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Weiherschloss Bottmingen (renoviert): Ein Märchen | |
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Schlösser werden normalerweise mit Märchen in Verbindung gebracht. Keine gute Fee, die da nicht schon einmal an eine morsche Türe angeklopft hat, kein Prinz und keine Prinzessin, die nicht schon verklärt aus dem Fenster geguckt und mit Liebe die Welt verzaubert hätten und kein Gespenst, das nicht schon die knarrende Treppe hinuntergefallen wäre. Schlösser sind für die normalen Leute fast unerreichbar weit weg, vielleicht gar, wie hier, von Wasser umgeben und mit einem grossen Tor verschlossen. Eine Brücke nur schafft Verbindung. Eine geschlossene Welt für sich. Eben ein Schloss.
Dass der Kanton Basel-Landschaft auch Schlösser besitzt, ist kein Märchen, sondern dem einfachen Umstand zuzuschreiben, dass wertvolle Kulturgüter ihm letztlich - wenn alle andern Stricke reissen - zur Obhut anvertraut werden. Manchmal, auch das gibt es, bleiben sie einfach an der öffentlichen Hand hängen, weil zwischen dem wirtschaftlichen Nutzen und dem kulturellen Wert eine Lücke klafft, die nur der Staat aus seinen allgemeinen Mitteln zu decken vermag. Doch auch das ist eine Aufgabe. Das Bottminger Schloss aus dem 14. Jahrhundert hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Es galt, viele Änderungen und Umbauten gleichsam zu verdauen. Dass es heute als Restaurant dient und somit öffentlich zugänglich ist, entspricht dem offenen und von Nützlichkeiten geprägten Charakter unserer Zeit. Doch hier wird trotzdem noch immer ein Hauch von Nostalgie verbreitet. Hier ist ein Zeuge aus einer andern Zeit hinübergerettet worden und steht uns als Erinnerung zur Verfügung. Manchmal ist es, als sei diese Erinnerung da und dort fast ein wenig zu spät gekommen. Doch mit einem Stück Vergangenheit vor Augen ist es leichter, sich an die Zukunft zu gewöhnen. Deshalb sind wir auf Zeitzeugen angewiesen, die zeigen, wohin der Weg geführt hat. Mit ihnen ist es leichter, den Wert und das Ungestüme der Zukunft einzuschätzen und ihre Errungenschaften ein wenig zu relativieren oder in die richtigen Proportionen zu setzen. Schlösser sind - wie andere Denkmäler, die zum Denken anregen auch - zwar blosse Momentaufnahmen. Aber sie erzählen uns so Vieles. Schlösser sind ein konserviertes Stück Geschichte. Sie sind in diesem Sinne eben unbezahlbar. Deshalb hat man sie dem Kanton anvertraut. Diese Verantwortung macht viel Freude. Elsbeth Schneider-Kenel, Regierungsrätin |
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