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Medieninfos BUD

Medieninformation der Bau- und Umweltschutzdirektion

 

Die Frenke spricht. - Eine Erlebnisausstellung


In den Jahren 1999 - 2001 hat das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) die Frenken unter die Lupe genommen. Die naturwissenschaftlichen Sichtweisen und die Untersuchungsresultate sind in einer Erlebnisausstellung umgesetzt worden.


Die Frenkenresultate liegen in 3 Berichten mit einem Umfang von insgesamt über 250 Seiten vor. Zur besseren Verständlichkeit für die Bevölkerung hat das AUE die Resultate in einer Erlebnisausstellung umgesetzt. Die Besucherinnen und Besucher können an verschiedenen Experimentierstationen unterschiedliche naturwissenschaftliche Betrachtungsweisen erleben. Die wesentlichen Resultate sind auf Übersichtskarten dargestellt. Zu jeder Betrachtungsweise - es sind 5 an der Zahl - macht die Frenke eine Aussage aus ihrer Sicht.


Mir ist eng!
Von den 32 km Gesamtfliessstrecke der Frenke befinden sich in gestalterischer Hnsicht lediglich noch etwa 10% in einem naturnahen, unverbauten Zustand. Bei Rund 26% der Fliessstrecke sind menschliche Eingriffe klar erkennbar. Die restlichen 64% sind in struktureller Hinsicht stark bis sehr stark geschädigt. An der Vorderen Frenke sind die Defizite insgesamt gravierender als an der Hinteren Frenke. Handlungsbedarf und ein grosses Verbesserungspotential bezüglich der Gewässergestaltung bestehen aber in beiden Tälern. "Mir ist eng!" ist die Aussage der Frenke hierzu. Die Besucherinnen und Besucher der Erlebnisausstellung sind eingeladen, anhand von Fotos selbst einige Bachabschnitte bezüglich deren Gestaltung zu beurteilen und ihren persönlichen Eindruck mit den präsentierten Untersuchungsergebnissen zu vergleichen.


In mir lebt's!
Auf dem Grund der Frenken leben pro Quadratmeter Bachsohle zwischen 600 und 1400 Tierchen. Diese Kleinlebewesen haben einen recht unterschiedlichen Speisezettel. Sie ernähren sich von Pflanzen, Fleisch oder abgestorbenem pflanzlichem und tierischem Material (sogenannter Detritus). Hierbei erfüllen sie eine wichtige Aufgabe: sie tragen zur Reinigung des Gewässers bei. "In mir lebt's!" hält die Frenke hierzu fest. Die Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, die Kleinlebewesen kennenzulernen und ihnen mit Hilfe eines einfachen Bestimmungsschlüssels einen Namen zu geben.


Mein Doping Test!
Mit dem "Doping Test" spricht die Frenke die Wasserqualität an. Diese kann bei Trockenwetter insgesamt als zufriedenstellend bezeichnet werden. Es sind aber punktuelle Defizite vorhanden und demnach noch Verbesserungen anzustreben. Dies betrifft insbesondere den Gehalt an organischen Verbindungen und den Phosphorgehalt in einigen Gewässerabschnitten.


Keineswegs zufriedenstellend präsentiert sich dagegen die Situation bei einsetzendem Regen. Schon kurze, intensive Regenereignisse führen zum Überlaufen der Kanalisation und damit zu Mischwasserentlastungen (Mischwasser = mit Regenwasser verdünntes Abwasser). Auf diese Weise gelangen nach groben Schätzungen jährlich etwa 700'000 m3 Mischwasser in die Frenke. Die damit dem Gewässer übergebene Schmutzstoff-Fracht beträgt - gemessen als organisch-gebundener Kohlenstoff - etwa 11 Tonnen pro Jahr. Zum Vergleich: Die jährlichen Emissionen der Kläranlagen im gleichen Einzugsgebiet betragen etwa 30 Tonnen organisch-gebundenen Kohlenstoff. Sie gelangen über das ganze Jahr verteilt in die Gewässer. Im Gegensatz dazu treten durch Regen verursachte Mischwasserentlastungen zwar häufig, aber nur während kurzer Zeit auf. Sie verursachen daher im Gewässer hohe Belastungsspitzen.


Durch Mischwasserentlastungen oder Abschwemmungen von gedüngten Feldern gelangen auch erhöhte Mengen des fischgiftigen Ammoniums in die Frenke. Die Besucherinnen und Besucher der Erlebnisausstellung können Wasser verschiedener Herkunft auf dessen Ammoniumgehalt testen.


Ich bin nicht steril!
Einige 100 bis mehrere 1000 coliforme Keime tummeln sich in einem Deziliter Frenkenwasser. Coliforme Keime sind Bakterien, welche den menschlichen oder tierischen Darm bewohnen. Kein Wunder, dass die Frenke dazu meint: "Ich bin nicht steril!". Solche Bakterien gelangen über häusliches Abwasser oder Jauche ins Gewässer. Ihr Auftreten ist daher normal. In einem zivilisatorisch unbeeinflussten Gewässer sind in der Regel aber nur wenige solcher Keime aufzufinden. Die Besucherinnen und Besucher der Erlebnisausstellung können solche unsichtbaren coliformen Keime mittels eines Experiments sichtbar machen.


Früher hat's mich geekelt!
Ein grosszügiges Nährstoffangebot und das Fehlen einer ausreichenden Uferbeschattung führen in einigen Abschnitten zu üppigem Algenwachstum, welches das optische Erscheinungsbild des Gewässers trübt. Weiter hinterlassen die vorallem im Nahbereich der Kläranlagen häufig auftretenden Mischwasserentlastungen ihre "Insignien" in Form von WC-Papier und anderen Rückständen an Sträuchern und Bäumen im Uferbereich des Gewässers. "Früher hat's mich geekelt!" hält die Frenke hierzu fest, obwohl auch heute noch ein Verbesserungspotential vorhanden ist. Die Besucherinnen und Besucher der Erlebnisausstellung sind aufgefordert, selbst solche sichtbaren Verunreinigungsanzeichen zu entdecken und deren Ursachen zu ergründen.


Vier Ausstellungsstandorte
Die Erlebnisausstellung "Die Frenke spricht." gastiert an folgenden Standorten:

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19. bis 28. April '02 in Bubendorf bei der Gemeindeverwaltung,

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03. bis 13. Mai '02 in Oberdorf, nahe der WB-Station "Eidgenossen",

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17. bis 27. Mai '02 in Hölstein beim Restaurant "Linde",

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31. Mai bis 9. Juni '02 in Reigoldswil bei der Gemeindeverwaltung.

An den Eröffnungstagen der Ausstellung (Freitags) findet ab 16.00 Uhr jeweils ein Eröffnungsapéro statt. Ansonsten ist die Erlebnisausstellung jeweils an Samstagen und Sonntagen von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr, sowie mittwochs von 14.00 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet.


BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Informationsdienst


Weitere Auskunft:
Marin Huser (AUE/Oberflächengewässer), Tel. 061- 925 55 14
Für Untersuchungsbericht: Nadine Frei (AUE/Oberflächengewässer), Tel. 061-925 55 48.


Liestal, 19. April 2002


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