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Münchenstein: Bruckgut | |
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Die Birsebene, wo einst der Fluss in vielen Armen den Weg zum Rhein suchte und wo heute das ausgedehnte moderne Münchenstein sich ausbreitet, war bis ins Ende des 18. Jahrhunderts kaum besiedelt. Den wichtigsten Übergang über die Birs von Basel nach Münchenstein bildete die ehemalige Holzbrücke beim heutigen Bruckgut, dem das Zollhaus gegenüberstand. An Stelle des einstmals ummauerten Landgutes steht heute der sich städtisch präsentierende Privatsitz von 1758, ein Werk des Architekten Samuel Werenfels (1720/1800). Ihm verdankt Basel einige bedeutende Patrizierhäuser: Weisses und Blaues Haus, Stadthaus, Delphin, Dolder, Raben. Wie das Bruckgut noch im 18. Jahrhundert ausgesehen hat, zeigt die Zeichnung von Enderlin. Hinter einem Vorhof, seitlich begrenzt von Nutzbauten, öffnet sich ein grösserer Hof vor einem doppelgiebeligen Hauptgebäude, auf dessen Rückfront ein Treppenturm sichtbar ist. Unter dem neuen Besitzer, dem Basler Fabrikanten Marcus Weis-Leissler, stellte sich Werenfels die Aufgabe, unter Wiederverwendung des alten Giebelhauses eine breite Schauseite gegen die Strasse und im rechten Winkel dazu einen gegen Norden gerichteten Flügel zu bauen.
Die Gliederung der Hauptfassade entspricht der nach französischem Muster vorgenommenen Aufteilung: In der Mitte die hier dreiachsige Eingangspartie, seitlich von zwei Bauteilen flankiert, getrennt durch senkrechte Quaderlisenen. Beim Bruckgut fällt auf, dass die nördliche Flanke breiter ist als die südliche. Das hängt damit zusammen, dass Werenfels letztere aus dem Altbau übernommen hat, die nördliche für den Ausbau des Flügels gegen Osten dafür breiter anlegen musste. Unter einem Walmdach mit Lukarnen werden die massstäblich unterschiedlichen Bauteile zusammengefasst. Auf der Rückseite verraten der polygonale Turm und der Treppengiebel die geschickt eingebauten Mauerpartien des Altbaus aus dem 16. oder gut, dem das Zollhaus gegenüberstand. An Stelle des einstmals ummauerten Landgutes steht heute der sich städtisch präsentierende Privatsitz von 1758, ein Werk des Architekten Samuel Werenfels (1720/1800). Ihm verdankt Basel einige bedeutende Patrizierhäuser: Weisses und Blaues Haus, Stadthaus, Delphin, Dolder, Raben. Wie das Bruckgut noch im 18. Jahrhundert ausgesehen hat, zeigt die Zeichnung von Enderlin. Hinter einem Vorhof, seitlich begrenzt von Nutzbauten, öffnet sich ein grösserer Hof vor einem doppelgiebeligen Hauptgebäude, auf dessen Rückfront ein Treppenturm sichtbar ist. Unter dem neuen Besitzer, dem Basler Fabrikanten Marcus Weis-Leissler, stellte sich Werenfels die Aufgabe, unter Wiederverwendung des alten Giebelhauses eine breite Schauseite gegen die Strasse und im rechten Winkel dazu einen gegen Norden gerichteten Flügel zu bauen. | ||
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Die Gliederung der Hauptfassade entspricht der nach französischem Muster vorgenommenen Aufteilung: In der Mitte die hier dreiachsige Eingangspartie, seitlich von zwei Bauteilen flankiert, getrennt durch senkrechte Quaderlisenen. Beim Bruckgut fällt auf, dass die nördliche Flanke breiter ist als die südliche. Das hängt damit zusammen, dass Werenfels letztere aus dem Altbau übernommen hat, die nördliche für den Ausbau des Flügels gegen Osten dafür breiter anlegen musste. Unter einem Walmdach mit Lukarnen werden die massstäblich unterschiedlichen Bauteile zusammengefasst. Auf der Rückseite verraten der polygonale Turm und der Treppengiebel die geschickt eingebauten Mauerpartien des Altbaus aus dem 16. oder I7. Jahrhundert (vgl. Abbildung S. 10). Das schmucke Portal an der Strassenfassade mit der Rocaille im Scheitel des flachen Türbogens gibt uns eine Vorstellung von dem, was uns im Inneren an Dekorationen erwartet. Seitlich der geräumigen Halle (Sommerhaus) sind die Räume angeordnet; im ersten Geschoss, das man durch den Treppenturm erreicht, sind sie kleinteiliger als im unteren. In der Halle fallen die Decke mit Rokokostuck, von Caspar Messler, der Wandnischenbrunnen, die tambourartigen Schränke und die Gemälde über den Türen (Supraporten) auf. Das Wohnzimmer rechts besitzt ebenfalls eine Stuckdecke und ausserdem ein Chemin& im Louis-XV-Stil; auch das Esszimmer auf der linken Seite ist ähnlich ausgestattet.
Im Obergeschoss befindet sich im südlichen Teil das kleine Chinesenzimmer mit den Wachstuchtapeten der Manufaktur J. J. Nothnagel (Frankfurt, um 1761); auf reichumrahmten Panneaux sind chinesische Szenerien dargestellt. Von den andern Räumen erwähnen wir besonders das grosse Chinesenzimmer, dessen Wände mit Tapeten in Öl auf Leinwand aus der gleichen Frankfurter Manufaktur bespannt sind; hier handelt es sich um fortlaufende Bildfolgen mit chinesischen Sujets. Im neuen Flügel befindet sich das grosse Eckzimmer, ausgestattet mit einem turmartigen Kachelofen, runden Eckschränken und einem Spiegel. Im Zusammenwirken der verschiedensten Dekorationskünstler, deren Namen wir auf Grund der Notizbücher des Erbauers kennen, ist im Bruckgut eine Innenausstattung geschaffen worden, welche uns einen Begriff der unter französischem Einfluss enstandenen herrschaftlichen Wohnkultur gibt. - Vermerkt sei noch der reizvolle Aussichtspavillon auf dem hochgelegenen Eckstein aus dem Jahr 1764. | ||
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