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Kunstführer Schloss Ebenrain


 

Schloss Ebenrain, Sissach: Lage und Name
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Das Schloss Ebenrain liegt am Westrand von Sissach in einem baumbestandenen Park an der Zunzgerstrasse, einst aber an der Landstrasse Basel-Olten. Beim Bau der Talentlastungsstrasse J2 wurde die Landstrasse zusammen mit dem Bahnübergang aufgehoben, so dass der Ebenrain seit 1967 vom Dorf Sissach und der Landstrasse abgeschnitten ist. Der Besucher erreicht den Ebenrain zu Fuss vom Bahnhof Sissach aus in westlicher Richtung, wo touristische Wegweiser den Weg markieren. Mit dem Fahrzeug gelangt er zum Ebenrain über die N2 und die Ausfahrt Sissach, wo er im Dorfzentrum bei der Kreuzung vor dem Hotel Sonne ebenfalls auf die touristischen Wegweiser stösst.

 

Der Name Ebenrain bedeutet Ebene ob dem Rain, auf dem der Landsitz, heute Schloss genannt, erbaut wurde. Zudem liegt er unmittelbar neben dem "Glünggisbühl", der ehemaligen Gerichtsstätte des Sisgaus, wo noch 1798 das Hochgericht stand. Zur Zeit der Erbauung befand sich der grosse Landsitz mit dem terrassierten französischen Garten auf der Nordseite direkt an der vom Mittelland nach Basel fahrenden Landstrasse, so dass der Reisende ihn in voller Grösse sehen musste. Er lag zwar damals innerhalb der bewirtschafteten Landfläche, unterstand aber als Einschlag nicht dem Flurzwang der Dreifelderwirtschaft. Martin Bachofen-Heitz, der Bauherr, kaufte den Einschlag (Enclos) und das Land für die Brunnquelle beim nächsten Berg, weil die Bauern nur dieses Land verkaufen konnten. Die Standortwahl Bachofens erfolgte somit nicht nur wegen seiner Liebe zur Jagd oder um seinen Wohlstand drei Wegstunden von Basel entfernt zu verbergen, sondern hier bot sich ihm die in Sissach wohl einzige Möglichkeit, Land zu kaufen. Land im Einschlag ist gleichzusetzen mit Privatland im Gegensatz zum Land mit Flurzwang und Zehnten.