Der Jugenddienst |
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Im Kanton Baselland wurden auf Anregung der Jugendanwaltschaft als Novum in der Schweiz erstmals Stellen von polizeilichen JugendsachbearbeiterInnen (heute Jugenddienst) geschaffen. Diese haben den Auftrag, Jugenddelikte zu ermitteln und im Rahmen ihrer Präventionsarbeit zugleich eine enge Kooperation mit den Schulen, Behörden und Bezugspersonen von Jugendlichen zu pflegen.
Die Kinder- und Jugendkriminalität hat in den letzten Jahren nicht nur im Baselbiet, sondern in der ganzen Schweiz stetig zugenommen. Es ist deshalb von grosser Bedeutung, dass gewalttätige Jugendliche oder Jugendgruppierungen frühzeitig erkannt werden und mit einem sinnvollen Strafverfahren und wirksamen jugendstrafrechtlichen Strafen oder Schutzmassnahmen reagiert werden kann. Gerade im Jugendbereich kann Fehlverhalten meist noch positiv und damit nachhaltig beeinflusst werden. |
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Es ist noch nicht allzu lange her, da wurde dem Bereich der Jugenddelikte noch kaum die notwendige Beachtung geschenkt. Man sprach von "Töfflibuebe" und Jugendsünden und übersah dabei die dahinter liegenden, oft ernsthaften Probleme. So entstanden Freiräume, welche von einzelnen Jugendlichen oder Gruppen zunehmend missbraucht wurden. Dabei hat sich gerade im Jugendbereich gezeigt, dass ein rasches und kompetentes Handeln der Polizei von grossem Nutzen ist. Dabei ist es wichtig, dass engagierte Personen, die im Umgang mit Kindern und Jugendlichen vertraut sind, eingesetzt werden können. Werden Minderjährige als Opfer oder als Täter ernst genommen und fair behandelt, kann viel guter Wille gewonnen werden. In Anlehnung an den Jugenddienst der Stadtpolizei Zürich und an einige deutsche Bundesländer, die bereits seit Jahren speziell ausgebildete polizeiliche JugendsachbearbeiterInnen einsetzen, ist im Kanton Basel-Landschaft im Jahr 2000 auf Initiative der Jugendanwaltschaft hin die erste Stelle eines polizeilichen Jugendsachbearbeiters geschaffen worden. Heute besteht der Jugenddienst aus sechs MitarbeiterInnen, die sich auf die sechs Polizeistützpunkte verteilen.
Die bisherigen Erfahrungen sind sehr positiv. Der Jugendanwaltschaft und dem Jugenddienst ist es denn auch besonders wichtig, dass unsere Kinder bei uns ohne Angst vor Jugendbanden, Raubdelikten und ähnlichem aufwachsen können. Inzwischen erstellt die Jugendanwaltschaft täglich ein spezielles Journal der mutmasslichen Jugenddelikte, sodass bei einer Zunahme von solchen Delikten in einem bestimmten Gebiet sehr schnell die erforderlichen Ermittlungen anlaufen können. Gerade bei Raubdelikten ist die Aufklärungsquote der beanzeigten Fälle sehr hoch. Es zeigt sich aber auch, dass im Bereich der schweren Jugenddelikte von einer relativ hohen Dunkelziffer ausgegangen werden muss. Die meisten Täter gehen bei ihren Delikten allerdings nicht sehr professionell vor und prahlen vielfach noch mit ihren Taten; damit wollen sie wohl ihr Ansehen stärken, Aufmerksamkeit gewinnen und von ihren Altersgenossen gefürchtet werden. Der überwiegende Teil dieser Anzeigen kann jedoch aufgeklärt werden. Wichtig ist, dass die Geschädigten den Mut finden, eine Anzeige zu erstatten. In den vergangenen Jahren hat der Anteil der im Kanton Basel-Landschaft wegen Gewaltdelikten verzeigten Jugendlichen leicht zugenommen, da insgesamt mehr Fälle beanzeigt und aufgeklärt wurden. Die Häufigkeit der Zeitungsmeldung im Landkanton im Bereich der Jugenddelikte ist wohl auf diese hohe Aufklärungsquote zurückzuführen.
Der Jugenddienst arbeitet sehr eng mit der Jugendanwaltschaft, mit der sie täglich in Kontakt steht, zusammen. Ihre Aufgabe besteht aus Ermittlung und Prävention.
Eine seiner Aufgaben ist es, die minderjährigen Urheber von mittleren und schweren Delikten zu ermitteln. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit der Jugendanwaltschaft, den Fachspezialisten der Polizei (insbesondere der Kriminalpolizei) und den polizeilichen MitarbeiterInnen der einzelnen Polizeistützpunkte.
Darüberhinaus ist eine enge Vernetzung mit weiteren Personen, die im Jugendbereich tätig sind, unabdingbar. In ihren Zuständigkeitsgebieten pflegen die MitarbeiterInnen des Jugenddienstes einen guten Kontakt zu Bezugspersonen zu Schulleitungen, SchulsozialarbeiterInnen, den MitarbeiterInnen der kommunalen Vormundschaftsbehörden oder den JugendhausleiterInnen. Schliesslich suchen sie den persönlichen Kontakt zu Direktbetroffenen, zu Jugendlichen und Jugendgruppen.
Präventionsarbeit ist also eine wichtige Aufgabe des Jugenddienstes. Er kann - gerade im Schulbereich - beratend wirken und im Einzelfalle in einzelnen Schulklassen direkt intervenieren. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn sich in einem Schulhaus Diebstähle oder Sachbeschädigungen häufen, wenn Gewaltdelikte über Hand nehmen oder rechtsextreme Tendenzen auftreten. Schliesslich können die MitarbeiterInnen des Jugenddienstes auch unterstützend tätig werden, wenn Drogenprobleme auftauchen. In diesen Fällen nutzt der Jugenddienst nebst der Jugendanwaltschaft auch seine Kontakte zur Gesundheitsförderung oder der Drogenberatung BL. Auch hier ist Ziel all dieser Bemühungen, Straftaten zu verhindern.
Derzeit besteht das Team des Jugenddienstes aus folgenden polizeilichen MitarbeiterInnen, entsprechend aufgeteilt nach ihren jeweiligen Einsatzgebieten:
Leiter Jugenddienst | Kurt Frei | Tel. 061 553 31 50 |
Raum Liestal | Daniel Wenger | Tel. 061 553 31 52 |
Raum Muttenz | René Schaub | Tel. 061 553 47 51 |
Raum Reinach | Sandra Kräuchi | Tel. 061 717 19 41 |
Raum Binningen | Peter Schelker | Tel. 061 553 47 52 |
Raum Laufen | Marcel Tresch | Tel. 061 717 19 45 |
Raum Sissach | Matthias Käser | Tel. 061 553 31 51 |

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