinnere hier an die globale Erwärmung durch den steigenden CO2-Gehalt der Atmosphäre und an das ungelöste Problem der Entsorgung der radioaktiven Abfälle. Im weltweiten Klimaschutz hat auch der Kanton BL bezüglich der Senkung der CO2-Emissionen noch grosse Aufgaben zu lösen. Dieser Reduktionsbeitrag muss durch Erhöhung der Energienutzungseffizienz und im Ersatz von fossilen Brennstoffen durch erneuerbare Energien erfolgen. |
2. | Eine echte kantonale Ressource ist der Boden! Hier ist sicherlich Handlungsbedarf in der Erkundung und Erfassung von belasteten Standorten und ggf. Sanierung von Altlasten wie aber auch in der Vermeidung von weiteren Bodenschäden durch menschliche Tätigkeiten. Was in zehntausenden von Jahren gewachsen ist darf nicht in wenigen Stunden zerstört werden. |
3. | Auch eine wertvolle kantonale Ressource sind unsere grosse Grundwasserreserven. Zum Schutz dieser Wassermengen ist die genaue Kenntnis möglicher Verunreinigungspotentiale im Wasserkreislauf notwendig. Erhebungen der Qualität sind zwingend. Wir wissen heute noch nicht viel über die Stoffe die in Kläranlagen nicht oder nur teilweise abgebaut werden und die sich deshalb letztendlich im Grundwasser anreichern. Eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ämtern und Fachleuten ist auch in diesem Fall erforderlich. Generell muss die Strategie der Abwasserreinigung zukünftig mehr auf den Input fokussiert werden, d.h. auf eine Reduktion der Abwassermengen und Vermeidung der Belastung problematischer Stoffe und weniger auf die sogenannte end of pipe Lösungen mit teure Kanalisationen, Mischbecken und Kläranlagen. |
Das war, wie ich anfangs erwähnte, meine persönliche Beurteilung. Eine systematische Erhebung aller relevanten Umweltdaten, das sogenannte Umweltmonitoring ist leider noch nicht eingeführt. Erst ein vollständiges und repräsentatives Monitoring würde eine Analyse, strategische Diskussion und Beurteilung der kantonalen Umweltproblemen erlauben. Und somit bin ich bereits bei der Antwort der dritten Frage: Was bewirken unsere Massnahmen und Tätigkeiten in der Verwaltung? Eine ganz entscheidende Frage vor allem wenn begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen werden. Der Kanton BL muss den Gürtel enger schnallen und deshalb sind die zur Verfügung stehenden Ressourcen dort einzusetzen wo die Probleme und die Wirkungen am grössten sind. Hier ist also dringender Handlungsbedarf vorhanden und wir wollen dieses nachholen. Zur Zeit sind wir daran, zusammen mit dem statistischen Amt BL ein entsprechendes Projekt zu konzipieren. Bis Ende 2003 soll ein solches System auch eingeführt sein.
Sie haben sicherlich auch gemerkt, dass ich bei der Beurteilung Ampeln verwendet habe. Das hat einen bewussten Zusammenhang mit der Erfolgskontrolle der Nachhaltigen Entwicklung im Kanton, die derzeit in Arbeit ist. Professor Ortwin Renn, von der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Stuttgart, hat ein Indikatorensystem für BL am 18. Juli dem Forum für Nachhaltige Entwicklung präsentiert. Ein ähnliches System ist in Baden-Württemberg bereits seit Jahren eingeführt. Bei uns soll dies auch 2003 erfolgen. Mit der regelmässigen Beurteilung der nachhaltigen Entwicklung der Tätigkeiten der kantonalen Verwaltung soll der Regierung ein strategisch wichtiges Papier vorgelegt werden.
Die letzte Frage: geht es der Umwelt eigentlich besser? ist relativ zu beantworten: Im Vergleich zu vor zehn Jahren sicher, aber es gibt dennoch viel zu tun. Bewahren und Lenken sind weiterhin wichtig. Das AUE ist angewiesen auf die Zusammenarbeit mit vielen anderen Partnern, seien es andere Dienststellen in der Verwaltung, externe Fachleute, Gemeinden, Bevölkerung, Organisationen, Wirtschaft, u.a. Im Dreieck der nachhaltigen Entwicklung bringt das AUE im Zusammenwirken mit den zwei anderen Bereichen - der ökonomischen und sozialen Entwicklung - seinen ökologischen Beitrag ein.
Überhaupt ist der Fokus der Umweltpolitik nicht nur der des Treuhänders der Umwelt sondern der Erhaltung der Lebensqualität der Menschen, der jetzigen und der nächsten Generationen. Die Disziplin der Umweltmedizin nimmt immer mehr an Bedeutung zu. Krankheiten wie z.B. Krebs und Atemwegerkrankungen stehen in einem engen Zusammenhang mit unserer Umwelt. Es ist meines Erachtens wichtig, dass auch in der Verwaltung entsprechende umweltmedizinische Kompetenzen aufgebaut werden. Ökotoxikologische Bewertungen könnten dann direkt und schnell beantwortet werden. Was bedeutet 1 Mikrogramm einer bestimmten Substanz im Boden, im Wasser oder in der Luft? Gibt es kurzfristige oder langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit. Solche Fragen müssen bei der Wahl der Massnahmen berücksichtigt werden. Diese Erkenntnis habe ich in den letzten Jahren aus meiner Tätigkeit im AUE aber auch in der Region gewonnen.
Nun aber zurück zur Arbeit des AUE und zu einem wichtigen Teilbereich: der Energie. Gleichzeitig dem Jahresreport 2001 ist auch die kantonale Energiestatistik 1990 bis 2000 fertig erstellt worden. Ein Baustein des Umweltmonitoring haben wir somit. Die Statistik ist eben für unsere Arbeit sehr wertvoll und ich danke dem statistischen Amt diesbezüglich für seine Arbeit.
Kantonale Energiestatistik 1990-2000
Energiepolitische Auswertung der neuen kantonalen Energiestatistik; Statement von Felix Jehle, Fachstelle Energie.
Motto: Sind wir auf der "Zielgeraden"?
1. Vergleich mit den Zielen von Energie 2000
Da nun die kantonale Energiestatistik 1990 bis 2000 vorliegt kann die kantonale Zielerreichung gemäss Programm Energie 2000 des Bundes überprüft werden.
a) Ziele erreicht oder nicht?
Die Ziele von Energie 2000 wurden nicht nur gesamtschweizerisch, sondern auch im Kanton Basel-Landschaft wie in den übrigen Kantonen mehrheitlich nicht erreicht. Nicht zu vergessen sind in diesem Zusammenhang die "Vorleistungen" welche erbracht wurden. In BL wurde 1979 das erste Energiegesetz in Kraft gesetzt welches z.B. dazu führte, dass in BL bereits 1985 die VHKA in nahezu 90% der bestehenden Bauten vollzogen war.
Ziel 1: Mindestens Stabilisierung des Gesamtverbauchs von fossilen Energien im Jahr 2000 auf dem Niveau von 1990.
| BL | CH |
Verbrauch | 0,07 | + 8,9 % |
Die Zunahme des fossilen Energieverbrauchs hat nicht die gleichhohe Zunahme der CO2-Emissionen zur Folge. Der Grund liegt im veränderten Mix der fossilen Energieträger. Heizöl, mit einem höheren CO2-Gehalt pro Energieeinheit, wurde zunehmend durch Erdgas mit einem kleineren CO2-Gehalt verdrängt.
Ziel 2: Abnahme der Wachstumsrate beim Elektrizitätsverbrauch während der Neunzigerjahre und Stabilisierung der Nachfrage nach 2000.
| BL | CH |
1980 bis 1990 | 0,26 | 0,16 |
1990 bis 2000 | 0,11 | 0,12 |
Beim Stromverbrauch konnte die Wachstumsrate gegenüber den achtziger Jahren halbiert werden. Mit einer Stabilisierung der Nachfrage nach 2000 kann unter den heutigen Rahmenbedingungen kaum gerechnet werden.
Ziel 3: Zusätzliche Beiträge der erneuerbaren Energien im Jahr 2000: 0,5 % zur Strom- (ohne Wasserkraft) und 3 % zur Wärmeerzeugung.
| BL | CH |
Strom | + 0,1 % | + 0,7 % |
Wärme | + 2,2 % | + 2,1 % |
Das Wachstumsziel der immer noch teureren erneuerbaren Energien konnte nicht erreicht werden. Der Zuwachs beim Strom schnitt schlechter ab als bei der Solarwärme, was auch die deutlich höheren Gestehungskosten von Solarstrom widerspiegelt. Die hohen 0,7% der Schweiz sind primär auf den Ausbau der Stromproduktion in KVAs und Kläranlagen zurückzuführen.
Ziel 4: Ausbau der Wasserkraft um 5 %.
| BL | CH |
Ausbau | 0,35 | + 4,7 % |
Der Ausbau der regionalen Wasserkraft (nur Anteile BL) fiel exakt in die Betrachtungsperiode. Dies hat zur Folge, dass durch "fehlende Vorleistungen" in diesem Bereich ein sehr gutes Ergebnis erzielt werden konnte.
b) Gründe
- | Zunahme der Wohnbevölkerung. Der Gesamtverbrauch pro Einwohner blieb in der Periode 1990 bis 2000 praktisch konstant bei 31 MWh pro Person und Jahr. |
- | Zunahme der Arbeitsstätten. |
- | Zunahme des Wohnungsbestandes. |
- | Tiefe Energiepreise im Betrachtungszeitraum. |
- | Fehlende Internalisierung der externen Kosten. |
- | Keine direkte Lenkung über den Preis mit Ausnahme der kantonalen Förderbeiträge. |
- | Einige "Vorleistungen" wurden bereits Dank dem Energiegesetz von 1979 vor 1990 erbracht (Z.B. VHKA, Feuerungskontrolle usw.). Dies hat zur Folge, dass die Hürde etwas höher angesetzt ist. |
- | Einfluss der staatlichen Reglementierung beschränkt sich fast ausschliesslich auf den Neubau von Bauten (Ausnahme VHKA für bestehende Bauten aber schon vor 1990). Erfreulich ist die Tatsache, dass der Gesamtwärmeverbrauch nur um 0,9 % angestiegen ist. Da der Gesamtgebäudebestand aber um gut 12 % zugenommen hat, wäre der Wärmeverbrauch grob geschätzt ohne Effizienzverbesserungen um 5 % bis 10 % angestiegen. Hier zeichnet sich ein Erfolg zum Beispiel der besser isolierten Gebäude, aufgrund der staatlichen Gesetzgebung, ab. |
- | Motorisierter Individual-Verkehr mit hohem Zuwachs von 16 %. |
- | Die erneuerbaren Energien sind immer noch teurer als die bekannten fossilen Energien wie Erdöl und Erdgas, trotz kantonalen Förderbeiträgen. Zudem fasst das Vertrauen in diese neuen Energietechniken nur langsam Fuss. So haben z.B. "alte Planungsgewohnheiten" einen grösseren Einfluss auf das Endprodukt und auch das Risiko dieser Technologie wird immer noch überbewertet. |
Abbildung 2: Zunahme fossiler Energieverbrauch und Einflussfaktoren
2. BL-Spezifische Betrachtungen
Die Ziele von Energie 2000 und auch die Ziele gemäss CO2-Gesetz des Bundes richten sich auf den absoluten Verbrauch von Energie aus. Für die Beurteilung der absoluten CO2-Emissionen ist diese Betrachtung richtig. Absolut ist natürlich auch relativ, da das Basisjahr 1990 ist. "Vorleistungen" werden nicht berücksichtigt.
Interessant ist aber auch zu beobachten, wie sich die einzelnen Energieträger im Kanton pro Person entwickelt haben.
kWh pro Person und Jahr | 1990 | 1995 | 2000 |
Erdöltreibstoffe (exkl. Flugtreibstoffe) | 6 801 100% | 7 106 104% | 7 476 110% |
Erdölbrennstoffe | 13 083 100% | 9 557 73% | 7 724 59% |
Erdgas | 2 913 100% | 5 229 180% | 5 527 190% |
Elektrizität | 6 785 100% | 6 951 102% | 7 151 105% |
Rest | 1 267 100% | 2 426 191% | 3 244 255% |
Total Endenergiebedarf | 30 849 100% | 31 269 101% | 31 122 101% |
Abbildung 3: Endenergiebedarf in kWh pro Jahr und pro Person im Kanton BL. | |||
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kWh pro Person und Jahr | 1990 | 1995 | 2000 |
Nutzung Solarthermisch1) | 6,7 100% | 16,3 243% | 32,5 485% |
Nutzung Solarstrom | 0,1 100% | 1,5 1200% | 2,3 1900% |
Nutzung Holzwärme | 576 100% | 639 111% | 687 119% |
Nutzung Umweltwärme2) | 80 100% | 109 136% | 184 230% |
Nutzung Abwärme3) | 442 100% | 1 475 334% | 2 101 475% |
Total | 1 105 100% | 2 241 203% | 3 007 272% |
1)Sonnenkollektoranlagen; 2)Nutzung mit Wärmepumpen; 3)Industrieabfälle, Biogas, Klärgas | |||
Abbildung 4: Ausgewählte Nutzungen erneuerbarer Energien und Abwärme in kWh pro Jahr und pro Person im Kanton BL. | |||
- | Der Gesamtverbrauch von Energie und pro Person beträgt im Kanton BL rund 31 MWh. Dies ist nicht der persönliche Haushaltsverbrauch sondern inkl. Wirtschaft, Dienstleistungen usw. |
- | Starke Wachstumsraten bei den erneuerbaren Energien und der Abwärmenutzung. |
- | Der Anteil der erneuerbaren Energien und der Abwärmenutzung am Gesamtverbrauch hat sich von 3,6% im Jahr 1990 auf fast 10% im Jahr 2000 erhöht. |
- | Da es sich bei den erneuerbaren Energien und der Abwärmenutzung um regionale Energien handelt, hat sich die Abhängigkeit von nicht im Kanton vorhandenen Energien leicht verringert. |
3. Wo muss in Zukunft angepackt werden?
Die Auswertung der kantonalen Energiestatistik zeigt deutlich, dass in Zukunft die Schwerpunkte primär in drei Bereichen gesetzt werden müssen, wenn eine nachhaltige Energienutzung und Versorgung angestrebt werden soll. Für die Ausarbeitung von Vorschlägen, wo und wie die Schwerpunkte der Zukunft gesetzt werden sollten, wurde eine Expertengruppe eingesetzt. Ziel ist es, bis Ende 2003 das bestehende Energiegesetz und die Grundsätze der kantonalen Energiepolitik von 1991 zu überarbeiten. Heute aber bereits absehbar sind mindestens folgende Schwerpunkte.
a) Bestehende Bauten
Die Bauten sind gemäss Energiegesetz des Bundes in der Hoheit der Kantone. Bis heute existieren primär energetische Anforderungen an Neubauten. Das grosse Potenzial liegt aber bei der energetischen Sanierung der bestehenden Bauten, mit zu einem grossen Teil energetisch schlechten Bausubstanz. Wie dieses Effizienzpotenzial in Zukunft angepackt werden kann, werden die Arbeiten einer Expertengruppe in den nächsten Monaten zeigen.
Abbildung 5: Energiekennzahlen von Wohnbauten Kanton BL
b) Verkehr
Der Verkehr ist primär Sache des Bundes. Trotzdem sind auch im Verkehrsbereich regionale Innovationen gefragt. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und des Langsamverkers (Fussgänger, Fahrräder usw.) haben im Kanton hohe Priorität. Innovationen wie z.B. Erdgas betriebene Fahrzeuge oder Brennstoffzellenfahrzeuge könnten einen Beitrag zur CO2-Minderung leisten.
c) Vermehrte Nutzung erneuerbarer Energien
Die Statistik zeigt, dass der Stellenwert der erneuerbaren Energien zunimmt. Allerdings ist der Anteil am Gesamtverbrauch immer noch bescheiden. Die Schwerpunkte der Zukunft liegen bei:
Holz: | Mindestens eine Verdoppelung der Holzenergienutzung ist auch nachhaltig im Kanton möglich. |
Biomasse: | Vergärbare Rückstände, welche bei der Verarbeitung von Biomasse aus Handel, Grossküchen und Industrie. Heute noch keine energetische Nutzung in BL. |
Wasserkraft: | Event. Austiefung des Rheins beim KW Birsfelden und Revitalisierung einiger kleinerer Werke. |
Geothermie: | Potential im Kanton unbekannt aber in der Nähe des Rheingrabens vermutlich vorhanden. |
Solarwärme: | Grosses Potential und in einigen Fällen rel. nahe an der Wirtschaftlichkeit. |
Solarstrom: | Potential vorhanden aber teuer. |
Windenergie: | Beschränktes Potential vorhanden, eher aus dem Ausland mit besseren Windstandorten einkaufen. |
Abbildung 6: Energiepotential und momentane energetische Nutzung
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