Schloss Bottmingen: Inneres

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Steinsaal im ErdgeschossIm Erdgeschoss des Nordtrakts liegt westwärts hinter gotischen Fenstern das sogenannte „Schlossstübli" in neuer, rustikaler Aufmachung; auf der andern Seite der Durchfahrt der „Steinsaal", so genannt nach den nach altem Muster diagonal verlegten Sandsteinfliesen des Plattenbodens. Wände und Decken schmecken Stukkaturen des späten Rokokos.

 

Von den reichverzierten Stuckpanneaus der Wände hängen an geknüpften Bändern die Embleme der Jagd, des Fischfangs, des Weinbaus, des Handels und der Musik herab. In den Nischenleibungen die Embleme der vier Kardinaltugenden: Mässigkeit, Gerechtigkeit, Mut und Weisheit. Goldgerahmte Puttenreliefs dienen als Supraporten zweier Eingänge. An der Decke winden sich Rosengirlanden um die Randleiste, deren Mitte und Ecken Kartuschen mit phantasievollen Architekturlandschaften ausfallen. Der Überschwang des reifen Rokokos ist gedämpft, Überschneidungen sind selten, und die Hohlkehle zwischen Wand und Ecke bleibt leer, doch ist dieser um 1780 von einem unbekannten Meister geschaffene Stuck noch voller Kraft.

 
Durch das dem Hauptgebäude zunächst gelegene Portal tritt man ins Treppenhaus, dessen Steintreppe im oberen Teil ans Holz besteht. Eine kühne, freischwebende Gewölbekonstruktion nimmt die Unterzüge der Treppenläufe auf und erinnert in ihren Bogenverstrebungen an gotische Gewölbe. Im Gegensatz zu der drei Jahre später ebenfalls von FRANZ OBERMEYER in Basel geschaffenen, ähnlichen Treppe (Haus Elisabethenstrasse 19, abgebrochen) sind die Stufen nicht um die Ecken geschwenkt und das Eisengitter- bei jeder Stufe von einem an Holzkonstruktionen mahnenden Zwischenpfosten mit Fruchtschalen unterbrochen. Das schmiedeiserne Geländer mit schwerem Handlauf und bewegtem, dem Régence nahestehenden Rankenmuster- überspielt einzig den Antrittspfosten. Die Idee dieser gewagten und in Basel und Umgebung vorher nicht bekannten Treppenkonstruktion mag der Bauherr Deucher- selbst aus Paris importiert haben. Die Deckenmitte ziert das von unten sichtbare Ölgemälde von JSAAK MERIAN, 1721, die Geburt der Athena im Beisein der olympischen Götter darstellend, wahrscheinlich nach einer Stichvorläge gemalt. An der Aussenwand des ersten Stocks sind zwei marmorne Reliefmedaillons mit im Profil gegebenen, lorbeerbekränzten Cäsarenköpfen eingelassen. An den übrigen Wänden hängen quadratische Holztafeln mit Phantasielandschaftsmedaillons, Fragmente einer Saalausstattung von der Grüns aus dem 17. Jh. Durch das Vorzimmer des ersten Stocks gelangt man ins Turmzimmer, dessen stucktumrahmte Decke ein Ölbild mit den neun Musen, gemalt von JSAAK MERIAN, zeigt.

 

Im grossen Festsaal des zweiten Stocks hängen elf Porträtmedaillons auf quadratischen Holztafeln, umrahmt von dekorativem Beschlägwerk, ebenfalls Fragmente einer Saalausstattung von der Grüns; davon zehn mit den Namen der Dargestellten, unter denen sich auch von der- Grün selbst befindet. Die einst aus über zwanzig Tafeln bestehende Sammlung vereinigte sämtliche Fürsten und Feldherren der protestantischen Partei im Dreissigjährigen Krieg, an welchem sich auch von der Grün beteiligt hatte. Dem unbekannten Porträtmaler dienten dazu Stiche aus dem "Theatrum Europaeum" als Vorlage.

 

Die übrigen Räume können nicht besichtigt werden.

  


 

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Stückpanneau und Stuckkartusche im Steinsaal
Medaillons mit Fantasielandschaften
Porträtmedaillons im Festsaal:
Oberst Johann Christoph von der Grün (links); Generalmajor Georg Christoph von Taupadel
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