Datenschutz unterwegs (Notebook) |
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"Sag, Thomas", fragt die Datenschutzmaus. "wie hältst Dus mit der Sicherheit unterwegs?"
Thomas Tobler (Name geändert) gehört zum modernen Typus des Verwaltungsmenschen: Flexibel - effizient - mobil. Er braucht eigentlich kein Büro: Mit Notebook und Handy ist er absolut unabhängig. Er ist überall und nirgends und immer erreichbar, nur am Bürotisch trifft man ihn kaum. Er nennt das in bewusster Abgrenzung vom alten, verstaubten Beamtentypus "virtual official" und muss jedes Mal lachen, wenn er diesen Ausdruck seiner Modernität erfolgreich anbringen kann.
Thomas Tobler - seine Freunde nennen ihn "Turbo" - sitzt kaum im Erstklasswagen des Zuges nach Zürich, den er eben noch fast mit einem Hechtsprung erreicht hat, schon gibt er per Handy Anweisungen, welche PowerPoint-Präsentation ihm seine Sekretärin - sie ist nicht virtuell, wie er mit einem Augenzwinkern zu betonen pflegt - für die bevorstehende Besprechung noch zu mailen hat.
Inzwischen ist sein Notebook aufgestartet, und er beginnt - mit einem Ohr schon am nächsten Telefongespräch - die angefangenen Texte fertig zu schreiben. Mit E-Mails kann man ja heute fast alles erledigen: Zuerst überarbeitet er den Entwurf eines Sachbearbeiters für eine Verfügung in einer delikaten Angelegenheit und leitet ihn weiter. Dann begründet er der Personalchefin, warum er einen Mitarbeiter, der immer wieder krank ist, definitiv nicht mehr brauchen kann (seine Sitznachbarin kann ihm übrigens, bevor sie aussteigen muss, seine Zweifel an der Eignung dieses Mitarbeiters vollauf bestätigen; sie hat den Namen auf dem Bildschirm erspäht und kennt den Mann von der Schule her - wie klein doch die Welt ist!). Und schliesslich stellt er noch einen Antrag auf Beförderung seiner Sekretärin (der nicht virtuellen) in die nächsthöhere Lohnklasse fertig. So ist die Zeit im Zug alles andere als unproduktiv. Einzig die Übermittlung per Natel braucht halt seine Zeit. Die unglaublich niedrige Übertragungsrate, die ihm die Natelprovider immer noch zumuten, bringt "Turbo" beinahe zur Verzweiflung. Doch auch diese tote Zeit lässt sich nutzbringend einsetzen: Das grüne Lämpchen zeigt an, dass die Zugstoilette frei ist .....
Als Thomas "Turbo" Tobler von der Toilette zurückkommt, erstarrt er: Wo ist sein Notebook?!
Nun, die geneigte Leserin, der geneigte Leser, die zu ahnen glauben, wie es kommt - wie es kommen muss! -, müssen leider enttäuscht werden. Sein Notebook liegt da, wo er es hingelegt hat. Zusammen mit dem Handy, das weiter brav E-Mails herunterlädt. Auch seine teure Designer-Jacke ist nicht verschwunden, nein, Thomas "Turbo" Tobler hat sich nur in der Sitzreihe getäuscht. Er atmet hörbar erleichtert auf.
Zwölf ungelesene E-Mails füllen seinen Posteingang. Und die Maus, die ihn - die Schnauze in ihre Vorderpfoten gestützt - über den Bildschirmrand anschaut, zieht die Stirn in Falten. Thomas "Turbo" Tobler hält den Atem an ....
"Sag, Thomas", fragt die Datenschutzmaus. "wie hältst Dus mit der Sicherheit unterwegs?"
Na ja - seinesgleichen sind ja nicht schwer von Begriff. Auf sein Notebook könnte er nicht mehr verzichten, und er sieht auch ein, dass es wegen seiner Mobilität halt auch besonderen Schutz braucht. Nicht nur, weil man mit dem Geld für den Ersatz eines verlorenen oder gestohlenen Gerätes Gescheiteres anfangen kann - nein, auch wegen den Daten, die mit dem Gerät in falsche Hände geraten können. Aufmerksam liest er die Tipps in der Broschüre "Sicher ist sicher", die ihm die Datenschutzmaus hinhält.
Schützen Sie Ihre Daten unterwegs!
Notebooks sind bequeme Begleiter für unterwegs oder für die Arbeit zu Hause. Unbeaufsichtigte oder vergessene Notebooks sind aber auch beliebte Objekte von Diebstählen. Dadurch gehen nicht nur Sachwerte verloren. Es können auch sensible Daten in unbefugte Hände geraten. Letzteres kann bereits geschehen, wenn Sie unterwegs arbeiten und nicht verhindern, dass Drittpersonen auf Ihrem Bildschirm mitlesen können.
| Aktivieren Sie einen Startschutz (Boot-Schutz), so dass Ihr Notebook nur nach Eingabe eines Passwortes gestartet werden kann! |
| Verschlüsseln Sie vertrauliche Daten auf der Harddisk! |
| Benützen Sie Ihr Notebook nicht an Orten, wo Unbefugte die Daten auf dem Bildschirm einsehen können! |
| Schützen Sie Ihr Notebook vor Diebstahl und Verlust! |
| Melden Sie Ihren Vorgesetzten und den Sicherheitsverantwortlichen einen Verlust oder Diebstahl umgehend! |
Es wäre wirklich etwas delikat gewesen, wenn seine Schreiben an die falsche Adresse gelangt wären ..... Noch heute sollen ihm die Informatiker das Ding sicher machen, mit einem Telefonanruf will er sie auf halb sechs in sein Büro bestellen.
Sie sehen, liebe Leserin, lieber Leser: Thomas "Turbo" Tobler hat bereits wieder die Kontrolle übernommen. Und hat die Datenschutzmaus schon fast vergessen. Sie hat ihm dann noch etwas zum Denken mit auf den Weg gegeben: Seine Daten können nicht nur mitsamt dem PC in falsche Hände geraten - auch via E-Mail. Er soll sich doch, wenn er heikle Daten übers Internet versenden will, bei der Informatikabteilung auch gleich erkundigen, wie er den Informationsaustausch per E-Mail schützen könnte, zum Beispiel mit einem Verschlüsselungsverfahren (die geneigte Leserin, der geneigte Leser fühlen sich - zu Recht - an das Kapitel "Verbessern Sie die Sicherheit im E-Mail-Verkehr" in der Broschüre "Sicher ist sicher" erinnert). Das hatte er auch schon gedacht, aber bisher hatte ihm immer die Zeit gefehlt. Aber Thomas "Turbo" Tobler ist sich nun bewusst: Das ist ja eigentlich nichts anderes als beim Autofahren. Da käme er auch nie auf die Idee, einen schnittigen Sportwagen ohne Bremsen, ABS oder Airbag zu kaufen. Wer beim mobile computing mehr performance will, muss auch gleich für die entsprechende security sorgen, wird er künftig allen erklären, die ihn für seine Mobilität bewundern.