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Kunstführer Münchenstein || Dorfplan


 

Münchenstein: Brüglingen
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Unter-Brüglingen. Urkundlich wird der Weiler mit Mühle zwischen der Neuen Welt und St. Jakob bereits 1259 als Besitz der Basler Dompropstei erwähnt. Im 17. Jahrhundert wird er durch die Familie Löffel ausgebaut: er umfasste die Häuser am Teich und den erhöht liegenden Landsitz. Der Besitzer des im Laufe der Zeit ergänzten Gutes wechselte wiederholt. Im Jahr 1811 kaufte Christoph Merian den wirtschaftlichen Hof auf. 1886 wurde das erweiterte Gut der Merianschen Stiftung zugesprochen.

 

Den Kern von Unter-Brüglingen bildet die malerisch reizvolle Baugruppe mit der Mühle (15 - 16. Jahrhundert), dem Pächterhaus auf der anderen Seite des Teichs (16. - 17. Jahrhundert) und dem Gärtnerhaus gegenüber der Mühle (1824)- Von diesen Häusern umgeben steht ein Brunnen von 1818. Der historische Wert dieser Baudenkmäler kommt nicht nur im Ensemble zum Ausdruck, sondern auch in der ursprünglichen Erhaltung des Krüppelwalmdachs, der Fenstereinteilung und des Treppenturms seitlich des Pächterhauses. Das Herrschaftshaus oberhalb der Teichanlage geht in der heutigen Gestalt auf den Umbau des alten Landschlösschens zurück, das Alexander Löffel 1711 erbauen liess. Als Architekt wird Job. Jakob Stehlin (1805 - 1879) genannt, der nach Werenfels und Berri zur dritten Generation der Basler Architektentradition gehört und dem Stil des Historismus verpflichtet ist. Er ummauerte den Altbau neu und verwendete die verschiedensten Baumotive aus vergangenen Epochen, so z.B. Quadervorlagen im Erdgeschoss, Pilaster, Gesimsbänder und unter dem Dach ein schmales Zwischengeschoss (Mezzanin). Kunsthistorisch bedeutsam ist das Aufkommen von gusseisernen Anbauten: Aus diesem neuen Baumaterial ist der zweistöckige Portikus an der Eingangsfront. (Die seitlichen gusseisernen Veranden sind bei der letzten Restaurierung entfernt worden.) Die Gartenhalle auf der Rückseite enthält ein Boudoir im Pariser Stil des 19. Jahrhunderts mit feingliedriger Ausstattung in Stuck und Malereien.


In Vorder-Brüglingen begegnen wir nochmals Melchior Berri als Baumeister. Christoph Merian, Eigentümer des gesamten Brüglinger Gutes, erteilte ihm den Auftrag, Pächterhaus und Ökonomiegebäude nördlich des Herrschaftshauses zu errichten. Im Ökonomiebau verwirklichte Berri 1837 eine landwirtschaftliche Musterarchitektur grossen Stils. Unter einem einzigen Satteldach sind alle für den Gutsbetrieb notwendigen Räume zusammengefasst: zwei gewölbte Keller, Stallungen, Remisen und Fruchtschütten.


Im Gegensatz zur leicht asymmetrischen Disposition der Längsfassade dieser Scheune ist das später entstandene Pächterhaus von 1839, in der gleichen Firstrichtung stehend, im Äussern ausgewogen aufgeteilt. Das zweistöckige Wohnhaus besitzt drei Fensterachsen in der Breite und fünf an der Hauptfront. Im Unterschied zur Ehinger-Villa, die so viel private Atmosphäre besitzt, wirken diese beiden später entstandenen Bauten monumental. Auch in den einzelnen Bauelementen wie den mit roten Rahmen versehenen, rundbogigen Türen und toskanischen Fenstern weicht Berri mehr und mehr von der klassizistischen Tradition ab.- Vorder-Brüglingen gehört heute zum Botanischen Garten der Stadt Basel, wobei das ehemalige Pächterhaus als Museum für landwirtschaftliche Geräte vorgesehen ist.


Unter-Brüglingen. Mühle und Pächterhaus.



Unter-Brüglingen. Herrschaftshaus, um 1858





Vorder-Brüglingen. Pächterhaus,
Melchior Berri, 1838

 

Unter Leitung des basellandschaftlichen Denkmalpflegers, Dr. Hans Rudolf Heyer, der auch Verfasser des ersten Kunstdenkmälerbandes Basel-Landschaft I ist, sind in den letzten Jahren folgende Baudenkmäler restauriert worden: Kirche und Trotte in Münchenstein-Dorf, Villa Ehinger in der Neuen Welt, Herrschafts- und Wohnhaus in Brüglingen.

 


 

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