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Das in der Talsohle des Vorderen Leimentals am Birsigufer gelegene Weiherschloss war ein Eigengut ohne Herrschaftsrechte auf das Dorf. Als erste urkundlich erwähnte Besitzer erscheinen im Jahre 1363 die Kämmerer, ein bischöfliches Dienstadelsgeschlecht, doch ist nicht auszuschliessen, dass das Schloss bereits im 13. Jh. von dieser oder einer anderen, unbekannten Familie erbaut worden ist. In den Kämpfen gegen die Stadt Basel 1409 verbrannt und von den späteren Besitzern wieder aufgebaut, kam das Schloss 1519 an die Stadt Basel, die es als "offenes Haus" in der Funktion eines Aussenbollwerks oder Vorpostens der Stadt wieder veräusserte. Unter den zahlreichen, meist stark verschuldeten Besitzern geriet es trotz steten Ermahnungen des Rates immer mehr in Zerfall, bis es im Jahre 1645 der pfälzische Adelige Johann Christoph von der Grün kaufte und als Ruhesitz instandstellte. Der ehemalige Generaladjutant im Heere des Herzogs Bernhard von Weimar und von 1648 an Kommandant zu Thann im Elsass liess an der Eingangsseite einen neuen Gebäudeflügel mit dem noch vorhandenen Volutengiebel über der Torachse errichten und gab dem Innern eine prachtvolle barocke Ausstattung, von der sich nurmehr Fragmente erhalten haben.
Der Umbau des mittelalterlichen Schlosses „in ein königliches Schloss oder Louvre, mit Tapeziererei, Gemälden, Hausrath und Schwanen", mit unsern Worten, in einen barocken Landsitz französischen Gepräges, geschah von 1720 an durch Johannes Deucher aus Steckborn, der durch den rechtzeitigen Verkauf von Mississippraktien reich geworden war. Deucher ersetzte die alten Walm- oder Satteldächer durch französische Mansarddächer, brach an allen Fronten grössere und wenn immer möglich regelmässig angeordnete Fenster aus, gab den beiden Fronttürmen anstelle der Spitzhelme kuppelartige Hauben und verband das Eingangsportal durch eine Architekturgliederung mit dem bereits vorhandenen Volutengiebel.
Anstelle des Treppenturms zwischen Nordflügel und Hauptbau erstellte er einen besonderen Treppenhaustrakt, erniedrigte Ringmauern und Turm des Südostwinkels um ein Geschoss und verwandelte die Mauerkrone in eine aussichtsreiche Spazierterrasse. Durch die Schaffung eines rückwärtigen Ausgangs über eine Zugbrücke legte er durch das Schloss eine Mittelachse und verband es so mit der ebenfalls umgestalteten Umgebung. Im Norden lief die Achse durch den von zwei Gebäuden aus dem 17.Jh. flankierten Vorhof und durch zwei Gitterportale auf einem Wiesenpfad Richtung Binningen. Im Süden in einen symmetrisch angelegten französisch Garten mit Springbrunnen, Vasen und beschnittenen Hecken. Hier und von d Ringmauer aus bot sich die einzigartige Aussicht auf das Hintere Leimental. A der Ostseite des Weihers lagen Stallungen, Orangerien und Gewächshäuser, dem Birsig entlang, auf der Westseite, wuchs eine zum Teil noch erhaltene Lindenall und auf dem andern Birsigufer lag der von einer Mauer umgebene mit dem Schloss verbundene Gutshof.
Zur gleichen Zeit erfuhr auch das Innere eine Umgestaltung im Stile des französischen Régence. Die Räume der ganglosen Zimmerflucht im Nordflügel erhielten Parkettböden, nussbaumene Vertäferungen, gemalte Susporten und Cheminées mit geschnitzten Spiegelbekrönungen. FRANZ OBERMEYER, ein Steinmetz ans Basel schuf eine gewagte Treppenkonstruktion, und der Basler Maler ISAAK MERIAN malte die Ölbilder an den Decken des Treppenhauses und des Zimmers im zweit Geschoss des Südwestturms. Im Steinsaal und im anschliessenden Turmzimmer e standen reizvolle, leider nicht mehr erhaltene Deckenmalereien im Stile der Régencedekorationen.
Martin Wenk aus Basel, von 1780 an Besitzer des Schlosses, liess den Turm und die Mauern des Südostwinkels bis aufs Hofniveau niederreissen und neben dem rückwärtigen Torbau eine Kammer für die Aufziehvorrichtung der Brücke errichten. Sein Wappen ziert das darüberliegende Eisengeländer. Wenks Hauptverdienst ist die prachtvolle Ausstattung des Steinsaals mit Rokokostukkaturen.
Während des 19. Jhs. wandelten die späteren Besitzer den französischen Garten in einen englischen Park um und entfernten einen Teil der umliegenden Gebäude. Den schwersten Eingriff erlaubte sich ein Besitzer, der 1898 auf der Westseite einen grossen Saal über den Weiher erbaute. Dank der Initiative von Carl Roth und der Burgenfreunde beider Basel wurde das Schloss 1938 unter Schutz gestellt und mit Hilfe eines eigens dazu gegründeten Vereins 1943-I945 restauriert. Damals entfernte man den störenden Saal und eine Laube auf der Hofseite des Nordtrakts, säuberte den Weiher, sanierte die Gebäude, brach für das Restaurant im Erdgeschoss des Hauptbaus einen neuen Hofeingang durch und versah den Eingang mit einer rekonstruierten Zugbrücke. Damit erhielt das Schloss die Gestalt aus der Zeit Martin Wenks um 1780 zurück. Nur der englische Park aus dem 19. Jh. blieb bestehen. Seit 1957 ist das Schloss mit Restaurationsbetrieb im Besitz des Kantons Basel-Landschaft.
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