Überschwemmung [1] | ||
Von Überschwemmung spricht man, wenn eine Landfläche ausserhalb des Gerinnebettes mit Wasser (und oft auch mit Feststoffen) bedeckt wird. Oft spielen begleitende Prozesse wie das Mitführen von Schwemmholz, Geschiebeablagerung, Ufererosion oder Dammbrüche eine entscheidende Rolle. Die Gefährdung bzw. Hauptschadenwirkung ergibt sich durch grössere Wassertiefen, starke Strömungen, oft auch Erosion. Entsprechend wird zwischen statischer (geringe Fliessgeschwindigkeit) und dynamischer (Hohe Fliessgeschwindigkeit) Überschwemmung unterschieden.
Überschwemmung Ergolztal, Raum Liestal, April 2006 | ||
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Übersarung [1] | ||
Unter Übersarung versteht man die Ablagerung von Feststoffen durch fliessende Wassermassen ("fluvialer Geschiebetransport") ausserhalb des Gerinnes, meist im Bereiche von Wildbach-Schwemmkegeln. Übersarung Waldenburgerbahn 1926 (Quelle Basellandschaftliche Gebäudeversicherung Liestal) | ||
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Murgänge [1] | ||
Murgänge sind schnell fliessende Gemische von Wasser und Feststoffen mit einem hohen Feststoffanteil von ca. 30 - 60 %. Sie bewegen sich mindestens während der Anriss- und Transitphase meist in Gerinnen. Im Kegelbereich sowie auf flachen Gerinnestrecken (Gefälle < 20 %) komme Murgänge zum Stillstand. Die Hauptschadenwirkung ergibt sich einerseits aus der Stosswirkung der Murgangstirn, welche durch mitgeführte Einzelblöcke noch verstärkt wird, und anderseits aus den mächtigen Ablagerungen von Geröll und Schutt. Talwärts von Murablagerungen spielen sich in der Regel Überschwemmungs-, Übersarungs- und Erosionsprozesse ab. Murgang Glyssibach, Gemeinde Brienz BE August 2005 | ||
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Rutschungen [1] | ||
Rutschungen sind hangabwärts gerichtete Bewegungen von Hangteilen aus Fels- und/oder Lockergesteinen an mässig bis stark geneigten Böschungen. Sie sind Ergebnisse eines Scherbruches an der Untergrenze der bewegten Masse. Viele Rutschungen sind alt und heute weitgehend ruhig ("schlafend"), können aber allmählich oder plötzlich neu belebt werden. Bei Rutschungen spielt Wasser meist eine entscheidende Rolle, sei es durch die Wirkung des Porenwasserdruckes, von Sickerströmung oder der Druckwirkung quellender Tonminerale. Die Klassierung von Rutschungen erfolgt anhand des Materials (Lockermaterial-, Felsrutschungen), der Gründigkeit (flach-, mittel-, tiefgründig), der Dauer der Rutschphase (spontane, permanente Rutschungen) und der Rutschgeschwindigkeit. Die Schadenwirkung von Rutschungen ist mannigfaltig. Sie reicht von Senkungen und Hebungen bei langsamen und tiefgründigen Rutschungen über Hangdruck bis zu Stosswirkung und Verschüttung bei flachgründigen, spontanen Rutschungen. Rutschung Matt, Gemeinde Wintersingen Februar 1999 (Quelle Gemeinde Wintersingen) | ||
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Stein- und Blockschlag [1] | ||
Stein- und Blockschlag sind charakterisiert durch mehr oder weniger isolierte Sturzbewebungen von Einzelkomponenten von bis zu mehreren Kubikmetern Grösse. Es werden Geschwindigkeiten bis zu 30 m/s erreicht. Bei Hangneigungen unter ca. 30 % kommen bewegte Steine und Blöcke im Allgemeinen zum Stillstand. Wald kann die kinetische Energie der Blöcke stark reduzieren. | ||
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Steinschlag Lützelstrasse, Gemeinde Röschenz, August 2007 | ||
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Werden Rutschungen durch Niederschläge oder unterirdische Wasserzutritte stark aufgeweicht, so spricht man von Hangmuren. Sie verhalten sich dann zunehmend ähnlich wie Murgänge. Hangmuren bewegen sich meist schneller als Rutschungen, die nur im Bereich der Scherfläche Wasser führen, und erreichen oft auch flacheres Gelände. Stoss und Verschüttung sind die Hauptschadenwirkung. | ||
Hangmuren / Rutschungen Mueterschwandenberg, Gemeinde Ennetmoos NW August 2005 | ||
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Erdfall (Einsturz, Dolinen, Absenkung) [1] | ||
Klar begrenzte Dolinen (Einsturztrichter) und diffuse Absenkungen der Geländeoberfläche sind Folgen spontanen oder kontinuierlichen Nachbrechens unterirdischer Lösungshohlräume (Karst). Die Hohlräume ihrerseits sind das Produkt langfristiger Lösung vergleichsweise leicht löslicher, gesteinsbildender Minerale wie Calcit, Dolomit, Gips oder Steinsalz durch zirkulierendes Sicker- und Grundwasser (Subrosion). Entsprechend sind Einstürze bzw. Absenkungen auf die Verbreitungsgebiete verkarstungsfähiger Gesteine beschränkt. Die Schadenwirkung ergibt sich durch Einstürze und Absenkungen und betrifft insbesondere Gebäude und Infrastruktur. | ||
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Doline Melchstel, Gemeinde Zeglingen, Aufnahme November 2007 | ||
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Die Naturgefahrenkarte (kurz Gefahrenkarte) im Massstab 1:5'000 zeigt, welche Gebiete wegen bestehender Naturgefahren nicht oder nur bedingt für bestimmte Nutzungen geeignet sind. Sie unterscheidet fünf Gefahrenstufen. | ||
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Die Gefahrenhinweiskarte im Massstab 1:25'000 gibt eine grobe Übersicht über die Gefährdungssituationen, und sie stellt flächenhaft fest, welche Gefahren vorhanden sind. Im Gegensatz zur Gefahrenkarte werden keine Gefahrenstufen unterscheiden. | ||
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Gefahrenstufen [2] | ||
In den Naturgefahrenkarten werden fünf Gefahrenstufen unterschieden. Für jede Naturgefahr werden in den Empfehlungen des Bundes Kriterien angegeben, die der Zuordnung der untersuchten Gebiete zu einer der fünf Gefahrenstufen dienen. Je häufiger und/oder intensiver ein Gebiet von Ereignissen betroffen ist, desto höher ist die Gefahrenstufe. Basierend auf den Bundesempfehlungen hat der Kanton Basel-Landschaft gefahrenspezifische Gefahrenstufendiagramme entwickelt, welche bei der Erarbeitung der Gefahrenkarte zur Anwendung kommen. | ||
Rot: erhebliche Gefährdung - Personen sind sowohl innerhalb wie ausserhalb von Gebäuden gefährdet, mit der plötzlichen Zerstörung von Gebäuden ist zu rechnen. | ||
Das rote Gebiet ist im Wesentlichen ein Verbotsbereich. | ||
Blau: mittlere Gefährdung - Personen sind innerhalb von Gebäuden kaum gefährdet, jedoch ausserhalb davon; mit Schäden an Gebäuden ist zu rechnen, jedoch sind plötzliche Gebäudezerstörungen in diesem Gebiet nicht zu erwarten, falls gewisse Auflagen bezüglich Bauweise beachtet werden. | ||
Das blaue Gebiet ist ein Gebotsbereich, in dem schwere Schäden durch geeignete Vorsorgemassnahmen (Auflagen) vermieden werden können. | ||
Gelb: geringe Gefährdung - Personen sind kaum gefährdet, mit geringen Schäden an Gebäuden bew. mit Behinderungen ist zu rechnen, jedoch können erhebliche Sachschäden in Gebäuden auftreten. | ||
Das gelbe Gebiet ist im Wesentlichen ein Hinweisbereich. | ||
Gelb-weiss gestreift: Restgefährdung - Gefährdungen mit einer sehr geringen Eintretenswahrscheinlichkeit und einer hohen Intensität können durch gelb-weiss gestreifte Signatur bezeichnet werden. Das gelb-weiss gestreifte Gebiet ist ein Hinweisbereich, der eine Restgefährdung aufzeigt. | ||
Weiss: Nach dem derzeitigen Kenntnisstand kein oder vernachlässigbare Gefährdung | ||
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[1] Gefahrenhinweiskarte Naturgefahren im Kanton Basel-Landschaft, Kurzbericht, Kanton Basel-Landschaft und Basellandschaftliche Gebäudeversicherung, Dezember 2005 | ||
[2] Berücksichtigung der Hochwassergefahren bei raumwirksamen Tätigkeiten, Bundesamt für Wasserwirtschaft, Bundesamt für Raumplanung, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, 1997 | ||
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