Gewalt - Jugendgewalt


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Die Gewalt ist ein Dauerthema in den Medien. Kaum ein Tag vergeht ohne entsprechende Schlagzeilen. Zunehmend wird das Thema auch mit Jugendlichen in Verbindung gebracht, die von Gewalt betroffen sind oder von denen selbst Gewalt ausgeht. Allerdings dürfen dabei die Relationen nicht verloren gehen: Noch immer sind ein Vielfaches von Kindern und Jugendlichen Opfer von Erwachsenengewalt - und nicht umgekehrt. Noch immer wird die Mehrheit aller Straftaten von Erwachsenen begangen. Angefangen von Vernachlässigung und seelischen Verletzungen, die Kinder und Jugendliche erleiden müssen, bis hin zur "Gewalt" im Strassenverkehr, in dem jährlich noch zu viele junge Verkehrsteilnehmer verletzt oder getötet werden. Körperliche und seelische Misshandlungen, sexuelle Gewalt und andere Formen der Gewaltanwendung sind weitere Stichworte zu diesem traurigen Thema. Nicht zuletzt stellt auch der teilweise rücksichtslose Stellenabbau eine "leise" Form von Gewalt an Jugendlichen dar; er trägt seinen Teil dazu bei, dass immer mehr Jugendliche unter Existenzängsten leiden und den Glauben an eine eigene, lebenswerte Zukunft zu verlieren drohen.

 

Jugendgewalt kann nicht ausserhalb des gesellschaftlichen Kontextes diskutiert werden. Sie ist ein Teil davon. Zuweilen entsteht der Eindruck, dass mit dem Begriff der "Jugendgewalt" von den grundlegenden Problemen und Auslöser eben dieses Phänomens der Gewalt abgelenkt wird, indem "das Problem" an die Jugendkultur und die Jugendlichen selbst "delegiert" wird. Vor dem Hintergrund des aktuellen Weltgeschehens eine Sichtweise, die wohl zu kurz greift. Beispielsweise geht es nicht an, Phänomene wie Rechtsextremismus ausschliesslich als Jugendproblem abzutun. Die Probleme sind zu komplex, als dass sie mit einfachen Antworten beiseite geschoben werden können.


Wenn hier von Jugendgewalt gesprochen wird, sollte man solche Aspekte nicht ausser acht lassen. Auf dieser Homepage versuchen wir, einzelne Bereiche der Gewaltthematik aufzunehmen. Abschliessende Antworten oder gar definitive Lösungen sind allerdings nicht zu erwarten. Es ist uns zudem ein grosses Anliegen, in aller Deutlichkeit festzuhalten, dass der überwiegende Teil unserer Jugend einen tollen Job macht und sich engagiert darum bemüht, sich in ihre und unsere Welt zu integrieren. Ihnen gebührt unser Respekt, dass sie trotz einer weit verbreiteten Verunsicherung in hektischen Zeiten und einem Überangebot an Gütern, "Spass" und Verführungen bereit sind, ihren Weg zu gehen und mit ihrer Einzigartigkeit unsere gesellschaftliches Zusammenleben zu bereichern. Kinder und Jugendliche besitzen Fähigkeiten, Lebensoptimismus, Stärken und ein Glauben an die Welt, von denen die Welt der Erwachsenen nur lernen kann.

 


 

Wie sieht die Situation im Kanton Baselland aus?

Jugendgewalt existiert. Festzustellen ist in den letzten Jahren - nicht nur in Baselland - eine Tendenz zu eher jüngeren Tätern, zu einer Häufung von Gewaltdelikten durch junge Frauen und generell eine Tendenz zu einem massiveren Einsatz von Gewalt. Man schlägt eher weiter zu, auch wenn das Opfer bereits am Boden liegt. Trotz diverser Statistiken können keine klaren Angaben darüber gemacht werden, ob die Jugendgewalt tatsächlich zugenommen hat. In Baselland wurden in den letzten drei Jahren die Anstrengungen der Polizei im Jugendbereich erheblich verstärkt. Seit dem Jahr 2003 ist der Jugenddienst der Polizei mit seiner Ermittlungs- und Präventionsarbeit ausschliesslich im Jugendbereich tätig. Dadurch werden erheblich mehr Delikte aufgeklärt als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war. Das Ergebnis aus statistischer Sicht: Ein rasanter Anstieg der Raubdelikte in Baselland. Auch bei einem Blick in die Presse könnte man meinen, dass fast nur noch Minderjährige Straftaten begehen. Diese Sichtweise täuscht. Fakt ist, dass unsere Anstrengungen, die Geschädigten in massiven Fällen zu vermehrter Anzeigeerstattung zu bewegen, inzwischen Wirkung zeigt. Opfer von Gewalttaten melden sich in Baselland vermehrt bei der Polizei und der Jugendanwaltschaft. Das ist gut so, denn nur auf diese Weise haben wir eine Chance, der Tendenz einer Zunahme von Gewaltdelikten erfolgreich entgegen zu treten. Und gerade im Jugendbereich haben wir die Gelegenheit durch frühzeitige Interventionen nachhaltige positive Verhaltensveränderungen zu bewirken. Heute sind wir in der Lage, einen überwiegenden Teil von Gewaltdelikten im Jugendbereich innert kurzer Zeit zu ermitteln; unter der Voraussetzung, dass wir von diesen Taten überhaupt erfahren. Durch unser täglich aktualisiertes Jugenddeliktsjournal wissen wir sehr schnell, wo es brennt. Zudem steht uns auch der Jugenddienst der Polizei als kompetente "Feuerwehr" zur Verfügung, die schnell vor Ort ist. Und durch unser Strafverfahren und individuell angepasste Sanktionen besitzen wir die Mittel, um angemessen reagieren zu können.


Auf dieser Homepage finden Sie eine Schilderung des Ablaufs des Verfahrens bei der Jugendanwaltschaft BL. Sie finden auch Angaben über das Spektrum der verschiedenen Strafen und Massnahmen und den Jugenddienst der Polizei. Sie finden auch die Schilderung einzelner Reaktionsweisen, die in unserer Strategie zur Reduktion der Jugendgewalt eine zunehmende Rolle spielen: Die Frühkontakte zu Jugendgruppierungen, die Gruppenworkshops, der Täter-Opfer-Ausgleich und der Anti-Aggressionskurs.


Zum Thema Jugend und Gewalt finden Sie auf unserer Homepage weitere Anregungen zu folgenden Schwerpunkten:


>>>   Im Artikel der Jugendanwaltschaft "Jugendgewalt aus der Sicht des Jugendstrafrechts" versuchen wir zusammenfassend unsere Haltung zu diesem Thema zu schildern.

>>>  Näher eingehen möchten wir auf das Thema "Gewalt in der Familie".


 

Weitere interessante weiterführende Artikel von externen Autoren aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln finden Sie hier resp. unter folgenden Links:

>>>  "Aggression, Hass und Gewalt - Gestalttherapie mit Gewalttätern" von Dr. Dieter Bongers (www.bongers.ch) [PDF]

>>>  Gewalt junger Männer, eine Kurzvorstellung zweier Bücher

>>>  Gewalt als Form des persönlichen Krisenmanagements, eine Kurzvorstellung von Thesen

>>>  Aktion Gemeinsam gegen Gewalt (mit diversen weiteren Links)

>>> Das Männerbüro der Region Basel ist ein freiwilliges Beratungsangebot, welches sich insbesondere an Männer richtet, die sich von ihrer Gewalttätigkeit lossagen wollen, oder Gewalt erleben oder erlebt haben.


 

Im Bereich der sexuellen Gewalt muss festgestellt werden, dass Kinder und Jugendliche in einem weit überwiegenden Teil der Fälle Opfer von Straftaten sind. Sind allerdings Minderjährige Urheber von solchen Straftaten, werden im Jugendstrafrecht in der Regel eingehende Persönlichkeitsabklärungen unter Beizug von externen Kinder- und Jugendpsychiatern angeordnet. Vielfach sind diese Jugendlichen therapiebedürftig. Weitere Hinweise erhalten Sie bei den FAQ.

Angesichts der Vielzahl von bereits bestehenden Informationen im Internet beschränken wir uns zur Zeit auf folgende Links:


>>>  Die Fachstelle Kindes- und Jugendschutz bietet Beratung und Unterstützung bei Fragen von Kindsmisshandlung und sexuellem Missbrauch.

>>>  Weitere Artikel und Links zu den Themen Kinderrechte, Gewalt an Kindern und insb. sexuelle Gewalt findet man in der Homepage des Vereins Kinderschutz Schweiz


 

Weitere nützliche Informationen aus der Schweiz und Deutschland zum Thema Jugendgewalt finden Sie unter den folgenden Internetadressen:

www.basta-net.de

www.gewalt-in-der-schule.info

www.bessereweltlinks.de/book30j.htm

www.kinderschutz.ch

www.kidscat.ch/Buecher/buchtipp1.3.htm


 

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