Medieninformation der Bau- und Umweltschutzdirektion | |
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Vorhang auf! - Die erste Belchen-Röhre steht bereit
Die erste Etappe der Instandsetzung des Belchentunnels ist praktisch beendet. Nach 9 Monaten intensiver Arbeiten kann die Tunnelröhre Richtung Luzern / Bern am 31.05.02 termingerecht dem Verkehr übergeben werden. Und mit ihr auch das instandgesetzte westseitige Viadukt Oberburg sowie die ausgeweitete Röhre des Tunnels Oberburg.
Am 3. September vergangenen Jahres wurden die Arbeiten im Erhaltungsabschnitt Diegten - Belchen Süd gestartet. Während 9 Monaten wurden von jeweils Montag bis Samstag durchgehend alle notwendigen Instandsetzungsarbeiten auf der westseitigen Fahrspur Richtung Luzern / Bern durchgeführt - mit dem Ziel, eine Nutzung von 15 Jahren ohne länger dauernde Verkehrsbehinderungen zu gewährleisten.
Das Herzstück des instandgesetzten Abschnittes ist der 3,2 km lange Belchentunnel.
Belchentunnel
14'000 Tonnen neuer Belag und 26'000 m2 frisch beschichtete und hell angestrichene Tunnelwände sind sicherlich die augenfälligsten Instandsetzungsmassnahmen.
Das durch den enormen Felsdruck am stärksten geschädigte Element des Tunnelgewölbes wurde abgebrochen und vollständig ersetzt. Ebenso wurde ein grosser Teil der Leitungen im Gehweg, insgesamt 10,5 km, inkl. Kontroll-, Siphon- und Reinigungsschächten ersetzt. Die Beschädigungen an der Fahrbahn sind vorwiegend auf das Aufquellen des Gesteins (insbesondere Gipskeuper) aufgrund von Wasser zurück zu führen. Um diese Beschädigungen an der Fahrbahn inskünftig zu reduzieren, wurden die bestehenden, quer zur Tunnelaxe angeordneten Sickerschlitze unter der Fahrbahn aufgeweitet und vergrössert.
Im weiteren wurde die Beleuchtung erneuert und deren Verkabelung und Steuerung den neuesten Anforderungen und technischen Entwicklungen angepasst. 1'400 neue Leuchten und 35 km neue Kabel wurden montiert. Dank der neuen Beleuchtung und der hellen Farbgebung der Tunnelwände kann mit geringerem Energieaufwand eine bessere Helligkeit erzeugt werden.
Mit einer verbesserten grösseren Signalisation der Querschläge und einer vorerst noch provisorischen Fluchtwegbeschilderung sind auch Massnahmen zur Erhöhung der Tunnelsicherheit getroffen worden. Diese dienen im Ereignisfall vor allem einer verbesserten Selbstrettung. Der Selbstrettung der Verkehrsteilnehmer kommt, wie die Auswertungen verschiedener Tunnelbrände erwiesen haben, entscheidende Bedeutung zu. Weitere Massnahmen sind in Planung und werden vor Abschluss der Instandsetzung der 2. Röhre - bis Sommer 2003 - realisiert.
Sämtliche demontierten und eingelagerten Signale, Ampeln und Verkehrsfernsehkameras wurden in der Zwischenzeit gereinigt, gewartet und wieder montiert. Zur Zeit laufen die Tests aller Funktionen der Funkanlage, Brandmeldeanlage, Tunnelventilation etc. Ein integraler Gesamttest bildet den Abschluss der Testreihe. Die erfolgreiche Durchführung aller Tests ist Voraussetzung dafür, dass der Tunnel dem Verkehr wieder übergeben wird.
Tunnel und Viadukt Oberburg
Gleichzeitig mit dem Belchentunnel wurden auch die beiden westlichen Teile des Tunnels und Viadukts Oberburg instandgesetzt. Der Tunnel wurde in Fahrtrichtung Bern/Luzern um 3,2 m aufgeweitet, damit er bei künftigen Unterhaltsarbeiten temporär 4 Fahrspuren mit reduzierter Fahrspurbreite aufnehmen kann, wie die bestehende Strecke zwischen Oberburgviadukt und Belchentunnel. Über 5'000 m3 Felsabbruch, ca. 3'300 m3 neues Tunnelgewölbe und 1'600 Tonnen neuer Belag waren hiefür erforderlich. Zudem wurden beim südlichen Portal umfangreiche Felssicherungsarbeiten vorgenommen.
Beim Viadukt, welches bereits die erforderliche Breite aufwies, wurde der Belag, welcher aufgrund der hohen Verkehrsbelastung tiefe Spurrinnen aufwies, inkl. Abdichtung auf einer Fläche von insgesamt 2'700 m2 ersetzt. Eine neue Betonbrüstung sorgt dafür, dass ein anprallender Lastwagen weder durchbrechen noch abstürzen kann. Die vollflächige Einhausung als Witterungsschutz hat sich bewährt. Obwohl im Januar während über 3 Wochen wegend der anhaltenden Kälte nicht gearbeitet werden konnte, entstand keine zeitliche Verzögerung.
Offene Strecke
Zur Sicherstellung der 15 jährigen interventionsfreien Nutzung des ganzen Abschnittes Diegten bis Belchen Süd sowie zur Erhöhung der Verkehrssicherheit wurden auf der offenen Strecke diverse kleinere und grössere Massnahmen ausgeführt:
- | Belagsersatz auf der Belchen-Südrampe |
- | Erneuerung und Anpassung der Leitschranken an die neuesten Anforderungen |
Verkehrssystem-Management
Das Ziel der Verkehrslenkungs- und Signalisationsmassnahmen bestand darin, den Ausweichverkehr auf das Kantonsstrassennetz zu minimieren, die Stauzeiten in einem möglichst akzeptierbaren Rahmen zu belassen, aber auch die Unfallrate möglichst gering zu halten. Diese Massnahmen wurden ergänzt mit Radioinformationen und weiteren Angaben auf dem Internet unter www.belchen.ch Mit TV-Kameras wurde der Verkehrspolizei die Möglichkeit gegeben, das aktuelle Verkehrsgeschehen zu überblicken, rechtzeitig Umlenkungssignalisationen via A3/Bözberg vorzunehmen und bei einem Unfall sehr rasch am Ereignisort die erforderlichen Massnahmen zu treffen.
Ausblick
Bevor die westseitige Tunnelröhre am 31.05.02 wieder dem Verkehr übergeben werden kann, muss die Röhre Richtung Basel gereinigt und für den Normalzustand mit richtungsgetrenntem Verkehr eingerichtet werden. Hierzu wird der Verkehr ab Mittwoch, 29. Mai 2002, 14.00 Uhr bis Freitag, 31. Mai 2002, 14.00 Uhr in die nun instandgesetzte Röhre umgeleitet. Die Sperrung betrifft auch die Ausfahrt nach Eptingen, es ist deshalb die Ausfahrt nach Diegten zu benutzen.
Nach der Sommerpause werden am 30. September 2002 die Instandsetzungsarbeiten an der 2. Tunnelröhre in Angriff genommen. Bis Mitte Januar 2003 wird nur der Belchentunnel im Gegenverkehr betrieben, anschliessend wird die Gegenverkehrsstrecke bis zum Anschluss Diegten verlängert, um die 2. Röhre des Tunnels Oberburg und das gleichnamige Viadukt instand zu setzen. Ende Juni 2003 werden alle Bauarbeiten abgeschlossen sein.
Die verantwortlichen Direktionen der beiden Kantone Solothurn und Basel-Landschaft bedanken sich bei allen am Bau beteiligten Arbeitern, den involvierten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der zuständigen Amtsstellen, den Polizeiorganen und Ereignisdiensten für ihr engagiertes tatkräftiges Mitwirken. Der Dank geht aber auch an alle betroffenen Gemeinden und privaten Anlieger sowie an die Verkehrsteilnehmer für das entgegengebrachte Verständnis.
Glücklicherweise musste bis heute kein einziger schwerer Unfall verzeichnet werden. Wir wünschen allen Beteiligten, dass dies auch während der zweiten Instandsetzung so bleiben wird.
BAU- UND JUSTIZDEPARTEMENT | BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION |
Weitere Auskünfte:
Thomas Weber, Tiefbauamt BL, Leiter Abteilung Hochleistungsstrassen, Tel 061/976 87 70
Beat Schädler, Aegerter & Bosshardt AG, Tel. 061/365 24 26
Liestal/Solothurn, 28. Mai 2002