Was ist Sucht? |
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Unter Sucht versteht man ein bestimmtes Verhaltensmuster, das mit einem unwiderstehlichen, wachsenden Verlangen nach einem bestimmten Gefühls- und Erlebniszustand einher geht.
Grundsätzlich kann jeder Mensch süchtig beziehungsweise körperlich oder seelisch von etwas abhängig werden. Da Sucht nicht nur auf den Umgang mit bestimmten Stoffen beschränkt ist, kann jede Form menschlichen Verhaltens zur Sucht werden. So unterscheidet man substanzgebundene Abhängigkeiten wie Alkoholabhängigkeit, Nikotin- , Drogen oder Medikamentenabhängigkeit oder substanzungebundene Süchte wie Magersucht, Arbeitssucht, Spielsucht oder das unkontrollierte Verlangen nach sexueller Befriedigung.
Allen Abhängigkeitserkrankungen bzw. Süchten gemeinsam ist, dass dabei meist ein unkontrollierbarer Zwang zum Weiterkonsum beziehungsweise ein Zwang zur Fortsetzung des Suchtverhaltens besteht.
Sucht trifft nicht nur einen einzelnen Menschen. Von den Auswirkungen der Sucht sind in der Regel viele nahestehende Menschen - Ehepartner, Kinder, Arbeitgeber, FreundInnen - betroffen. Sie können gar - als Teil eines Suchtsystems und oft unmerklich - zu Komplizen der Sucht werden, in dem sie mit ihrem Verhalten das Suchtverhalten der abhängigen Person verstärken oder über lange Zeiträume hinweg aufrecht erhalten.
Eine Abhängigkeitserkrankung ist in der Regel behandlungsbedürftig, da sich weder die abhängige Person noch deren Bezugspersonen (Co-Abhängige) - wenn überhaupt - selbst aus einem unendlichen Teufelskreis ihrer Suchtbeziehung und der gegenseitigen Abhängigkeit befreien können.
Auch die Jugendanwaltschaft ist bestrebt, im Rahmen ihrer Möglichkeiten und in Kooperation mit anderen Fachstellen einen Beitrag zur Suchtprävention zu leisten und insbesondere betroffene jugendliche CannabiskonsumentInnen im Rahmen eines Gruppenangebotes zu einem sorgfältigeren Umgang mit Suchtmitteln zu ermutigen.
Links:
www.at-schweiz.ch (Tabakprävention) |
http://www.baselland.ch/docs/vsd/gefoe/stichworte.htm |
Kriterien der Abhängigkeit
Bei einem Abhängigkeitssyndrom handelt es sich um körperliche, geistige und verhaltensmässige Phänomene. Die betroffene Person gibt dabei dem Konsum von psychotropen Substanzen den Vorrang vor anderen Verhaltensweisen und schränkt damit ihre Wahlmöglichkeiten, ihre Lebensaufgaben zu lösen, signifikant ein.
Die Diagnose einer Abhängigkeitserkrankung sollte allerdings nur dann gestellt werden, wenn innerhalb der letzten drei Jahre folgende Kriterien gleichzeitig vorhanden waren:
1. | Ein starker Wunsch oder eine Art Zwang, psychotrope Substanzen zu konsumieren. |
2. | Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums. |
3. | Ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums. |
4. | Nachweis eine Toleranz. Um die ursprünglich durch niedrigere Dosen erreichte Wirkung der Substanz hervorzurufen, sind zunehmend höhere Dosen erforderlich. |
5. | Vorschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügen oder Interessen zugunsten des Substanzkonsums, erhöhter Zeitaufwand, um die Substanz zu beschaffen, zu konsumieren oder sich von den Folgen zu erholen. |
6. | anhaltender Substanzkonsum trotz Nachweises eindeutig schädlicher Folgen, wie zum Beispiel Leberschädigung, depressive Verstimmung oder Verschlechterung kognitiver Funktionen. |
Quelle:
World Health Organisation:
The ICD-10 Classification of Mental and Behavioural Disorders. Dlinical Descriptions and Diagnostic Guidelines.
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