4.5 Kosten


> Amt für Umweltschutz und Energie || Inkontinenzeinlagen

 

Bei den Heimen haben die Beschaffungskosten für die Inkontinenzprodukte einen wichtigen Stellenwert innerhalb des engen Budgetspielraumes. Wie die vorangehenden Ausführungen zum Verbrauch und zur Anwendungspraxis zeigen, macht aber ein Kostenvergleich nur dann Sinn, wenn alle Einflussfaktoren berücksichtigt und die Gesamtkosten transparent ausgewiesen werden.

 

Von den Heimen wurde in der Vorbereitungsphase des Tests die Bedingung formuliert, dass:

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die Gebrauchstauglichkeit der Produkte vergleichbar sein muss;

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von allen Firmen eine gute Beratung der Anwender/innen geboten wird

bevor ein Vergleich der Kostensituation erfolgt. Wie in den vorangehenden Abschnitten dargelegt, bestehen diesbezüglich keine markanten Unterschiede und die getesteten Produkte können insgesamt als vergleichbar eingestuft werden.


Ebenfalls im Vorfeld des Tests wurde die Annahme geäussert, dass beim Einsatz einer grösseren Zahl unterschiedlicher Produkte (unterschiedliche Stärken) die Bedürfnisse der Bewohner/innen optimaler abgedeckt und gleichzeitig Kosten gespart werden könnten. Die Auswertung der umfangreichen Daten hat diese Annahme nicht bestätigt.


Demgegenüber hat der Test gezeigt, dass mit einer guten Abstimmung von "Pflegephilosophie" und Produktewahl der Verbrauch an Einlagen und damit auch die Kosten deutlich gesenkt werden können.


Die Zusammenstellung der Kosten für die Inkontinenzprodukte erfolgte erst nach Abschluss der Versuchsphase und gibt daher die Situation zu Beginn des Jahres 2002 wieder (Bruttokosten und jeweils gewährte Rabatte). Nachfolgend sind die entsprechenden Zahlen für das Heim 1 (niedrigster Verbrauch pro Bett während der Testphase) und für das Heim 3 (höchster Verbrauch) exemplarisch dargestellt



Diagramm 11: Kosten der Inkontinenzprodukte während der Testphase (Heim 1)


Im Diagramm 11 sind die Kosten für die Ausstattung der Testgruppe während 14 Tagen dargestellt, wobei sowohl die Bruttokosten als auch die Nettokosten nach Abzug der unterschiedlichen Firmenrabatte ersichtlich sind. Da die Verbrauchszahlen von Firma zu Firma nur wenig abweichen (vgl. Diagramm 1) ergeben sich doch recht markante Unterschiede bei den spezifischen Kosten der einzelnen Produkte. So ergeben sich durch Firma B die geringsten Kosten. Die Produkte der restlichen drei Firmen verursachen in etwa die gleichen Kosten. Hier ist auffallend, dass bei der Firma C bei hohem Umsatz auch hohe Rabattsätze 'erreicht' werden können und damit die aufzuwendenden Kosten sinken.



Diagramm 12: Kosten der Inkontinenzprodukte während der Testphase (Heim 3)


Auch bei Heim 3 gibt wiederum Firma B die kostengünstigsten Produkte ab. In diesem Heim zeigt sich zudem sehr deutlich, dass Firma C die teuersten Produkte anbietet und auch über hohe Rabattnachlässe nicht zu einem günstigen Anbieter wird.


Auffallend ist in den beiden Diagrammen 11 und 12 im weitern die unterschiedliche Rabattpolitik der vier beteiligten Firmen. In der Regel werden die Rabatte gestaffelt nach Verbrauchszahlen gewährt, nur Firma B bietet einen einheitlichen Rabattsatz von 5 % der Jahreskosten.


So verständlich die Rabattpolitik aus Sicht der Firmen ist (höherer Umsatz erlaubt grössere Rabatte), so wenig fördert diese Preispolitik die Anstrengungen der einzelnen Heime zur Ressourcenschonung. Nur durch eine gemeinsame Beschaffung könnten die besseren Rabatte für hohe Einkaufsmengen und das Ziel eines möglichst geringen Ressourcenverbrauchs zur Deckung gebracht werden.


Noch deutlicher wird die Rolle der Rabattpolitik beim Vergleich der aktuellen Hausmarke in den 5 Heimen mit dem jeweils günstigsten Anbieter aus der Testphase (Diagramm 13).



Diagramm 13: Differenz Hausmarke zu günstigstem Produkt


Während bei Heim 3 der günstigste Anbieter zugleich die Hausmarke ist, bestehen bei den übrigen Heimen unterschiedliche Preisdifferenzen von der Hausmarke zum günstigsten Anbieter. Nur dank markanter Rabatte liegen bei Heim 1 und 2 die Kosten in ähnlichem Bereich, bei Heim 4 und 5 bestehen auch bei den Nettokosten noch grössere Unterschiede. Diese sind pro Bett und Tag im Bereich von maximal etwa 50 Rappen, hochgerechnet auf ein durchschnittliches Heim mit 100 Betten und ein ganzes Jahr ergeben sich aber doch beachtliche Einsparpotenziale von rund Fr. 3'500 bis Fr. 20'000.- (siehe Diagramm 14). Dabei ist das zusätzliche Potenzial durch die mögliche Verbrauchsminderung (v.a. bei den Heimen 2, 3 und 5) noch nicht berücksichtigt.



Diagramm 14: Einsparpotenzial für ein Heim mit 100 Betten während eines Jahres


Weitere interessante Ergebnisse lassen sich aus dem Vergleich der Kosten für die vier verschiedenen Produktelinien während der Testphase ableiten, da in diesem Fall auch die konkreten Verbrauchszahlen einfliessen (Diagramm 15).



Diagramm 15: Inkontinenzeinlagenkosten pro Tag und Bett während der Testphase


Heim 1 hat gesamthaft den niedrigsten Verbrauch und damit auch die niedrigsten Kosten pro Bett und Tag. Aufgrund der sehr ähnlichen Verbrauchszahlen für die vier Produktelinien (vgl. Diagramm 1) sind auch die Kostenunterschiede in Heim 1 gering. Bei den Produkten der Firma B liegen die täglichen Kosten mit rund Fr. 1.50 pro Bett ohne Einbezug eines Rabattes von allen beteiligten Heimen und Produkten am günstigsten.


Bei Heim 4 ist der Zusammenhang zwischen Verbrauch (2. Platz, vgl. Diagramm 1) und der Höhe der Kosten pro Tag und Bett nicht mehr so deutlich, da hier bei verschiedenen Produktelinien die höheren Kosten (immer ohne Berücksichtigung eines Rabattes) zu Buche schlagen. Nur bei den Produkten der Firma B liegt das Heim 4 mit rund Fr. 2.00 pro Tag und Bett bei der Spitzengruppe. In Verbindung mit der Darstellung der Tragdauer (Diagramm 9) lässt sich ableiten, dass das Heim 4 offenbar eher teurere Produkte mit langer Tragdauer einsetzt. Den höheren Materialkosten stehen damit Vorteile für Bewohner/innen und Pflegende sowie eine geringe Zahl von Vernässungen gegenüber.


Heim 3 hat trotz generell hohen Verbrauchszahlen nur durchschnittliche Kosten pro Tag und Bett, wobei die Unterschiede zwischen den Produkten sehr markant sind (mehr als Fr. 1.50).


Bei Heim 5 ergeben sich für Produkte der Firma C sowohl hohe Verbrauchszahlen (Diagramm 1) und mit ca. Fr. 3.85 die höchsten Kosten pro Bett und Tag (ohne Berücksichtigung eines Rabattes).


Insgesamt ergab sich somit während der Testphase eine Spanne der Tageskosten für die Inkontinenzprodukte von Fr. 1.50 bis Fr. 3.85 pro Bett. Die Überlegungen zu Heim 4 zeigen allerdings, dass auch diese Kostenvergleiche nicht losgelöst von den übrigen Ergebnissen des Vergleichstests betrachtet werden dürfen.



 

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