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Inhalt Gesamtbericht 1989-2004

Gesamtbericht des Ombudsman 1989 - 2004

 

"Is son Amt für die Menschen da -
oder die Menschen fürs Amt?!"
(Carl Zuckmeyer, Hauptmann von Köpenick)

"Menschenwürde...
Es geht um das elementarste
menschenrechtliche Gegengewicht
gegen jede Arroganz der Macht."
(Jörg Paul Müller, Grundrechte in der Schweiz, Bern, 1999, S. 1)


Nachwort
Auch Vorworte werden nachträglich geschrieben, wenn es nicht solche für ungeschriebene Bücher sind. Anfänglich habe ich gar nicht geplant, die Jahresberichte in einen Sammelband zu binden. Ansonsten wäre für sie schon von Anfang an ein einheitliches Erscheinungsbild ins Auge gefasst worden. Der heterogene Auftritt ist für versammelte Einzelfälle durchaus angemessen. Was den Stil anbelangt, so sind die Berichte anfänglich in Ich-Form abgefasst, in bewusster Abweichung zur unpersönlichen objektiven formalen Rechtssprache, in der Verfügungen und Urteile mit der Schlussfloskel redigiert sind: "Es wird verfügt" oder "Es wird erkannt".
Bei aller persönlichen Form meiner Berichte orientieren sie sich immer an Verfassungs- und Gesetzesbestimmungen, an Lehre und Praxis, aber mit der Ich-Form kommt deutlicher zum Ausdruck, dass jeder Rat, jedes kritische Aufzeigen eines Missstandes, jede Empfehlung unweigerlich auch an einen subjektiven Gesichtspunkt gebunden ist und durch einen Akt der Position, welcher die Irrtumsmöglichkeit beinhaltet, persönlich zu verantworten ist. Impliziert ist damit selbstverständlich immer auch ein Appell an die Adressaten - Behörden oder Recht suchende Personen - ihre Verantwortung, eventuell gestützt auf eine förmliche Empfehlung oder einen Rat, selber auch wahr zu nehmen.
Wie oft habe ich es doch erlebt, dass Behörden oder auch einzelne Personen ihre Verantwortung selber nicht übernehmen, aber durchaus bereit sind, das Verdikt einer übergeordneten Stelle untertänigst zu akzeptieren und sich so ihrer eigenen Verantwortung entschlagen. Manchmal besteht sogar der Eindruck, der Idealzustand wäre für solche Leute dann erreicht oder werde sogar dadurch angestrebt, dass durch eine quasi fotografische Aufnahme der Sachverhalt festgestellt und durch eine quasi automatische Subsumtion unter rechtliche Normen das richtige Resultat erzielt würde. Im Strassenverkehr zum Beispiel sind wir ja nicht weit davon entfernt: Stellen wir uns eine bis in jedes rechtliche Detail geregelte, signalisierte und koordinatengetreu von einem "Auge Gottes" überwachte Situation vor, so wird zu jeder Zeit und an jedem Ort das konkrete Verhalten automatisch als regelwidrig oder -konform festgestellt und rechtlich katalogisiert. Einer eigentlichen Beurteilung eines Vorkommnisses bedarf es dann nicht mehr. Im wörtlichen Sinn kann es dann ganz unpersönlich heissen: "Es wird erkannt." Idealerweise bedürfte es dann keines bewertenden Menschen mehr.
Im Verlaufe der Zeit trat die Ich-Form der Darstellung in den Jahresberichten aus rein praktischen Gründen eher in den Hintergrund, insbesondere, weil sie von meinen Volontären/innen und Mitarbeiter/innen (mit)erarbeitet wurden und somit gelegentlich in Wir- oder einer unpersönlichen Form abgefasst wurden. Am skizzierten persönlich verantworteten Positionsbezug der Betrachtung und Beurteilung hat sich indessen nichts geändert.


>>> Fortsetzung



 

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