Gewalt in der Familie


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Wenn wir von Gewalt in der Familie sprechen, meinen wir nicht die "normalen", alltäglichen Auseinandersetzungen, Zänkereien und Streitigkeiten zwischen Familienmitgliedern, so wie sie landauf und landab vorkommen. Vielmehr handelt es sich um "eingespielte", offen oder verdeckt-aggressive Verhaltensäusserungen, welche in erster Linie von Erwachsenen ausgehen und unter diesen ausgetragen werden. Dass dabei auch weitere Familienmitglieder, häufig auch Kinder und Jugendliche, mit betroffen sind, versteht sich von selbst. Ausdrucksformen innerfamiliärer Gewalt zeigen sich beispielsweise ganz subtil im Beziehungsbereich in Form von Ablehnung, Missachtung oder Entwertung, aber auch ganz manifest in Form von körperlichen oder sexuellen Übergriffen. Verknappung oder Entzug finanziell Ressourcen kann als Druckmittel eine weitere Form von Gewaltanwendung sein.

 

Gewalterfahrungen können bei Kindern und Jugendlichen einen nachhaltigen und massiv schädigenden "Ein-Druck" hinterlassen, selbst, wenn sie äusserlich unversehrt bleiben. Gewalterfahrungen hinterlassen Narben auf der Seele, greifen tief in den Lebensalltag eines heranwachsenden Menschen ein und können verheerende Folgen erzeugen: Selbstwert, Schulleistungen, die Beziehungen zu Eltern und Freunden, ja, das Vertrauen in sich selbst und in die Welt überhaupt, können beeinträchtigt werden. Entsprechende Studien belegen, dass emotionale, psychische und seelische Entwicklungsprobleme häufig auf schwerwiegende und wiederkehrende familiäre Gewalt zurückzuführen sind. Gewalterfahrungen gehen nicht spurlos an Menschen vorüber!


Kinder und Jugendliche sind dabei besonders betroffen: sie tragen oft eine schwere, verletzende und unheimliche Last; viele glauben gar, dass sie selbst Ursache jener massiven elterlichen Auseinandersetzungen sind, die sie tagtäglich erfahren. Um in solchen Situation "überleben" zu können, versuchen sie, ihre Eltern voreinander zu schützen oder ihre Geschwister vor der elterlichen Gewalt abzuschirmen, allerdings oft zum Preis einer eigenen körperlichen und seelischen Verletzung oder gar Fehlentwicklung.


Wesentlich ist deshalb, von aussen her entsprechende Hilfestellungen anzubieten, um Kinder oder Jugendlichen vor Gewalterfahrungen zu schützen. In der Arbeit mit Familiensystemen empfiehlt es sich, stets auch darauf zu achten, ob sich die Familienmitglieder, insbesondere Mütter und Kinder, in ihren sozialen Bezügen sicher fühlen. Je früher schliesslich innerfamiliäre Gewaltanwendung "gestört" oder "publik" gemacht und gezielte Hilfe Angeboten wird, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Gewalt innerhalb der Familie gestoppt werden kann.


Wir wollen Betroffene deshalb ermutigen, möglichst frühzeitig Hilfe von aussen her zu organisieren oder sich beraten zu lassen. Gehen Sie den oft schwierigen Weg niemals alleine!


Hilfe oder Informationen erhalten Sie auch
- über die Notfallzentrale 117 der Polizei Basel-Landschaft
- Fachstelle Kindes- und Jugendschutz: http://www.baselland.ch/docs/vsd/gefoe/kinder/main_kinder.htm
- Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt: http://www.baselland.ch/docs/jpd/ihg/main_ihg.htm



 

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